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Besucheransturm Touristen machen Spanien froh

Das Euro-Krisenland steuert auf einen Rekord bei den Besucherzahlen hin. Mallorca ist nahezu ausgebucht. Folge: Die Arbeitslosenzahl geht zurück. Doch sobald die Sonne verschwindet, kehrt die Krise zurück.

Hier müssen Touristen Urlaubssteuern zahlen
SpanienIn Barcelona zahlen Touristen pro Kopf und Übernachtung eine Sondersteuer. Je nach Hotelstandard werden zwischen 65 Cent und 2,50 Euro fällig. Quelle: Blumenbüro Holland/dpa/gms
Kapverdische InselnSeit Mai dieses Jahres müssen Touristen, die Urlaub auf einer der Kapverdischen Inseln machen, eine Touristensteuer bezahlen. Rund zwei Euro pro Kopf und Nacht zahlen Urlauber hier. Quelle: dpa
ItalienAuf den meisten Autobahnen in Italien wird eine streckenabhängige PkW-Maut erhoben. Je nach Fahrzeugklasse und strecke kommen Kosten von 1,50 Euro (von Palmanova bis Trieste mit dem Motorrad) bis 31 Euro (von Savona Vado bis Ventimiglia mit einem PkW mit Anhänger) auf die Urlauber zu. Auch für die Hotelübernachtung müssen Reisende noch einmal Extraabgaben zahlen: zwischen zwei und fünf Euro pro Person und Nacht. Quelle: REUTERS
FrankreichIn Frankreich zahlen Touristen - abhängig von ihrer Unterkunft, eine zusätzliche Steuer, die zwischen 20 Cent und 1,50 Euro pro Nacht beträgt. So fallen bei der Nacht im Fünf-Sterne Hotel zusätzlich 1,50 Euro an, die Übernachtung in der Jugendherberge kostet dagegen nur 20 Cent Steuern. Quelle: AP
ÖsterreichIn vielen Städten Österreichs müssen Touristen eine Ortstaxe bezahlen. In Wien können das rund drei Prozent des Übernachtungspreises sein, die der Gast noch einmal an Abgaben zahlen muss. Quelle: Blumenbüro Holland/dpa/gms
KroatienIn Kroatien zahlen Touristen pro Übernachtung eine Kurtaxe in Höhe von 50 Cent bis einem Euro. Quelle: Blumenbüro Holland/dpa/gms
DeutschlandSelbst hierzulande müssen Reisende diverse Extraausgaben einplanen: In Berlin, Bremen, Köln, Lübeck, Freiburg, Erfurt, Hamburg, Arzfeld, Bremerhaven, Eisenach, Goslar, Gera, Hürtgenwald, Kirchheim und Weimar zahlen Reisende die sogenannte Bettensteuer. Auf den Preis für eine Hotelübernachtung kommen also noch einmal fünf Prozent Steuern obendrauf. In vielen Kurorten wird außerdem noch die Kurtaxe fällig. Je nach Heilbad und Region können das bis zu drei Euro am Tag sein. Quelle: dpa

Wolkenloser Himmel und 33 Grad. Mallorca steht vor einem heißen Tag. Gut, dass das Mittelmeer mit rund 22 Grad Wassertemperatur eine willkommene Abkühlung bietet. Sonnig, aber nicht zu heiß, politisch stabil und eine kurze Anreise per Flugzeug: Spanien ist das internationale Sommer-Reiseziel Nummer Eins der Deutschen. Doch nicht nur hierzulande ist das Euro-Krisenland beliebt. Auch Briten, Russen und Skandinavier verbringen ihren Urlaub zunehmend an der Costa Brava, auf den Balearen, den Kanarischen Inseln oder an der Costa del Sol.

Mehr als 26 Millionen Urlauber kamen bereits von Januar bis Juni nach Spanien. Ein Plus im Vergleich zum Vorjahr von vier Prozent. 4,3 Millionen davon waren Deutsche (16 Prozent). Rang zwei hinter den Briten, die beinahe jeden vierten Touristen stellen. Mit einer Ausnahme: Mallorca bleibt fest in deutscher Hand. 40 Prozent aller Gäste haben einen deutschen Pass.

Setzt sich der Besucheransturm aus dem ersten Halbjahr fort, kann sich Spanien auf ein Superjahr freuen und den bisherigen Besucherrekord von 2007 mit knapp 59 Millionen ausländischen Gästen knacken. Die Chancen stehen gut: Die Belegungsrate der Hotels liegt im Juli und August seit Jahren zwischen 80 und 90 Prozent. In diesem Jahr seien bereits Anfang Juli 80 Prozent der Hotelbetten auf der gesamten Insel gebucht gewesen, teilte der Hoteliersverband Fehm mit. Die Zahl könne sich mit den erwarteten kurzfristigen Buchungen bis auf 100 Prozent erhöhen. Damit sei Mallorca in diesem Sommer das beliebteste Ferienziel am Mittelmeer.

Krise und Arbeitslosigkeit in Spanien

Davon profitiert freilich auch der krisengeplagte Staat. Schließlich gehört der Tourismus zu den wichtigsten Einnahmequellen und macht fast zehn Prozent des nationalen Bruttoinlandsproduktes aus. Auch auf dem Arbeitsmarkt sind die Folgen zu spüren. So ist die Zahl der gemeldeten Arbeitslosen in Spanien im Juni erneut stark zurückgegangen. Wie das Madrider Arbeitsministerium mitteilte, waren zuletzt 4,76 Millionen Erwerbslose registriert, 127.000 weniger als im Vormonat. Dieser Rückgang um 2,6 Prozent sei der größte in einem Monat seit Beginn der Erhebungen nach der jetzigen Methode im Jahr 1997 gewesen.

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