Bundesbankpräsident Weidmann hält Wirkung von EZB-Strafzins für überschaubar

Bundesbankpräsident Jens Weidmann hält die Wirkung des Strafzinses auf Bankeinlagen bei der EZB für überschaubar und lehnt ein Abwertung des Euro zu Gunsten der Exportwirtschaft ab.

So bedrohlich sind die größten Banken der Welt
Klasse 1 – UBS, Santander, Royal Bank of Scotland Quelle: AP
Klasse 1 – Morgan Stanley Quelle: REUTERS
Klasse 1 – Standard Chartered Quelle: REUTERS
Klasse 1 – Unicredit Quelle: dpa
Klasse 2 – Barclays Quelle: dpa
Klasse 2 – Wells Fargo Quelle: REUTERS
Klasse 2 – Industrial and Commercial Bank of China Quelle: REUTERS

Im „Focus“ dämpfte Weidmann die Erwartung, dass der negative Einlagenzins die Kreditvergabe spürbar ankurbeln wird: Im Süden der Eurozone sei die Kreditvergabe auch deshalb schwach, weil viele Firmen angesichts der schwachen Wirtschaft kaum frisches Geld nachfragten. Daran werde der negative Einlagezins wenig ändern. Insgesamt habe er dem jüngsten Notfallpaket der EZB mit „Bauchschmerzen“ zugestimmt, weil er es angesichts der niedrigen Inflation für vertretbar halte, sagte Weidmann.

Die Rolle der EZB nach dem Maastricht-Vertrag

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte am 5. Juni den Leitzins von 0,25 Prozent auf 0,15 Prozent gesenkt. Damit kommen Banken noch günstiger an Zentralbankgeld. Außerdem müssen die Institute künftig 0,10 Prozent Strafzinsen auf Geld zahlen, das sie bei der EZB parken. Das soll Banken dazu bringen, mehr Kredite an Unternehmen und Verbraucher auszugeben und so die Konjunktur anzukurbeln.

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Der negative Einlagezins zielt auch darauf, die Inflation anzutreiben: Indem er den Euro schwächt und so Importe verteuert. Vor einer künstlichen Abwertung des Euro als Mittel gegen die Wirtschaftsschwäche in manchen Eurostaaten warnte Weidmann: „Wettbewerbsfähigkeit lässt sich nicht durch eine Abwertung herbeiführen, sie entsteht in den Unternehmen durch attraktive Produkte, die sich auf den Märkten behaupten.“ Aus Frankreich und Italien hatte es wiederholt Forderungen nach Schritten gegen den zuletzt relativ starken Euro gegeben. Ein hoher Eurokurs verteuert Exporte aus dem Euroraum in Länder außerhalb des Währungsraums.

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