Brüssel „Ganz genaue Information“ über Anschlagrisiko

Brüssel ist nach Einschätzung der belgischen Regierung stark gefährdet, Ziel eines Terrorangriffs zu werden. Der belgische Ministerpräsident Charles Michel hatte am Samstag den Ausnahmezustand ausgerufen.

So soll der Kampf gegen den Terror verschärft werden
Innenminister Quelle: dpa
Eifelturm Quelle: dpa
Italien Quelle: dpa
G20-Vertreter Quelle: dpa
Schweden Quelle: dpa
Belgien reagierte auf den Terror in Paris mit Pass- und Fahrzeugkontrollen an der Grenze zu Frankreich Quelle: dpa
SpanienIn Spanien wurde erwartet, dass an der 656 Kilometer langen Grenze zu Frankreich deutlich mehr Sicherheitskräfte eingesetzt werden. Schon nach Anschlägen in Tunesien und Kuwait hatte Madrid im Juni den Alarm auf die zweithöchste Stufe 4 angehoben. Seitdem gelten für Flughäfen und Bahnhöfe, Atomanlagen und Botschaften verschärfte Schutzmaßnahmen. Quelle: AP
In Russland patrouillieren Polizisten und Soldaten auf Bahnhöfen und in Flughäfen, in Kaufhäusern und Sportstätten. Quelle: dpa
Italienische Polizisten stehen am 28.04.2011 auf dem Petersplatz in Rom. Quelle: dpa
Ein Demonstrant schwenkt am Donnerstag (30.06.2011) vor dem Parlament in Athen eine Griechenlandfahne. Quelle: dpa
Die Schweizer Flagge weht am Donnerstag (04.02.2010) auf dem Dach der Schweizer Botschaft in unmittelbarer Nähe zum Bundeskanzleramt (dahinter) in Berlin. Quelle: dpa
Österreichische Polizisten stehen am 28.10.2015 auf der österreichischen Seite der Grenze zwischen Österreich und Deutschland nahe Wegscheid (Bayern) vor Flüchtlingen. Quelle: dpa
Die Niederlande verschärften Kontrollen an ihren Grenzen sowie auf Fernbahnhöfen und dem Internationalen Flughafen Schiphol bei Amsterdam Quelle: AP
Als einziges nordisches Land reagierte Finnland mit verschärften Sicherheitschecks an Häfen und Flughäfen. Quelle: dpa
Am Grenzübergang Röszke 1 nach Ungarn, der geschlossen ist, stehen am 15.09.2015 ungarische Polizisten neben der Autobahn. Quelle: dpa
In Guben (Brandenburg) gehen die polnische Polizistin Monika Mojsiejonek und der deutsche Polizeihauptkommissar Ingo Barzik am 02.07.2015 gemeinsam auf Streife. Quelle: dpa
Rio de Janeiro Quelle: REUTERS

In Belgien haben die Behörden für die Hauptstadtregion Brüssel die höchste Terrorwarnstufe ausgerufen. Die U-Bahn blieb am Samstag in der belgischen Hauptstadt komplett geschlossen, nur Busse und Straßenbahnen fuhren. Stufe 4 bedeutet „eine ernste und unmittelbare“ Bedrohung, wie das nationale Krisenzentrum in der Nacht zu Samstag mitteilte. Vorausgegangen sei eine „neue Beurteilung“ der Lage. Die Hintergründe blieben zunächst unklar.

Nach der islamistischen Terrorserie in der französischen Hauptstadt Paris von vergangener Woche führen die Spuren auch nach Belgien. Der mutmaßliche Organisator der Attentate, Abdelhamid Abaaoud, war Belgier mit marokkanischen Wurzeln und lebte früher in der Brüsseler Gemeinde Molenbeek.

Ein Sprecher des Krisenzentrums sagte im belgischen Radio: „Die Empfehlungen an die Bevölkerung sind sehr einfach: Wir bitten darum, Plätze mit vielen Menschen in der Hauptstadtregion Brüssel zu vermeiden, also Konzerte, Großereignisse, Bahnhöfe, Flughäfen und den öffentlichen Personennahverkehr.“ Das Krisenzentrum riet auch, keine Fußballspiele der ersten und zweiten Liga an diesem Wochenende auszutragen.

Im Rest Belgiens gilt den Angaben zufolge weiter die Stufe 3, was einer „möglichen und wahrscheinlichen“ Bedrohung entspricht. Belgiens Premierminister Charles Michel rief für den Vormittag (09.00 Uhr)eine Sitzung des nationalen Sicherheitsrates ein, um über weitere Sicherheitsmaßnahmen zu beraten. Brüssel ist auch der Sitz der Einrichtungen der Europäischen Union und der Nato.

Der mutmaßliche Drahtzieher der Pariser Attentate, Abaaoud, war am Mittwoch bei einem Einsatz französischer Spezialkräfte in Saint-Denis nördlich von Paris ums Leben gekommen. Zudem fahndet die Polizei immer noch nach dem Terrorverdächtigen Salah Abdeslam, der in Brüssel wohnte. In den vergangenen Tagen gab es mehrere Anti-Terror-Razzien in Brüssel, gegen drei Verdächtige wurde inzwischen Haftbefehl erlassen.

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Die Metro habe am Morgen nicht geöffnet, sagte die Sprecherin des Verkehrsbetreibers STIB, Françoise Ledune, im belgischen Radio RTBF. Dies werde den ganzen Tag so bleiben: „Die Metro bleibt geschlossen bis zum Ende des Betriebs.“ Danach werde mit den Behörden entschieden, ob am Sonntag wieder Metro-Bahnen fahren werden oder nicht.

Auch beim Zugverkehr gab es zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen. So patrouillierte das Militär in den großen Brüsseler Bahnhöfen sowie am Brüsseler Flughafen. Es ist nicht das erste Mal, dass in Belgien die höchste Terrorstufe gilt. Nach Angaben des RTBF wurde sie zuletzt im Mai 2014 nach dem Attentat auf das jüdische Museum, bei dem ein Islamist vier Menschen erschoss, für jüdische Einrichtungen ausgerufen.

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