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Bettina Röhl Direkt

Die Schuldigen der Griechenlandkrise

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Eine Neugestaltung des Euro wird schwerer

Griechenland zu verkaufen
Airbus A340Der Verkauf von vier Flugzeugen des Typs Airbus A340 neues Geld in die leere griechische Staatskasse spülen. Griechenlands Premierminister Samaras erwartet, dass die Flieger der früheren Staatsairline Olympic Airways für jeweils 32,9 Millionen Euro veräußert werden können. Quelle: REUTERS
Öffentliche Telefonanlage in Athen
Lokomotive der griechischen Eisenbahngesellschaft OSE Quelle: dpa
Glücksspiel Quelle: OPAP
Akropolis in Athen
Griechische Euromünzen
GrundstückeAuf den Inseln Korfu und Rhodos will die griechische Regierung riesige Grundstücke am Meer verkaufen. Beim Ort Afantou auf Rhodos sind es 1,9 Millionen Quadratmeter und bei Kassiopi auf Korfu sind es 490.000 Quadratmeter. Quelle: gms

So schleppt sich der Euro von Tag zu Tag. Jeder Tag, an dem der Status quo dieses real existierenden Euros aufrechterhalten wird, kostet Geld. Eine qualitative Erneuerung dieses Währungskonstrukts, eine Neugestaltung des Euro vom Grunde auf, wird mit jedem Tag, der ins Land geht, schwerer und doch läge die einzige Chance der Besserung genau darin: weg mit dem Euro. Oder: her mit einem Euro der wenigen Länder Mitteleuropas, deren Volkswirtschaften eine hinreichende Kompatibilität hinsichtlich aller relevanten Eckpunkte, zum Beispiel Wirtschaftspolitik, Finanzpolitik und vorrangig Leistungsniveau im Weltmaßstab, aufweisen

Benötigt: Eine Dekonstruktion auf Leistungsvermögen

Einem Land wie Griechenland ist mit Reformen nicht zu helfen. Ganz abgesehen davon, dass notwendige Reformen auch stets verwässern und sich im Sande verlaufen. Ein Land wie Griechenland braucht eine Revolution, gleichsam eine systematische Dekonstruktion auf das eigene Leistungsvermögen quo ante zurück.

Die Griechen müssen den Gürtel in das Loch zurück schnallen, auf das dieser Gürtel vor zehn oder zwanzig Jahren eingestellt war. So etwas ist wirtschaftlich viel leichter gesagt als getan und nur so wenig beherrschbar, weil unübersehbare Dynamiken entfacht werden. Das Kunststück muss vollbracht werden, den aufgeblasenen Staatsapparat, aber auch die aufgeblasene Wirtschaft auf die Realität herunter zu dekonstruieren. Nur wenn sich die Griechen entsprechend ihrem Leistungsniveau bescheiden, kann es eine harmonische wirtschaftliche Entwicklung in Griechenland, und soweit Griechenland relevant ist, im Rest Europas geben. Das gilt auch für Spanien, Portugal, Irland und andere. Und damit diese Länder eine gute Entwicklungschance bekommen, benötigen sie die Möglichkeit, eine eigene Währungspolitik naturgemäß mit einer eigenen Währung betreiben zu können.

Revolution meint hier natürlich nichts anderes als den Währungsschnitt, der den Euro-Phantasten so schwer fällt. Die haltlose Griechenlandpolitik Europas und des Landes selbst, die den Griechen nicht erklärt, dass sie über ihre Verhältnisse leben, erzeugt den Nährboden für falsche, überkommene „Revolutionen“. Linksradikale Demagogen und Organisatoren von Massenstreiks und Massendemonstrationen, die mit irgendwelchen Gewaltparolen oder utopischen Phantasien gegen den eigenen Staat, aber auch gegen Europa vorgehen, sind genau die Kräfte, denen man das Feld nicht überlassen sollte.

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