Babis bleibt kommissarisch Tschechische Regierung beschließt Rücktritt

Tschechiens Premierminister Andrej Babis mit Parteikollegen während einer Parlamentssitzung. Quelle: REUTERS

Nach dem Scheitern bei der Vertrauensfrage hat die tschechische Regierung des Populisten Andrej Babis ihren Rücktritt beschlossen.

Erst wenige Wochen nach Wahl und Regierungsbildung wird die Regierung des tschechischen Premierministers Andrej Babis schon wieder zurücktreten. Grund dafür ist das Scheitern bei der Vertrauensfrage. Populist Babis will Präsident Milos Zeman um ein baldiges Treffen ersuchen, um die Demission offiziell einzureichen, gab der 63 Jahre alte Gründer der Protestbewegung ANO (Ja) bekannt.

Zeman hatte zuvor erklärt, Babis über längere Zeit kommissarisch im Amt lassen zu wollen und ihm eine zweite Chance zur Mehrheitsfindung eingeräumt. Babis stellte Verhandlungen mit den übrigen acht Parlamentsparteien in Aussicht. Die ANO-Partei verfügt seit der Wahl Ende Oktober über 78 der 200 Sitze im Abgeordnetenhaus.

Wie es in Tschechien weitergeht, hängt auch davon ab, ob der 73-jährige Zeman in der Stichwahl am 26. und 27. Januar wiedergewählt wird. Sein Herausforderer Jiri Drahos (68) hatte bereits vor Monaten erklärt, alle verfassungsrechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen zu wollen, um einen anderen Kandidaten als den Wahlsieger Babis mit der Regierungsbildung zu beauftragen. Er begründete dies mit dem drohenden Strafverfahren gegen den Multimilliardär.

Leben wie Trump in Prag
Andrej Babiš Quelle: Stanislav Krupar
Andrej Babiš Quelle: Stanislav Krupar
Andrej Babiš Quelle: Stanislav Krupar
Andrej Babiš Quelle: Stanislav Krupar
Andrej Babiš Quelle: Stanislav Krupar
Andrej Babiš Quelle: Stanislav Krupar
Andrej Babiš Quelle: Stanislav Krupar
Andrej Babiš und seine Frau Quelle: Stanislav Krupar
Andrej Babiš und seine Frau Quelle: Stanislav Krupar
Andrej Babiš und seine Frau Quelle: Stanislav Krupar

Dabei geht es um die mutmaßliche Erschleichung von EU-Subventionen in Höhe von knapp 1,6 Millionen Euro. Das Parlament in Prag könnte bereits am Freitag über die Aufhebung der Immunität des Regierungschefs und seines Kompagnons Jaroslav Faltynek entscheiden. Die Zustimmung gilt als sehr wahrscheinlich.

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