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Brexit Britischer Notenbankchef bleibt bis Anfang 2020 im Amt

Brexit: Britischer Notenbankchef bleibt bis Anfang 2020 im Amt Quelle: REUTERS

Mark Carney bleibt noch bis Januar 2020 Chef der Bank of England. Die zweite Verlängerung seiner Amtszeit soll die Suche nach einem Nachfolger erleichtern.

Der britische Notenbankchef Mark Carney verlängert wegen des 2019 anstehenden Brexit seine Amtszeit ein zweites Mal. Finanzminister Philip Hammond teilte dem Parlament am Dienstag mit, Carney haben sich bereiterklärt, sieben Monate länger an der Spitze der Bank of England zu bleiben und sie noch bis Ende Januar 2020 zu leiten. Der Zentralbankchef sicherte dem Finanzminister schriftlich zu, alles zu tun, um den Austritt Großbritanniens aus der EU erfolgreich zu gestalten und einen reibungslosen Übergang an der Notenbankspitze zu ermöglichen.

Carney hatte vor wenigen Tagen Medienberichte bestätigt, wonach er mit Finanzminister Hammond über eine Verlängerung seiner Amtszeit spreche. Hintergrund ist die Sorge, dass sich die Suche nach einem Nachfolger inmitten der stockenden Brexit-Verhandlungen schwierig gestalten könnte. Hammond sagte, Carney werde der Wirtschaft auf der Insel in der Übergangsphase des Brexit wesentliche Stabilität“ verleihen.

Premierministerin Theresa May erklärte über einen Sprecher, sie sei zufrieden mit Carneys Arbeit. Großbritannien will Ende März 2019 der Europäische Union den Rücken kehren. Der Kanadier Carney steht seit Juli 2013 an der Spitze der britischen Notenbank. Zunächst wollte er nur fünf seiner acht Amtsjahre absolvieren, entschied sich dann jedoch mit Blick auf den anstehenden Brexit, noch ein Jahr bis Mitte 2019 dranzuhängen.

Der oberste Währungshüter kämpft gegen die im Sog der Brexit-Entscheidung von 2016 steigenden Verbraucherpreise. Zudem hat die britische Wirtschaft an Schwung verloren. Zuletzt wurden auch weniger Arbeitsplätze geschaffen als von Experten erwartet. Die Unsicherheit über die künftigen Handelsbeziehungen mit der EU dämpft das Wachstum. Experten erwarten für die am Donnerstag anstehende Zinssitzung keine Erhöhung, zumal die britische Notenbank den geldpolitischen Schlüsselsatz bereits im August auf 0,75 Prozent angehoben hatte – der höchste Stand seit der Finanzkrise vor einem Jahrzehnt.

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