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Deutsche als Buhmänner Schweizer streiten über „Masseneinwanderung“

Auch in der Schweiz tobt ein Zuwanderungsstreit - mit Deutschen statt Bulgaren als abschreckenden Beispielen. „Masseneinwanderung stoppen“, fordern Rechtspopulisten. Verträge mit der EU sollen geändert werden.

Für EU-Bürger wird der Umzug in die Schweiz schwieriger: Die Alpenrepublik begrenzt die Zuwanderung. Quelle: dpa

An deutschen Stammtischen sind es Bulgaren und Rumänen, in der Schweiz hingegen müssen eher Deutsche als Buhmänner für Zuwanderungsdebatten herhalten. Gern wird zwischen Bern und St. Gallen die von der Boulevardzeitung „Blick“ formulierte Frage erörtert: „Wie viele Deutsche verträgt die Schweiz?“. Sie ist Teil eines heftigen Streits um die Initiative der national-konservativen Schweizerischen Volkspartei (SVP) „gegen Masseneinwanderung“.
Ähnlich wie in der deutschen „Ausländerdebatte“ bleiben auch in der Schweiz Fairness und Anstand gelegentlich auf der Strecke. Als kürzlich unweit des Vierwaldstättersees ein Schweizer Kampfjet abstürzte und dabei ein deutscher Militärmediziner umkam, twitterte der SVP-Politiker Christoph Mörgeli: „Warum arbeiten Deutsche als Fliegerärzte der Schweizer Armee? Sorry, hier hat's einfach Grenzen!“
Der Mediziner war wenige Jahre zuvor in die Schweiz übergesiedelt. Wie Zehntausende andere - oft bestens qualifizierte - Europäer hatte er das 2002 in Kraft getretene Abkommen zwischen der Schweiz und der EU über Personenfreizügigkeit genutzt. Rund 300 000 Deutsche leben derzeit in der Alpenrepublik. Mit einem Anteil von fast 16 Prozent unter den 1,8 Millionen Ausländern stehen sie insgesamt an zweiter Stelle hinter den Italienern, in der Deutsch-Schweiz gar an erster.

Der Zuzug von Bundesbürgern hat sich mit der Verbesserung der deutschen Wirtschaftslage zwar verlangsamt. Doch die Schweiz bleibt das beliebteste Auswanderungsziel für Deutsche. Sie verdienen hier gutes Geld als Ärzte, Forscher oder Manager. Auch als Kellner - was Schwyzertütsch sprechende Eidgenossen manchmal zu der bissigen Frage veranlasst, ob man seine Bestellung „jetzt nur noch auf Hochdeutsch aufgeben darf“. Zudem wird Einwanderern aus dem vergleichsweise riesigen Nachbarland, das dauernd im Fußball gewinnt, Arroganz und mangelnde Anpassung an schweizerische Sitten nachgesagt.

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