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Bericht der EU-Kommission Anteil fauler Kredite in der EU fällt deutlich

Exklusiv
Der Anteil notleidender Kredite in der EU ist nach Angaben der EU-Kommission im Jahresvergleich um 1,1 Prozentpunkt auf 3,3 Prozent gefallen. Quelle: dpa

Der Anteil notleidender Kredite in der EU ist laut der EU-Kommission auf 3,3 Prozent gefallen. Doch der Durchschnittswert kaschiert eine entscheidende Tatsache.

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Der Anteil notleidender Kredite in der EU ist nach Angaben der EU-Kommission im Jahresvergleich um 1,1 Prozentpunkt auf 3,3 Prozent gefallen. Dies geht aus dem Vierten Fortschrittsbericht zu notleidenden Krediten hervor, der der WirtschaftsWoche vorab vorliegt. Offiziell wird die EU-Kommission den Bericht am kommenden Mittwoch vorstellen.

Die neuesten Zahlen beziehen sich auf das dritte Quartal 2018. „Der Anteil notleidender Kredite nähert sich dem Niveau vor der Krise an“, heißt es in dem Bericht. 2008 hatte die Quote unter drei Prozent gelegen. Insgesamt summieren sich die notleidenden Kredite in der EU aktuell auf 786 Milliarden Euro. Der Abbau notleidender Kredite gilt als Voraussetzung für eine gemeinsame Einlagensicherung in der EU, ein Projekt, dem die Bundesregierung sehr kritisch gegenübersteht.

Der EU-Durchschnittswert kaschiert die Tatsache, dass einzelne Länder immer noch stark unter faulen Krediten leiden. In Griechenland ist die Quote nur geringfügig auf 43,5 Prozent zurückgegangen, in Zypern beträgt sie 21,8 Prozent, in Portugal 11,3 Prozent. Italien weist mit 9,5 Prozent ebenfalls einen hohen Wert auf. Länder mit Ambitionen auf den Euro wie Bulgarien (8,6 Prozent) und Kroatien (7,9) Prozent verzeichnen ebenfalls hohe Anteile.

In 14 Mitgliedsländern ist die Quote dagegen auf unter drei Prozent gesunken. „Die Variationen zeigen, dass die Mitgliedsstaaten unterschiedlich von der Finanzkrise getroffen wurden“, schreibt die EU-Kommission.

Die EU-Kommission unterstreicht, dass faule Kredite nur weiter abgebaut werden können, wenn das Insolvenzrecht effektiv angewandt werde. Eine Harmonisierung des Insolvenzrechts sei aber schwierig, da dies in die Zuständigkeit der Mitgliedsstaaten falle.
Die EU-Kommission hält außerdem für wichtig, dass die Sekundärmärkte für notleidende Kredite wachsen. Gemeinsam mit der Europäischen Zentralbank, der Bankenaufsicht EBA will sie private Akteure dazu ermuntern, EU-weite Handelsplattformen zu schaffen. Gespräche zu diesem Thema werden fortgesetzt.

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