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Denkfabrik

Schuldenkrise schafft weltweite Kollateralschäden

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Worst-Case-Szenario ausgeblendet

Sicherer Hafen Deutschland
Die Deutsche Bank in Frankfurt am Main Quelle: dpa
Das Schild einer Commerzbank-Filiale mit Logo hängt unweit der Zentrale der Commerzbank in Frankfurt am Main Quelle: dpa
Mitarbeiter der Sparkasse schauen in Kordel bei Trier in die Fluten Quelle: dpa
"LBBW" steht in Stuttgart auf einem Schild vor der Landesbank Baden-Wuerttemberg Quelle: dapd
Ein Volksbanken-Raiffeisenbanken-Schild Quelle: dpa
DZ-Bank Quelle: REUTERS
ING Quelle: REUTERS

Spürbare Auswirkungen hat die Euro-Krise auch auf die Länder, die den Wechselkurs ihrer Währung an einen Korb gebunden haben, in dem der Euro enthalten ist. Die Anteile der einzelnen Währungen im Korb sind zumeist Geheimsache, können aber anhand von Näherungswerten wie dem Anteil der Korbländer am Handel mit dem entsprechenden Land geschätzt werden. China ist ein solches Land, nachdem es die einseitige Bindung an den Dollar aufgegeben hat und seinen Wechselkurs flexibler gegenüber mehreren Währungen in Richtung kontrollierter Aufwertung bestimmt.

Solange Chinas Wirtschaft zu überhitzen drohte und die Gefahr importierter Inflation bei einseitiger Dollar-Bindung das wichtigste Problem Chinas war, bot sich ein höheres Gewicht des Euro im Währungskorb an, weil vom Euro erwartet wurde, dass er im Trend gegenüber dem Dollar eher auf- als abwerten würde. Im Zuge der schwächeren Konjunktur haben sich die Prioritäten Chinas jedoch verschoben. Statt die Inflation zu bekämpfen, konzentrieren sich Regierung und Zentralbank darauf, die Konjunktur anzukurbeln und die Exportmärkte zu sichern. Daher könnte es für China sinnvoll sein, dem nun schwächelnden Euro ein größeres Gewicht im Währungskorb zu geben. Um zu verhindern, dass der Renminbi gegenüber dem Euro aufwertet und die chinesischen Exporte verteuert, müsste China verstärkt Euro kaufen und halten. Chinas Führung weiß, dass dies wohldosiert geschehen muss, damit die Finanzmärkte dadurch das Vertrauen in den Dollar nicht verlieren.

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Inflationsziel in Gefahr

Eine dritte Gruppe von Ländern hat sich von jeder offiziellen Wechselkursbindung gelöst und verfolgt stattdessen ein Inflationsziel. Je enger ein Land aus dieser Gruppe wirtschaftlich mit dem Euro-Raum verflochten ist (Beispiel: Tschechien und Türkei), desto wahrscheinlicher ist es, dass die Euro-Krise die Zinspolitik des Landes beeinflusst. Aus Angst, die Rezession im Euro-Raum könnte auf die eigene Wirtschaft überspringen und die Finanzierungsbedingungen verschlechtern, könnten die Zentralbanken ihre Geldpolitik lockern – auch, wenn der schwache Euro ihre Währung mit nach unten zieht und so das Inflationsziel in Gefahr gerät.

Diese Szenarien blenden den Worst Case, den Zerfall der Euro-Zone, aus. Käme es dazu, hätte dies dramatische Folgen und stellte viele Länder vor die Alternative, sich bei der Fortsetzung von expliziten oder impliziten Wechselkursbindungen entweder einer im Trend aufwertenden „Nord-Zone“ oder einer im Trend abwertenden „Süd-Zone“ anzuschließen. Einiges spricht dafür, dass nach den Erfahrungen im Euro-Raum die Anbindung an den Süden als einfacherer Weg gesehen würde. In jedem Falle wäre der Riss, den der Zerfall verursachen würde, nicht auf den Euro-Raum beschränkt, sondern würde sich in Drittländern fortsetzen. Das Thema „weitere Integration der Weltwirtschaft“ hätte sich vorerst erledigt.

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