Cybersicherheit: Sicherheitsexperten: China könnte bei Nato-Gipfel dank Huawei mithören
Vor dem Nato-Gipfel in Madrid mehren sich Sicherheitsbedenken. Dabei im Mittelpunkt: China und das Telekommunikationsunternehmen Huawei.
Foto: imago imagesSicherheitsexperten befürchten, dass China beim Nato-Gipfel in Madrid Ende des Monats mithören könnte. Der britische Mobilfunkanbieter Vodafone hat vor dem Nato-Gipfel vom 28. bis 30. Juni seine Mobilfunkkapazitäten rund um das Konferenzzentrum erweitert. „Dabei wurde Technologie des chinesischen Anbieters Huawei verwendet“, heißt es in Sicherheitskreisen, wie die WirtschaftsWoche berichtet.
In Großbritannien darf Vodafone seit September 2021 keine Mobilfunktechnologie von Huawei verbauen und muss sie bis 2027 aus dem 5G-Netz entfernen. Die britische Regierung hält die Komponenten aus China für ein Sicherheitsrisiko. Auch nach EU-Regeln sollen Mobilfunkanbieter nur noch die Technologie von „vertrauenswürdigen Herstellern“ verwenden, um Lauschangriffe aus China und anderen Ländern abzuwenden. Doch Spanien hat sich Zeit gelassen mit der Umsetzung.
Eine Liste von „vertrauenswürdigen Herstellern“ wird die Regierung wohl erst nach dem Gipfel vorlegen. Vodafone und Huawei haben in der Vergangenheit in Spanien zusammengearbeitet, 2018 wurde in einem Pilotprojekt der Stadt Madrid die erste Huawei-Antenne installiert. Seit 2019 hat Vodafone gemeinsam mit Huawei in Spanien die 5G-Technologie eingeführt.
Vodafone macht keine Angaben, von welchem Hersteller im Umfeld des Konferenzzentrums Komponenten im Einsatz sind. Auch der Gastgeber Spanien und die Nato schweigen sich dazu aus. Zum Nato-Gipfel werden mehr als 40 Staats- und Regierungschefs erwartet, auch aus Partnerländern in Asien. In Madrid soll das neue Strategiekonzept verabschiedet werden, in dem China als strategischer Wettbewerber bezeichnet wird.
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