Anschläge von Paris Terror global bekämpfen!

Lange kämpfte der Westen gegen den IS, weil er im Nahen Osten ein Kalifat errichten will. Nach den Anschlägen von Paris wird klar: Der radikale Islamismus ist zu einer Ideologie mutiert, die zu grenzenloser Bedrohung führt – und global bekämpft werden muss.  

Menschen gedenken den Opfern von Paris. Quelle: dpa

Nahezu naiv wirkt im Nachhinein die Art und Weise, wie der Westen den „Islamischen Staat“ (IS) zu bekämpfen glaubte: Amerikaner und Franzosen fliegen ein paar Luftangriffe, um einen wirren Haufen syrischer Oppositioneller im Kampf gegen die Terrormiliz zu unterstützen. Die Deutschen liefern den Kurden ein paar Gewehre samt Ausbildern, damit sie sich in Syrien den islamistischen Wirrköpfen entgegenstellen können. Das war’s.

Mit den fürchterlichen Terroranschlägen von Paris wird klar: Kosmetische Luftschläge gegen den Möchtegern-Staat IS reichen nicht aus, um die Gefahr zu bannen. Um die köpfenden Krieger, die in der Anarchie Syriens ein Kalifat errichten wollten, hat sich eine radikal-islamistische Ideologie mit weltweiter Strahlkraft geformt. Am schwarzen Freitag geriet Frankreich ins Visier der Terroristen, keine zwei Wochen zuvor war Russland das Ziel: Auch der Absturz eines russischen Urlaubsfliegers mit 224 Todesopfern ging sehr wahrscheinlich auf das Konto der religiösen Fanatiker.

Globale Bedrohungen erfordern globale Lösungen. Es ist Zeit, im Kampf gegen den Terror international stärker zu kooperieren. Es darf nicht sein, dass steinreiche Mullahs aus Katar und Saudi-Arabien ungehindert den IS-Terrorismus finanzieren. Es darf nicht so bleiben, dass die USA und Russland unabgestimmt Krieg gegen die religiösen Eiferer führen, aber nichts zur Lösung des Bürgerkriegs beitragen. Es darf nicht so weit kommen, dass Flüchtlinge aus der Region unter Pauschalverdacht des Terrorismus geraten.

Globale Problemlösung bedeutet, dass der islamistische Terrorismus stärker zum Thema des UN-Sicherheitsrats werden muss. Dessen Resolutionen könnten Saudi-Arabien und Katar unter Androhung von Sanktionen zwingen, finanzielle Zuwendungen an IS-Terroristen zu unterbinden. Sicher sind die Financiers und deren Organisationen bekannt – und falls nicht, dann wende man sich an die US-Geheimdienste.

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