Arbeitslosigkeit aber auch Spaniens Konjunktur zieht an

Weniger Arbeitslose, aber auch weniger Beschäftigte in Spanien: Erstmals seit Beginn der Wirtschaftskrise ist die Zahl der Arbeitslosen 2013 im Jahresvergleich zurückgegangen.

So denkt Spanien über Europa
Im Internet waren die satirischen Landkarten des bulgarischen Designers Yanko Tsvetkov schon lange ein Renner. Er zeichnete jeweils den Blick verschiedener Gruppen oder Nationalitäten auf Europa und die Welt, in dem er die Namen der jeweiligen Länder durch Klischees ersetzte, die am häufigsten mit diesen Ländern assoziiert werden. Mittlerweile gibt es die Landkarten auch gebunden, als "Atlas der Vorurteile", erschienen im Knesebeck-Verlag. Auf 80 Seiten stellt der Designer dar, wie die verschiedenen Nationalitäten ihre Nachbarn wahrnehmen. Auch den Spaniern widmet Tsvetkov eine ganze Seite. Und die lassen kein Gutes Haar an ihren Nachbarn - nicht mal an den weiter entfernten. So stehen beispielsweise "verheiratete Priester" für Russland, Estland, Lettland und Litauen werden zum "Russischen Galizien" und Weißrussland zum "Russischen Franco". Ebenfalls wenig schmeichelhaft: Die Ukrainer sind aus Sicht der Spanier "Radioaktive Nannys". Quelle: Screenshot
Ähnlich charmant ist die spanische Sicht auf Rumänien: Wegen der vielen Alten- und Krankenpfleger, die von dort kommen und in anderen europäischen Ländern Arbeit suchen, ist Rumänien in der spanischen Europasicht schlicht das Land der Windelwechsler. Quelle: dpa
Sich selbst sehen die Spanier übrigens als "Café para todos" - also als Café oder beliebten Treffpunkt für alle anderen Europäer. Was ja auch nicht falsch ist. Quelle: dpa
Bei vielen Iren mag die spanische Einordnung als "Rotschöpfe" ja stimmen. Alle Briten unter "kotzende Touristen" zusammenzufassen, tut dagegen sicher sehr vielen Unrecht. Quelle: dpa
Die Türkei kommt mit "östliches Marokko" eigentlich noch recht gut weg. Quelle: Blumenbüro Holland/dpa/gms
Deutschland dagegen hat - Sparpolitik & Co. sei Dank - gar keinen guten Stand bei den Spaniern. Wegen der deutschen Rolle in der Euro-Krise wird Deutschland auf der Landkarte, die Spaniens Europasicht verdeutlichen soll, "Cruella de Merkel" genannt. Quelle: dpa
Schöne Strände, gute Küche und guten Wein haben die Spanier selbst. Was fällt ihnen darüber hinaus zu Italien ein? Auf der spanischen Seite im Atlas der Vorurteile steht statt Italien "Muttersöhnchen". Griechenland bekommt dagegen den Beinamen "schlechtes Olivenöl". Auch nicht nett. Quelle: AP
Die Franzosen werden von den Spaniern als "Gabachos" bezeichnet, weshalb sich dieser Spottname auch im Atlas für Frankreich wiederfindet. Gabachos ist wahrscheinlich ähnlich schmeichelhaft wie das britische "frogs" oder das deutsche "Froschfresser". Bauer oder Barbar kommt dem Wort als Übersetzung am Nächsten. Quelle: dpa
Dagegen ist die Bezeichnung "Blonde Katholiken" für Polen noch regelrecht nett. Und zumindest gibt beziehungsweise gab es einen sehr prominenten polnischen Katholiken. Quelle: dpa
Warum Österreich für die Spanier das Land der Egoisten ist, erschließt sich dagegen nicht so leicht. Quelle: dpa

Spaniens Wirtschaft arbeitet sich nur langsam aus der Krise heraus. Einerseits zog die Konjunktur nach Einschätzung der Notenbank Ende 2013 so stark an wie seit fast sechs Jahren nicht. Andererseits kletterte die ohnehin hohe Arbeitslosenquote im vierten Quartal erneut, wie aus offiziellen Daten vom Donnerstag hervorgeht. Die Zentralbank veranschlagt das Wirtschaftswachstum auf 0,3 Prozent. Stärker war das Bruttoinlandsprodukt zuletzt Anfang 2008 und damit noch weit vor der Lehman-Pleite gewachsen, die die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise auslöste. Unterm Strich schrumpfte die spanische Wirtschaft im Gesamtjahr 2013 laut Notenbank aber das zweite Jahr in Folge - und zwar um 1,2 Prozent.

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Nach einer längeren Rezession hatte es in dem Euroland zuletzt verstärkt positive Konjunktursignale gegeben. Im Sommer 2013 gelang erstmals seit neun Quartalen ein Mini-Wachstum. Auf dem Arbeitsmarkt schlägt sich dies aber bisher noch kaum nieder. Die Zahl der Arbeitslosen sank zwar zwischen Oktober und Dezember zum Vorquartal um 8400. Die Arbeitslosenquote hingegen stieg leicht auf 26,03 von 25,98 Prozent. Grund dafür war, dass die Zahl der Erwerbstätigen um 73.400 auf rund 22,6 Millionen sank. Die harte Rezession hatte dazu geführt, dass viele Langzeitarbeitslose Spanien den Rücken kehrten und damit aus der Statistik fielen. Die Zahl der Einwohner war 2012 erstmals gesunken, da Spanier und Einwanderer ihr Glück im Ausland suchten.

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