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Denkfabrik So gelingt Griechenlands Euro-Exit

Exklusiv

Der Austritt Griechenlands aus der Europäischen Währungsunion rückt immer näher. Das ist für die Euro-Zone kein Unglück - und für die Griechen erst recht nicht. Zwölf Fragen und Antworten zu den ökonomischen Vorteilen und dem möglichen Ablauf eines Abschieds von Athen.

Eine Euro-Münze und eine Drachme Quelle: dpa

1. Warum ist der Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone unvermeidlich?

2. Warum geht das nicht, indem Griechenland im Euro bleibt und die Preise und Löhne entsprechend senkt?

Die Gewerkschaften machen das nicht mit, und selbst wenn sie es täten: Die Bankschulden der Firmen lassen sich nur abwerten, wenn alles auf Drachme umgestellt wird.

3. Ist es nicht Deutschland gelungen, im Euro-Raum billiger zu werden?

Deutschland hat für eine reale Abwertung von 22 Prozent gut 13 Jahre gebraucht, und auch das ging mit Massenarbeitslosigkeit einher. Aber während Deutschlands Abwertung durch Inflation im Rest Europas zustande kam, muss Griechenland tatsächlich mit den Preisen runter – eine Inflationsstrategie in Europa trägt Deutschland nicht mit. Die griechische Situation ist eher mit der Weimarer Republik vergleichbar. Deutschland musste von 1929 bis 1933 um 23 Prozent deflationieren, weil es an den Goldstandard gebunden war und die anderen Länder abwerteten.

4. Sollte die Staatengemeinschaft Griechenland mit einem neuen Marshall-Plan helfen?

Geht man von der gleichen Proportion zum Bruttoinlandsprodukt aus wie bei Deutschland nach dem Krieg, müsste Griechenland aus einem solchen Aufbauprogramm rund vier Milliarden Euro erhalten. Tatsächlich sind den Griechen über die Rettungsschirme, die Staatspapierkäufe der Europäischen Zentralbank (EZB), die Target-Kredite der EZB und den Schuldenschnitt bereits 460 Milliarden Euro an Hilfen gewährt worden. Das sind 116 Marshall-Pläne. Geholfen hat es wenig.

Wer sich gegen Merkels Euro-Kurs stellt
Klaus-Peter Willsch (CDU)Willsch ist seit 2000 im Vorstand der hessischen CDU und seit 1998 - stets direkt gewählt - Bundestagsmitglied, wo er im Haushaltsausschuss seit 2005 dem Unterausschuss zu EU-Angelegenheiten vorsitzt. Quelle: Reuters
Alexander Funk (CDU)Der 37-jährige Kaufmann aus dem Saarland schaffte 2009 als erster CDU-Abgeordneter seit 1965 einen Wahlsieg im Wahlkreis Homburg. Quelle: CDU
Veronika Bellmann (CDU)Die ehemalige Erzieherin und Kauffrau aus dem Erzgebirge ist seit 2002 Bundestagsmitglied. Quelle: CDU-/CSU-Fraktion
Manfred Kolbe (CDU)Der ehemalige sächsische Staatsminister der Justiz sitzt bereits seit fast zwei Jahrzehnten im Bundestag. Quelle: dpa
Thomas Dörflinger (CDU)Der ehemalige RTL-Radio-Journalist aus Baden sitzt seit 1998 im Bundestag, wo bereits sein Vater Werner Politik machte. Der Katholik ist Vorsitzender des Kolpingwerks. Quelle: CDU/CSU-Fraktion
Sylvia Canel (FDP)Gymnasiallehrerin aus Hamburg und Bundestagsmitglied seit 2009. Seit 2012 ist sie Landesvorsitzende der FDP Hamburg. Quelle: PR
Lutz Knopek (FDP)Seit 2009 ist er Mitglied des Deutschen Bundestages. Dort ist Mitglied im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit sowie im Sportausschuss. Knopek ist zudem Mitglied im Landesvorstand der FDP Niedersachsen. Quelle: PR

5. Helfen andere Maßnahmen wie die Senkung der Lohnstückkosten oder Strukturreformen?

Ja, aber sie verbessern die Wettbewerbsfähigkeit nur in dem Maße, wie sie die Preise senken. Bislang sind die griechischen Preise trotz Krise sogar gestiegen.

6. Drohen nicht Ansteckungseffekte, wenn Griechenland austritt?

Ansteckungseffekte gibt es in beide Richtungen. Wenn Griechenland im Euro bleibt und weiter gestützt wird, müssen die starken Länder am Ende auch Portugal, Spanien, Italien und letztlich auch Frankreich finanzieren. Dann stützt die eine Hälfte der Euro- Zone die andere, ein Ding der Unmöglichkeit. Eine solche Politik verhindert die reale Abwertung der überteuerten Länder und zieht die noch gesunden Staaten in den Abgrund.

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