Attentat auf Charlie Hebdo Neue Festnahmen nach Terror in Paris

Immer mehr deutet darauf hin, dass die Attentäter von Paris Komplizen gehabt haben können. Weitere zwölf Verdächtige hat die französischer Polizei festgenommen. Zu einem von ihnen soll eine DNA-Spur geführt haben.

Die Karikaturen für "Charlie Hebdo"
Karikatur von 2006: Ein Rahmen um ein weißes Stück Papier. Überschrift: "Please enjoy this culturally, ethnically, religiously, and politically correct cartoon responsibly. Thank You." Quelle: Twitter
Ein Terrorist schießt auf einen Bleistift, der entzwei bricht. Doch ein Spitzer spitzt den abgebrochenen Stift wieder an. Dieser radiert mit seinem Radiergummi den gezeichneten Terroristen weg. Quelle: Twitter
Ein Flugzeug fliegt auf zwei nebeneinander stehende Bleistifte zu. Das Bild erinnert an die Anschläge auf die Zwillingstürme des World Trade Centers im September 2001. Quelle: Twitter
Ein von hinten gezeichneter Terrorist hat einen Zettel auf dem Rücken, auf den ein Bleistift schreibt: "You lost!" ("Du hast verloren!") Quelle: Twitter
Eine Zeichnung der Zeitschrift Charlie Hebdo. Aus der Titelseite der Zeitung erhebt sich eine Hand mit Feder, die dem Betrachter den Mittelfinginger zu zeigen scheint. Quelle: Twitter
Ein Gewehr und ein Stift nebeneinander. Auf dem Gewehr: "Murderous assault on french satirical newspaper". Auf dem Stift: "Free Expression". Bildunterschrift: "But the Pen Will Endure" Quelle: Twitter
Ein Terrorist mit Krummsäbel hat einer Person (T-Shirt: "Charlie Hebdo") den Kopf abgeschlagen. Aus dem Hals streckt sie dem Terroristen noch die Zunge entgegen. Bildunterschrift: "Onsterfelijk" Quelle: Twitter
Links: Eine panische Menge Männer, bezeichnet mit "Taliban". Rechts: Eine Frau mit Buch, auf dem "Education" (Erziehung, Bildung") steht. Bildunterschrift: "Weapon of Mass Instruction" Quelle: Twitter
Zwei Terroristen feuern in das Gebäude von Charlie Hebdo, aus dem eine Blutlache fließt. Doch die Schüsse treten hinten aus dem Gebäude wieder aus und die Kugeln treffen eine Moschee. Quelle: Twitter
Zwei Terroristen in der Redaktion von "Charlie Hebdo", ein getöteter Zeichner im Hintergrund. Eine Ausgabe der Zeitung betrachtend, sagt ein Terrorist: "Just what sort of a sick mind?!..." Quelle: Twitter
Links steht ein Terrorist mit rauchendem Gewehr, rechts liegt ein Zeichner in einer Blutlache. Der Terrorist sagt "He drew first". Quelle: Twitter
Zwei Männer. links ein vermummter Terrorist mit Gewehr, rechts ein freundlich schauender Zeichner mit Feder und Tinte. Überschrift: "Who has damaged Muhammad more?" ("Wer hat Mohammed mehr geschadet?" Quelle: Twitter
Von oben nach unten: Yesterday: Ein angespitzter Stift. Today: Der Stift ist in der Mitte auseinander gebrochen. Tomorrow: Aus dem entzwei gebrochenen Stift sind zwei angespitzte Stifte geworden. Quelle: Twitter
Zwei Terroristen in der zerstörten Redaktion von Charlie Hebdo betrachten einen Pinsel. Einer sagt "What´s this little weapon, which hurt us so much?" Quelle: Twitter
Ein Screenshot von Twitter. Verschiedene Schreibgeräte zeigen von rechts oben im Bild auf einen vermummten Mann mit Gewehr links unten im Bild, vor ihm eine Blutlache. Quelle: Twitter
Eine Karikatur, die keine ist: Ein gezeichnetes Blumengesteck, darum ein Band mit dem Spruch "For our heroes at Charlie Hebdo. With our love & respect". Quelle: Twitter
Zwei vermummte Personen mit Gewehren stehen vor einem Gebäude, auf dem "Charlie Hebdo" steht. Unter der Zeichnung steht "Be careful, they might have pens" ("Sei vorsichtig, sie könnten Stifte haben"). Quelle: Twitter
Diese Karikatur ist eine Gleichung. Ein von einer Patrone zerfetzter Bleistift plus einen Anspitzer ergeben zwei Bleistifte. Quelle: Twitter

Neun Tage nach dem islamistischen Anschlag auf „Charlie Hebdo“ in Paris haben die Fahnder in Frankreich im Zusammenhang mit der Terrorwelle weitere zwölf Menschen festgenommen. Die Verdächtigen sollten in Polizeigewahrsam wegen möglicher Verbindungen zu den Attentätern vernommen werden, teilten die Ermittler am Freitag mit.

Es gehe vor allem um die Frage, ob sie den Terroristen Waffen oder Fahrzeuge organisierten und damit logistische Unterstützung für die Anschläge leisteten, bei denen die Attentäter 17 ihrer Opfer töteten.

Offizielle Angaben zur Identität der Festgenommenen gab es zunächst nicht. Innenminister Bernard Cazeneuve bestätigte lediglich, dass sie aus dem Großraum Paris stammen und mehrheitlich polizeibekannt sind.

Der Nachrichtensender BFMTV berichtete, auf die Spur eines Verdächtigen habe ein genetischer Fingerabdruck geführt, den die Polizei auf der Waffe eines Täters entdeckte. Andere Verdächtige wurden demnach über Abhöraktionen identifiziert. Neben acht Männern sollen auch vier Frauen in Polizeigewahrsam gekommen sein.

Einsatz gegen Terrorverdächtige: Islamisten-Szene verstärkt im Visier

„Wir untersuchen alles. (...) Wir dürfen keine Spur auslassen“, kommentierte der französische Außenminister Laurent Fabius am Rande eines Treffen mit seinem US-Kollegen John Kerry.

Bei einer bewegenden Trauerfeier in Pontoise nahmen am Freitag Hunderte Menschen Abschied von Stéphane Charbonnier, dem Chef des Satiremagazins „Charlie Hebdo“. Der unter dem Künstlernamen Charb bekannte Zeichner war das prominenteste Opfer der Terroranschläge. Bei der Feier erklang die Internationale. „Der Geist von „Charlie Hebdo“ lebt“, rief Luz, einer der überlebenden Zeichner des Satireblattes, vor Hunderten von Menschen aus. Wer „Je suis Charlie“ (Ich bin Charlie) sage, der solle jetzt Zeichenstifte und Papier hervorholen und es beweisen.

Der 47-Jährige hatte wiederholt umstrittene Mohammed-Karikaturen veröffentlicht, die als Hintergrund des Anschlages auf die Redaktion gelten. Die Beisetzung Charbonniers sollte im Anschluss an die Trauerfeier unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden.

US-Außenminister Kerry bat bei seinem Besuch in Paris um Verzeihung für sein Fehlen beim großen Gedenkmarsch für die Opfer der Terrorwelle. Er legte an den zwei Haupttatorten Kränze nieder. Dass am vergangenen Sonntag kein Spitzenpolitiker aus den USA zu dem großen Gedenkmarsch mit zahlreichen Staats- und Regierungschefs aus aller Welt gereist war, hatte international für Kritik gesorgt. Der Sprecher von Präsident Barack Obama räumte ein, dass jemand mit einem „höheren Profil“ hätte teilnehmen müssen. Washington war nur durch Botschafterin Jane Hartley vertreten gewesen.

Einer der Tatorte, die Kerry am Freitag besuchte, war der Supermarkt für koschere Lebensmittel, in dem der islamistische Terrorist Amédy Coulibaly am Freitag vergangener Woche vier Juden erschossen hatte. Zweite Station war das Gebäude, in dem „Charlie Hebdo“ seine Redaktionsräume hat. Dort hatten zwei andere Attentäter am Mittwoch davor zwölf Menschen getötet.

In Paris wurden am Freitag drei junge Franzosen wegen Terrorunterstützung zu Haftstrafen von vier bis zehn Jahren verurteilt, weil sie sich 2012 dem Dschihad im Jemen oder in Somalia anschließen wollten. Es war der erste Prozess mit Verurteilung dieser Art seit den islamistischen Terroranschlägen der vergangenen Woche.

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