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Arbeitslosenstatistik Blick ins Kleingedruckte

Die Statistiken aus Spanien klingen weitaus dramatischer als sie sind.

Ein Arbeitssuchender sitzt in Spanien hinter einem Schild Quelle: AP

Es sind Zahlen, die Politiker umhertragen wie leicht entzündliche Dynamitstangen. Die Arbeitslosenquote spanischer Jugendlicher: 56,4 Prozent! Die griechische sogar bei 59,2 Prozent! Und in Portugal: 42,2 Prozent! Dramatische Werte. Aber heißt das, dass mehr als jeder zweite Spanier zwischen 15 und 24 keinen Job hat?

Krise und Arbeitslosigkeit in Spanien

In Arbeit
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Nicht ganz. Um korrekte Schlüsse aus den Statistiken der Datenerhebungsbehörde Eurostat zu ziehen, ist ein Blick ins Kleingedruckte nötig. Die genannten Arbeitslosenquoten setzen nämlich jene, die kurzfristig eine Arbeit aufnehmen könnten oder in den vergangenen vier Wochen nach einem Job gesucht haben, nur ins Verhältnis zu allen Erwerbstätigen und Arbeitslosen gleichen Alters. Bei den 15- bis 24-Jährigen bleiben Schüler und Studenten so außen vor. Das verzerrt die Quoten nach oben.

In Spanien sind also 56 Prozent derer ohne Job, die in dieser Generation arbeiten könnten und wollten, aber eben nicht mehr als die Hälfte aller Spanier zwischen 15 und 24. Bezogen auf alle jungen Iberer, ermittelte Eurostat für 2012 eine Quote von etwas mehr als 20 Prozent. Damit ist immer noch jeder fünfte ohne Arbeitsplatz. Auch das ist politisches Dynamit.

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