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85,8 Prozent machen mit Griechenland gelingt die Umschuldung

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Die Reaktionen

Mit der hohen Beteiligung der privaten Gläubiger ist nach Aussage der Bundesregierung dem Land aber eine „historische Chance“ gegeben worden. „Wir begrüßen, dass sich der Privatsektor in einem hohen Maße freiwillig an der Stabilisierung Griechenlands beteiligen wird“, erklärte das Finanzministerium am Freitag in Berlin.

Als „bedeutenden Beitrag“ zur Lösung der Schuldenkrise in Europa hat der Internationale Bankenverband IIF den erfolgreichen griechischen Schuldenschnitt bezeichnet. „Das sehr überzeugende und positive Resultat verschafft Griechenland die Chance, sein Reformprogramm voranzutreiben“, erklärte Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann am Freitag in seiner Funktion als IIF-Präsident. Das stärke zugleich die Bemühungen der Eurozone zur Schaffung eines stabilen Wirtschaftsraumes.

Banken



Griechischer Volkswirt begrüßt Schuldenschnitt

IIF-Geschäftsführer Charles Dallara lobte die Bereitschaft der privaten Gläubiger zum Forderungsverzicht. „Das verringert das Risiko einer Ansteckung, während Griechenland die Möglichkeit bekommt, auf die Reformerfolge aus eigener Kraft aufzubauen.“ Die prekäre Lage in Griechenland drohte andere klamme Eurostaaten mit in den Abgrund zu.

Griechenland ist nach Ansicht der Kreditwirtschaft aber noch nicht dauerhaft über den Berg. „Wir dürfen jetzt bitte nicht glauben, Griechenland ist gerettet und die Krise ist vorüber“, sagte Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB), im Deutschlandfunk. Auch der Chefvolkswirt der Commerzbank, Jörg Krämer, glaubt, dass es noch zum Zahlungsausfall kommen kann. „Ich sehe
eine Wahrscheinlichkeit von über 50 Prozent, dass eine entnervte Staatengemeinschaft den Geldhahn zudrehen würde“, sollte Griechenland vom angekündigten Sparkurs abweichen, sagte er der
Nachrichtenagentur dapd.

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    Der Präsident des Europaparlaments, Martin Schulz (SPD), sieht im Schuldenschnitt für Griechenland vor allem einen Zeitgewinn. Auf Dauer werde sich das Land aber nur erholen, wenn massive Strukturreformen durchgesetzt würden, sagte Schulz. Aus EU-Fonds stünden 20 bis 30 Milliarden Euro zur Verfügung, die kurzfristig abgerufen werden und die Basis für ein umfangreiches Konjunkturprogramm schaffen könnten. Investitionen etwa in den Ausbau der Solarenergie könnten Griechenland wieder auf Wachstumskurs bringen.


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