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Départementswahlen Sarkozys Konservative triumphieren

Die Sozialisten des französischen Präsidenten François Hollande erleiden eine deutliche Wahlschlappe. Der rechtsextreme Front National feiert ein starkes Ergebnis.

Sarkozys Konservative triumphieren Quelle: dpa

Die konservative UMP hat die Départementswahlen in Frankreich am Sonntag klar gewonnen. Für die regierenden Sozialisten von Präsident François Hollande geriet die Abstimmung angesichts der maroden Wirtschaftslage und der hohen Arbeitslosigkeit zum Debakel. Der rechtsextreme Front National holte ein vergleichsweise starkes Ergebnis, konnte jedoch kein Département erringen.

Teilergebnissen zufolge wird die UMP von Ex-Präsident Nicolas Sarkozy die Kontrolle in 66 bis 70 der insgesamt 98 Départements übernehmen. Die regierenden Sozialisten von Präsident François Hollande verloren hingegen die Vorherrschaft in der Hälfte der bisher von ihnen gehaltenen Räte. Das Innenministerium teilte später mit, auf die UMP seien nach Auszählung von 66 der 90 Regionen 46 Prozent der Stimmen entfallen, auf die Partei von Hollande 34 Prozent.

Woran Frankreich krankt


Premierminister Manuel Valls räumte den Sieg der UMP ein. „Es ist nicht abzustreiten“, sagte er am Abend. Er machte die Zersplitterung des linken Lagers, aber auch seinen Aufruf zur Abstimmung gegen den Front National für die eigene Niederlage verantwortlich. Er hatte nach der ersten Runde der Wahl in der vergangenen Woche alle Wähler aufgefordert, in der Stichwahl gegen die FN-Kandidaten zu stimmen, auch wenn ihre Stimme damit an einen Konservativen ginge.

Ex-Präsident Sarkozy erklärte, die Rechte würde nach der Bestätigung durch die Wahl die Wachablöse vorbereiten und den Absturz Frankreichs durch den Sozialismus wieder rückgängig machen. Den Sozialisten warf er „Lügen, Leugnung und Unvermögen“ vor.

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Die Sozialisten bekamen mit dem Wahlergebnis den Denkzettel für ihre nach Ansicht vieler Franzosen fehlgeschlagene Wirtschaftspolitik. Ihnen ist es nicht gelungen, die Konjunktur anzukurbeln und mehr Arbeitsplätze zu schaffen. Die konservative UMP hofft deshalb auch auf nationaler Ebene auf ein Comeback.

Beide Parteien fürchten aber den Aufstieg des FN, der mit seinen ausländerfeindlichen Parolen bei den vergangenen Wahlen punkten konnte. Zunächst stehen nun im Dezember Kommunalwahlen an. Die Wähler bestimmten am Sonntag 4108 Abgeordnete in den Parlamenten der 98 Départements. Auf den Wahlzetteln standen immer je ein Mann und eine Frau, was garantieren soll, dass die Hälfte aller Abgeordneten Frauen sind.

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