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Denkfabrik

"Das Wettbewerbsproblem der Euro-Zone wird größer"

Die deutsche Wirtschaft wird in diesem Jahr moderat wachsen. Die europäischen Nachbarn werden weiter abgehängt.

Das sind die korruptesten Länder Europas
Eine Hand reicht einen Umschlag mit Bargeld über einen Schreibtisch. Quelle: dpa/dpaweb
Maori warrior perform during an official maori welcome to Britain's royals, Prince Charles (unseen) and his wife Camilla (unseen) Quelle: dpa
An Swedish embassy employee adjusts a Swedish Quelle: dpa
The Swiss flag is projected on the international headquarters of Nestle, Quelle: dpa
A Dutch supporter, his face painted in the colors of the national flag Quelle: AP
Das Brandenburger Tor ist in den frühen Morgenstunden am 05.12.2012 in Berlin hinter einem beleuchteten Tannenbaum zu sehen. Quelle: dpa
A woman leaves a government job center in Madrid Quelle: dapd

Nach den Schockwellen der Finanz- und Euro-Krise wird das Jahr 2013 hoffentlich ein Jahr der Konsolidierung. Die überschuldeten Industriestaaten inklusive der USA und besonders die Krisenländer Südeuropas müssen ihre Staatsfinanzen nachhaltig in Ordnung bringen. Diese schmerzhafte Konsolidierung ist unerlässlich für die Gesundung der Weltwirtschaft.

Natürlich belastet dies temporär die Konjunktur. Die Weltwirtschaft wird aber trotz der konjunkturellen Bremseffekte im neuen Jahr nicht in eine Rezession abgleiten. Dazu sind die Schwellenländer zu gut unterwegs. Ihre Dynamik hilft auch Deutschland – wir sind heute viel mehr von der Weltwirtschaft als von der Wirtschaftslage der Euro-Zone abhängig. Im Jahr 1995, als beim Gipfel von Madrid die Staats-und Regierungschefs die Einführung des Euro verbindlich ankündigten, lieferte die deutsche Wirtschaft 47 Prozent ihrer Exporte in die Länder, die heute den Euro-Raum bilden. 2011 waren es nur noch knapp 40 Prozent.

Rezession voraus

Insofern ist Deutschland von den konjunkturellen Ungleichgewichten im Euro-Raum nicht mehr allzu stark betroffen. Während die stabilitätsorientierten Länder des ehemaligen sogenannten D-Mark-Blocks (Deutschland, Niederlande, Finnland, Österreich) in diesem Jahr voraussichtlich um 0,5 Prozent wachsen werden, droht im Rest der Euro-Zone eine Schrumpfung um 0,6 Prozent. Insgesamt dürfte die Wirtschaftstätigkeit im Euro-Raum um 0,2 Prozent fallen.

Deutschland hingegen wächst seit der Überwindung der ersten Welle der Finanzkrise, konkret seit Sommer 2009, schneller als die meisten anderen Länder des Euro-Raums, nachdem es zuvor jahrelang Schlusslicht oder Vizeschlusslicht beim Wirtschaftswachstum war. Ein Grund dafür: Vor der Finanzkrise hatte der Euro zu einem massiven Kapitalabfluss aus Deutschland geführt. Erst nach dieser Krise zog sich das private Kapital wieder nach Deutschland zurück. Nur wegen des massiven öffentlichen Kapitalexports durch die Bundesbank über das Target2-System und die europäischen Rettungsschirme kam es nach und während der Krise per saldo rechnerisch dennoch zu einem Nettokapitalexport der Bundesrepublik.

Der Rückfluss des Kapitals hat in Deutschland einen Bauboom ausgelöst und zur Stärkung der Ausrüstungsinvestitionen beigetragen. Dies war 2010 und 2011 neben dem Export der Haupttreiber des Wachstums. Im Jahr 2012, das ganz im Zeichen der Wiederbelebung des Kapitalflusses nach Südeuropa unter dem Geleitschutz öffentlicher Rettungsschirme stand, kühlte sich die Investitionskonjunktur allerdings bei den Ausrüstungsinvestitionen deutlich und beim Bau ein wenig ab.

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