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Bettina Röhl direkt

EuroVegas: Rote Karte für den spanischen Spielbank-Kapitalismus

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EuroVegas öffnet das Tor zu einem falschen Geist in Europa

EuroVegas ist in Wahrheit ein Rajoy-Gate. EuroVegas ist in Wahrheit ein spanisches Tor, das zu öffnen die europäischen Institutionen verhindern müssen. Da werden in Spanien Schleusen aufgerissen, die einen falschen Geist in Europa implementieren.  Und wenn das Projekt in die Hose geht, dann kommen in ein paar Jahren der spanische Staat und ein paar durch die spanischen Großprojekte neu kontaminierte Banken und halten die Hände auf für eine ESM-"Stütze".

Wenn Euro-Vegas Verluste einfährt, dann beginnen die buchhalterischen Rechenkünstler das Projekt schön zu rechnen. Dann schreibt der spanische Staat all seine Investitionen ab und die öffentliche Hand übernimmt alle möglichen Schulden, deren Übernahme bis zur Kenntlichkeit kaschiert werden wird. Und siehe da, plötzlich machen die Investoren entgegen allen früheren Kritikern doch noch Gewinne. Und wo der spanische Staat schon so viel Geld verloren hat, behält er dann auch weiterhin die Spendierhosen an, damit nicht alle Mühe umsonst gewesen ist.

Obama predigt der Welt, dass eine gesunde mittelständische Wirtschaft die Basis des ökonomischen Erfolges eines Landes sei, neben der Großindustrie, neben dem Handwerk und neben der Großzahl der so genannten "small businesses". Mit Las Vegas wollte noch kein US-Präsident die heimische Wirtschaft retten.

Das Prinzip Spielbank

Die gesellschaftlichen und regionalen Verwerfungen, die ein EuroVegas mit sich bringen kann, muss man gar nicht moralin und voller Empörung beklagen, und man muss das Klagen auch nicht der spanischen Linkspartei und den dortigen Empört-Euch-Leuten überlassen. Es handelt sich bei dem ganzen EuroVegas-Projekt nicht um einen Auswuchs von irgendeinem Turbo-Kapitalismus. Es handelt sich vielmehr um eine aus kapitalistischer Sicht vollkommen verblödete Idee, die fremdes staatliches Kapital verschwendet und das ist per se unmoralisch.

Ach ja und noch ein Punkt: Im Casino spielt niemand gern mit seiner Kreditkarte, weder möchte er, dass seine Bank und sein Finanzamt seine Einsätze sehen, noch möchte er, dass seine Gewinne sichtbar und kontrollierbar werden.  Also wird man wohl annehmen dürfen, dass EuroVegas ein Bargeldpfuhl werden soll. Spielgewinne sind für die Spieler steuerfrei. Und so hat man automatisch die uralte Leier auch hier: Jede Schwarzgeldeinnahme kann von jedem Kreti und Pleti mehr oder weniger mit der bloßen Behauptung, dass man in EuroVegas war, gewaschen werden.

Europa



Das Prinzip Spielbank

Euro-Land  wird von einem Zeitgeist beherrscht, der  die Banken unter Generalverdacht stellt, von einem Zeitgeist, der die Banken  kontrollieren oder auch zerschlagen will und sie unter staatliche Kuratel zu stellt. Und in Spanien soll jetzt das Pferd von hinten aufgezäumt werden und das Prinzip Spielbank zur Leitfigur gemacht werden, die eine Volkswirtschaft retten soll.

Es ist ein Gebot der Vernunft und der Fairness den spanischen Staat vor derlei Abzocke zu bewahren. Ein Vergnügungscasino-Komplex aus der Retorte mit echtem Stuttgart-21-Charme im Schatten zigtausender künstlich bewässerter Palmen hat große Chancen ein gnadenloser Flop zu werden und vergleichsweise geringe realistische Aussichten auch nur einigermaßen zu halten, was unverbindlich versprochen wird.

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