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+++Die Ereignisse im Überblick+++ Der Ball liegt "überdeutlich" bei den Griechen

Der Druck, eine schnelle Einigung zu erzielen, wächst. Neue Vorschläge legte Athen nicht vor. Die Alten wurden nur leicht verändert. Italiens Ministerpräsident Renzi hält eine schnelle Lösung trotzdem für möglich.

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Die Folgen eines „Grexits“
Das Nationalgetränk der Griechen droht für einen normalen Arbeiter zum unbezahlbaren Luxusgut zu werden: Ein Frappé, also eine Nescafé mit Milch, Eiswürfeln und einem Strohhalm kostete kurz vor der Einführung des Euro etwa 100 Drachmen. Das entsprach damals rund 30 Euro-Cent. Als die Griechenland-Krise ausbrach, vor etwa sieben Jahren, kostete ein Frappé bereits zwischen 2,50 und drei Euro. Quelle: dpa
Noch im Laufe des Aprils muss Griechenland zwei Staatsanleihen im Wert von 2,4 Milliarden Euro an seine Gläubiger zurückzahlen. Im Mai werden weitere 2,8 Milliarden Euro fällig, von Juni bis August muss Athen noch einmal mehr als zwölf Milliarden Euro an Schulden zurückzahlen. Woher das Geld kommen soll, ist völlig unklar. Quelle: dpa
Die sozialen Probleme sind groß, die Renten wurden gekürzt, die Arbeitslosigkeit ist hoch. Die Regierung Tsipras plant deshalb Steuererleichterungen und die Wiedereinstellung von Beamten. Allein diese Maßnahmen werden im laufenden Jahr nach Berechnungen der griechischen Regierung mindestens zwölf Milliarden Euro zusätzlich kosten. Quelle: dpa
Schon seit Wochen ist von einem „Grexit“ die Rede, dem Austritt Griechenlands aus der Währungsunion, vielleicht sogar verbunden mit einem drastischen Schuldenschnitt. Hinter der öffentlichen Spekulation könnte Absicht stecken. Quelle: ap
Würde eine neu eingeführte Drachme gegenüber dem Euro abwerten, könnte sich die griechische Regierung nach und nach leichter entschulden. Ein Austritt der Griechen aus dem Euro böte auch noch andere Vorteile: So würde die griechische Export-Wirtschaft von einer Abwertung der Landeswährung profitieren. Quelle: dpa
Besonders teuer würde ein „Grexit“ für Menschen mit geringem Einkommen und den Mittelstand mit Sparguthaben auf  griechischen Bankkonten, während das Geld reicher Griechen im Ausland unangetastet bliebe. Quelle: dpa
Die Gläubiger werden so oder so auf Reformen beharren. Für Tsipras kommt es deshalb eigentlich nur darauf an, seinen eigenen Wählern gegenüber eine möglichst gute Figur in den Verhandlungen abzugeben. Das gilt allerdings auch für seine europäischen Partner auf der anderen Seite des Verhandlungstisches. Für alle Beteiligten ist es wichtig, dass eine Lösung der griechischen Haushaltsprobleme möglichst wenige Kollateralschaden verursacht. Quelle: dpa

+++19.31 Uhr+++

Griechenland dürfte nach Worten des irischen Finanzministers Michael Noonan ein umfangreiches Hilfsgesuch beim europäischen Rettungsfonds ESM stellen. Eine Vereinbarung zu Griechenland müsse bis Montag fertig sein.

+++18.55 Uhr+++

Es gehe „nicht mehr um Wochen (...), sondern um wenige Tage“, sagt Bundeskanzlerin Angela Merkel vor Beginn des Sondergipfels der Eurostaaten Brüssel. Die Europartner pochen auf glaubwürdige Reformen als Gegenleistung für neue Hilfsmilliarden. Die Spitzenpolitiker machen vor dem Gipfel in Brüssel deutlich, dass es keine Zeit mehr zu verlieren gebe, um das Krisenland vor der Pleite und dem Austritt aus dem Eurogebiet zu bewahren. Merkel betonte, dass Griechenland Reformen umsetzen müsse, um neue Hilfen zu erhalten. Leistung und Gegenleistung gehörten zusammen. „Ohne Solidarität und ohne Reformen ist der Weg, den wir zu gehen haben, nicht möglich.“

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    +++18.48 Uhr+++

    Griechenlands Ministerpräsident Tsipras hat US-Präsident Barack Obama telefonisch über den neuesten Stand der Beratungen zur griechischen Schuldenkrise informiert. Das hat das Weißen Haus bestätigt. Dabei habe Tsipras Obama erklärt, dass Athen einen „Überbrückungskredit“ von seinen internationalen Geldgebern wünsche, bis eine nachhaltige Lösung des Problems erreicht sei, heißt es aus griechischen Regierungskreisen in Brüssel. Obama habe seinerseits die Hoffnung geäußert, dass die Verhandlungen zwischen Athen und den Gläubigern bald erfolgreich abgeschlossen werden könnten, damit Griechenland im Euroraum bleibt. Tsipras hatte am Vormittag mit US-Finanzminister Jacob Lew über das gleiche Thema gesprochen.

    +++18.35 Uhr+++

    Der italienische Ministerpräsident Matteo Renzi hält nach eigenen Worten eine Lösung im Streit mit Griechenland in den nächsten Stunden mit gutem Willen für möglich.

    +++18.09 Uhr+++

    Ein griechischer Regierungsvertreter erklärt, die vor einer Woche gemachten Vorschläge der griechischen Seite seien mit kleinen Änderungen weiterhin aktuell. Angestrebt werde eine Einigung, durch die das Bankensystem wieder Liquidität erhalte.

    An Griechenland hängt mehr als nur der Euro

    +++18.01 Uhr+++

    Die Ungewissheit über den Ausgang neuer Krisengespräche zu Griechenland hat den deutschen Aktienmarkt am Dienstag stark belastet. Nach einem freundlichen Handelsauftakt bröckelte der Dax im Verlauf stetig ab und notiert am Ende 1,96 Prozent tiefer bei 10.676,78 Punkten. Damit fällt der Leitindex auf das Niveau von Mitte Februar zurück.

    +++17.53 Uhr+++

    "Ich bin gegen einen Grexit", sagt EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker im Europaparlament. "Ich habe es bedauert, dass die griechische Delegation den Verhandlungstisch verlassen hat. Das tut man nicht in Europa", so Juncker. Es sei aber gut, dass man sich nun wieder zusammensetze. Eine Lösung werde es aber heute sicher nicht mehr geben. Dafür sei großer Einsatz notwendig - insbesondere der Griechen. "Hätten sich alle so bemüht, wie die Europäische Kommission wären wir heute nicht da, wo wir sind." Der Ball liege "überdeutlich" im Lager der Griechen, so Juncker. und "sie müssen jetzt in Brüssel beweisen, dass sie weiterkommen wollen."

    Bettel: "Tsipras muss liefern"

    +++17.46 Uhr+++

    Die griechische Regierung müsse sehr schnell klarmachen, wie ihre mittelfristige Planung aussieht, fordert der französische Präsident Francois Hollande. Nötig seien sicher kurzfristige Hilfen, die aber an Bedingungen geknüpft würden. "Wir brauchen solche Reformvorschläge so schnell wie möglich - so schnell wie möglich. Und um abzuschließen: so schnell wie möglich", sagt Hollande.

    +++17.44 Uhr+++

    Der luxemburgische Regierungschef Xavier Bettel fordert seinen griechischen Kollegen Alexis Tsipras auf, schnell Vorschläge vorzulegen. "Tsipras muss liefern", sagt der derzeitige Vorsitzende der EU-Ratspräsidentschaft. "Es müssen auch Vorschläge sein, mit denen die anderen 18 Euro-Länder leben können."

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      +++17.24 Uhr+++

      Das pleitebedrohte Griechenland will bis Mittwoch einen neuen Antrag auf Rettungskredite aus dem Euro-Rettungsschirm ESM stellen, sagt Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem nach dem Sondertreffen der Euro-Finanzminister. Die Eurogruppe wolle schon am Mittwoch bei einer Telefonkonferenz über diesen Brief sprechen. Mit Blick auf den neuen griechischen Finanzminister Euklid Tsakalotos sagt der Niederländer: „Er hat uns keine neuen Vorschläge präsentiert.“

      +++17.08 Uhr+++

      Bundeskanzlerin Angela Merkel sagt, es gehe um Tage nicht um Wochen, um eine Einigung mit Griechenland zu erreichen. Es gebe immer noch keine Grundlage für Verhandlungen. Ohne Solidarität und ohne Reformen sei der Weg, der gegangen werden müsse, nicht zu beschreiten.

      +++16.12 Uhr+++

      Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras sucht im Schuldenstreit die Unterstützung des EU-Parlaments. Er werde am Mittwoch vor dem Parlament reden, sagte ein Regierungsvertreter in Athen der Nachrichtenagentur Reuters. EU-Parlamentspräsident Martin Schulz bestätigte dies auf dem Kurznachrichtendienst Twitter nach einem Telefonat mit dem griechischen Regierungschef.

      Keine neuen Vorschläge aus Athen

      +++16.08 Uhr+++

      Griechenland will einen neuen Antrag auf Hilfen aus dem Euro-Rettungsfonds ESM stellen. Die Euro-Finanzminister seien der Auffassung, dass ein neuer Antrag mit glaubwürdigen Reformvorschlägen her müsse. Griechenland habe dem zugestimmt, berichteten Diplomaten am Rande eines Treffens der Euro-Finanzminister in Brüssel.

      +++16.04 Uhr+++

      EU-Diplomaten sagen, man warte nun auf einen neuen Antrag der griechischen Regierung. „Dafür müssen sie einen neuen Brief schicken, der Reformvorschläge enthält“, heißt es.

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        +++16.00 Uhr+++

        Der neue griechische Finanzminister Euklid Tsakalotos hat wider Erwarten den Euro-Finanzministern keine schriftlichen Vorschläge zur Lösung der Schuldenkrise präsentiert. EU-Diplomaten sagten am Dienstag in Brüssel, man warte nun auf einen neuen Antrag der griechischen Regierung.

        Wie stehen Griechenland, Spanien und Co. da?
        Bruttoinlandsprodukt, BIP, Griechenland, niedrigsten Stand, Spanien, Irland, Portugal, Wirtschaftskraft, Level
        Die Lohnstückkosten sind in Griechenland, Irland und Spanien vergleichbar hoch. Für Griechenland senkt das die Wettbewerbsfähigkeit im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung deutlich herab.
        Griechenland, Spanien Arbeitslosigkeit, jeder vierte Erwerbsfähige ohne Arbeit, Portugal, Irland Krise, Anstieg, Eindämmung
        Alle vier Länder haben den Abbau der Staatsausgaben verbessert. Besonders Griechenland war hier auf einem guten Weg, bis im Januar Syriza an die Macht kam.
        Mit dem Abbau der Staatsverschuldung haben alle vier Länder noch ein Problem und sind noch weit entfernt von einem akzeptablen Stand. Am besten schlagen sich hier Spanien und Irland.
        Krisenfolgen, Auflagen, Wende, Irland, Spanien, Portugal, Konjunktur, Reformen, Griechenland, Krise

        +++15.27 Uhr+++

        Die europäischen Währungshüter weisen auf besondere Gefahren von Nothilfen an klamme Geldhäuser hin. Diese besäßen häufig keine angemessenen Sicherheiten, um an normalen geldpolitischen Maßnahmen teilzunehmen, hieß es in einem Handbuch der Europäischen Zentralbank (EZB) zum Risikomanagement. Die sogenannten ELA-Hilfen dürfen nur an im Kern gesunde Banken vergeben werden, die unter vorübergenden Liquiditätsproblemen leiden. "Die mit ELA verbundenen Restrisiken sind tendenziell höher als die in regulären geldpolitischen Operationen", heißt es in dem rund 50-seitigen Papier der EZB-Experten. Sie mahnen zugleich, die Vergabebedingungen dürften nicht zu großzügig sein.

        +++14.59 Uhr+++

        Die Ungewissheit über den Ausgang neuer Krisengespräche zu Griechenland hat die Anleger am deutschen Aktienmarkt in Verkäufe getrieben. Nach einem freundlichen Handelsauftakt bröckelte der Dax im Verlauf stetig ab und notiert 0,52 Prozent tiefer bei 10.833,62 Punkten. Der MDax der mittelgroßen Werte sinkt um 0,28 Prozent auf 19.618,24 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax verlor 0,18 Prozent auf 1648,11 Punkte. Für den Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50 geht es um 0,63 Prozent nach unten.

        "Was immer die Deutschen sagen, am Ende werden sie zahlen"
        Yanis Varoufakis Quelle: dpa
        Über die Deutschen Quelle: dpa
        Über den Grexit Quelle: REUTERS
        Varoufakis Quelle: dpa Picture-Alliance
        Über seinen Mittelfinger Quelle: dpa Picture-Alliance
        Varoufakis Quelle: dpa Picture-Alliance
        Varoufakis Quelle: dpa Picture-Alliance

        +++14.51 Uhr+++

        Die litauische Staatspräsidentin Dalia Grybauskaite hat die griechische Regierung mit Nachdruck zu konstruktiven Spar- und Reformvorschläge aufgefordert. „Ohne ernsthafte Verpflichtungen wird es definitiv keine Hilfe geben“, betonte sie vor ihrer Abreise zum Sondergipfel. Griechenland müsse eine Entscheidung treffen, ob es nicht eine andere Währung als den Euro kurz- bis mittelfristig vorzieht. „Die Zeit des Feierns auf Kosten Anderer ist vorbei für Griechenland“, betont Grybauskaite im litauischen Rundfunk. Die Eurozonen-Länder seien nicht bereit, für das verantwortungslose Verhalten der neuen Regierung in Athen zu bezahlen.

        Jeder zweite Franzose will den Grexit

        +++14.05 Uhr+++

        Das lettische EZB-Ratsmitglied Ilmars Rimsevics sieht Griechenland auf dem Weg aus der Euro-Zone: "Die griechische Nation war kühn und hat sich selbst aus der Euro-Zone herausgewählt", sagt er im lettischen Rundfunk. Künftig werde es womöglich einen Staat weniger in der Eurozone geben. Die Einführung einer anderen Währung in Griechenland sei das wahrscheinlichste Szenario.

        +++13.34 Uhr+++

        Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hält eine weitere Finanzhilfe der Eurozone für Griechenland nur im Rahmen eines neuen Programms mit Spar- und Reformvereinbarungen für möglich. „Ohne ein Programm gibt es keine Möglichkeiten im Namen der Eurozone Griechenland zu helfen“, sagt Schäuble unmittelbar vor dem Treffen der Euro-Finanzminister in Brüssel. Bisher habe Griechenland aber erfolgreich dafür gekämpft, dass es kein Programm gebe. Nun warte man gespannt auf neue Vorschläge der Regierung in Athen.

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          +++13.20 Uhr+++

          Eine Brückenfinanzierung für Griechenland ist nach Angaben des finnischen Finanzministers Alexander Stubb derzeit für die Euro-Zone kein Thema.

          +++13.14 Uhr+++

          EU-Vizekommissionspräsident Valdis Dombrovskis sagt, er wolle keinen Grexit. „Falls jedoch Vertrauen nicht wieder aufgebaut wird, falls es kein glaubwürdiges Reformpaket gibt, kann das (der Grexit) nicht ausgeschlossen werden“, so der für den Euro verantwortliche Kommissar.

          +++13.11 Uhr+++

          Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble lehnt einen Schuldenerlass für Griechenland weiterhin ab. Wer die EU-Verträge kenne, wisse, dass ein Schuldenschnitt unter das Bailout-Verbot falle, sagt er.

          +++13.07 Uhr+++

          Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem hat nach eigenen Worten noch keinen neuen Vorschlag der Griechen zur Lösung der Krise gesehen. Der Druck laste vor allem auf den Griechen, sagt er bei der Ankunft zum Treffen der Euro-Finanzminister in Brüssel. „Wir müssen erstmal von der griechischen Regierung hören, wie sie sich einen Ausweg vorstellt, wie sie denken, dass wir zu einer Einigung kommen können“, so Dijsselbloem. EU-Währungskommissar Pierre Moscovici nennt einen Grexit, ein kollektives Scheitern.

          +++12.45 Uhr+++

          In Frankreich spricht sich einer Umfrage zufolge jeder zweite für ein Ausscheiden Griechenlands aus der Euro-Zone aus. Vor einem Monat hatten in der Befragung des Instituts Odaxa nur 39 Prozent einen Grexit gefordert, wie die Tageszeitung "Le Parisien" berichtet.

          +++12.15 Uhr+++

          Griechenland geht nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" leicht auf seine Euro-Partner zu. Der neue Finanzminister Euklid Tsakalotos komme mit einem Verhandlungsvorschlag zur Eurogruppe, "der sich nicht wesentlich von dem Reformplan unterscheidet, den die Griechen am Sonntag in einem Referendum mit großer Mehrheit abgelehnt haben", berichtet die Zeitung. In einigen Punkten bleibe die Regierung aber deutlich hinter den Forderungen der Partner zurück. So wolle sie an den Mehrwertsteuerrabatten auf den Touristen-Inseln festhalten, die Mehrwertsteuer für die Gastronomie nicht anheben und die Verteidigungsausgaben weniger stark zurückführen als von den Institutionen ursprünglich gefordert.

          +++12.05 Uhr+++

          Vizekanzler Sigmar Gabriel kritisiert Fehler bei der Aufnahme Griechenlands in die Eurozone. „Die Aufnahme Griechenlands in den Euro ist aus heutiger Sicht sehr naiv erfolgt“, so Gabriel in einem Interview des Magazins „Stern“. Schlimmer sei aber, dass alle viel zu lange zugeschaut haben, wie das Land immer tiefer in die Krise geriet.

          Juncker: „Ich bin gegen ein Grexit“

          +++11.35 Uhr+++

          Der polnische Außenminister Grzegorz Schetyna hat sich für einen Verbleib Griechenlands in der Eurozone „zu harten Bedingungen“ ausgesprochen. „Selbst wenn es Jahre dauert, bis Griechenland aus der Krise herauskommt, lohnt es sich, das zu machen“, sagt Schetyna in Warschau am Rande einer Botschafterkonferenz. Nun hänge alles von Griechenland ab - „ob sie tatsächlich konkrete Vorschläge auf den Tisch legen, oder ob sie weiter so tun, als seien sie Geiseln einer Situation, zu der es nicht durch ihre Schuld gekommen ist. Wenn das der Fall ist, werden wir gewiss ein schwarzes Szenario schreiben“.

          +++11.12 Uhr+++

          Nach dem Nein beim Referendum über die Sparpolitik hält der lettische Zentralbank-Chef Ilmars Rimsevics ein Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro für das „realistischste Szenario“ zur Überwindung der Schuldenkrise. „Ich sehe faktisch keine andere Lösung als einen langsamen Rückzug aus der Eurozone“, sagt Rimsevics im lettischen Rundfunk. „Die gegenwärtige Situation erfordert, dass jemand den Geldbeutel öffnet“, so Rimsevics. Doch niemand sei bereit, die notwendigen 30 bis 50 Milliarden Euro auf den Tisch zu legen, um die Situation zu ändern. Beim Referendum habe sich das griechische Volk im Grunde selbst aus der Eurozone herausgewählt, meinte er.

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            Griechenlands Verflechtungen mit Russland

             +++10.55 Uhr+++

            Ungeachtet der Griechenland-Krise sagen internationale Institute der Euro-Zone einen leichten Aufschwung voraus. Im gerade begonnenen dritten und im folgenden vierten Quartal werde das Bruttoinlandsprodukt um jeweils 0,5 Prozent zulegen, hieß es in einer Gemeinschaftsprognose von Ifo-Institut (München), Insee (Paris) und Istat (Rom). In den beiden ersten Quartalen habe das Plus bei jeweils 0,4 Prozent gelegen."Der private Konsum bleibt die Stütze des Aufschwungs", erklären die Experten. "Die Arbeitslosenrate dürfte langsam zurückgehen." Dies stärke die Kaufkraft, was zusammen mit der zunehmenden Beschäftigung den privaten Konsum ankurbeln dürfte. Allerdings steht die Prognose unter dem Vorbehalt, dass die Griechenland-Krise nicht weiter eskaliert und die Stabilität der Währungsunion gefährdet.

            +++10.30 Uhr+++

            EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker hat sich für den Verbleib Griechenlands in der Eurozone und in der Europäischen Union stark gemacht. „Niemand darf die Griechen hinauswerfen wollen“, sagt er vor dem Europaparlament in Straßburg. „Ich bin gegen ein Grexit“, sagt er. Die Verhandlungen mit Athen müssten erneut aufgenommen werden. Zugleich dämpft Juncker die Erwartungen an das Sondertreffen der Staats- und Regierungschefs der Länder mit der Euro-Währung am Abend in Brüssel. Dabei könne es noch keine Lösung geben. „Und wenn es heute eine Lösung gäbe, dann wäre es wiederum eine zu einfache Lösung“, sagt er. „Aber wir werden heute den Weg ebnen, um in gemeinsamem Gespräch und in gegenseitigem Verständnis, und auch in gegenseitiger Toleranz, die Dinge in Ordnung zu bringen.“ Er erklärt, er stehe während der Debatte in SMS-Kontakt mit dem griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras.


            +++09.53 Uhr+++

            Der griechische Aktienmarkt bleibt wie die Banken bis zum Mittwoch geschlossen. Das teilte die Kapitalmarktkommission mit.

            +++09.05 Uhr+++

            Griechenland muss nach Ansicht von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker nun Vorschläge zur Lösung seiner Schuldenkrise machen. "Der Ball liegt nun im Feld der griechischen Regierung", sagt der Luxemburger vor dem Europäischen Parlament.

            +++08.30 Uhr+++

            Europa wird nach den Worten von Frankreichs Ministerpräsident Manuel Valls alles tun, damit Griechenland in der Euro-Zone bleiben kann. Eine Einigung sei sowohl für Griechenland als auch den Zusammenhalt der Euro-Zone notwendig.

            +++08.15 Uhr+++

            Österreichs Finanzminister erwartet trotz des "Neins" der Griechen zu den Sparvorschlägen der internationalen Gläubiger, dass Griechenland in der Euro-Zone bleibt. Einen sogenannten "Grexit" halte er für "eher nicht wahrscheinlich", sagte Finanzminister Hans Jörg Schelling am Dienstag in Wien. "Wenn es aber zu keiner Einigung kommt und es zu keiner Zwischenfinanzierung kommt, dann wird Griechenland sich etwas überlegen müssen", sagte er.

            Kommt es zu einem Dominoeffekt?

            +++07.45 Uhr+++

            "Wir setzen einmal darauf, dass die Regierung heute mit vergleichbar wertvollen Reformvorschlägen nach Brüssel kommt", sagt EU-Kommissar Günther Oettinger im Deutschlandfunk mit Blick auf den Euro-Sondergipfel am Abend. Die Europäer seien in ihrer Position flexibel. "Es muss um ein Mindestmaß an Reformen gehen", forderte er. Die Schuldentragfähigkeit sollte im Blick bleiben. Ein Schuldenschnitt würde kurzfristig wenig bringen.

            +++07.10 Uhr+++

            US-Finanzminister Jack Lew hat mit dem griechischem Regierungschef Alexis Tsipras und dem neuen Finanzminister Euklid Tsakalotos gesprochen. Lew rechne damit, dass Griechenland und die anderen Verhandlungsparteien die Gespräche bald wieder aufnehmen würden und es am Ende ein konstruktives Ergebnis geben werde, sagte eine Sprecherin des US-Finanzministeriums.

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              +++06.45 Uhr+++

              Die Debatte über einen Schuldenschnitt Griechenlands ist durch die Eskalation des griechischen Schuldendramas erneut aufgeflammt. Schon zweimal hat das Euroland erhebliche Schuldenerleichterungen erhalten. Ein weiterer Schuldenerlass, der von Athen gefordert wird, ist in der Eurozone höchst umstritten.

              +++06.15 Uhr+++

              Auf einem Sondergipfel in Brüssel wollen die 19 Staats- und Regierungschefs der Euroländer mitsamt ihren Finanzministern endlich einen Weg aus der Griechenland-Krise finden. In dem Land wird das Geld immer knapper. Die griechischen Banken sind bereits seit einer Woche weitgehend geschlossen. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident François Hollande forderten von Griechenland neue Vorschläge noch innerhalb dieser Woche.

              +++05.00 Uhr+++

              Die Angst geht um bei Hoteliers und Restaurantbesitzern in Griechenland. Sie fürchten, dass nach dem Nein zu den Sparvorgaben der Gläubiger jetzt die Urlauber wegbleiben. Der Tourismus ist in dem von hoher Arbeitslosigkeit und Rezession geplagten Euro-Land einer der wichtigsten Wirtschaftszweige. „Der Schaden ist bereits entstanden“, sagt Christos Pilatakis Hoteldirektor auf Rhodos. Bereits nach der Ankündigung des Referendums seien vor allem Individualurlauber abgereist. Pauschalreisende seien bisher geblieben. Allerdings gebe es Stornierungen für die nächsten Monate. Griechenland zählt auch in diesem Sommer erneut zu den beliebtesten Zielen der Deutschen. Das bestätigt auch der deutsche Branchenprimus Tui: Es gebe keine Anfragen der Kunden wegen Stornierungen oder Umbuchungen. Im vergangenen Jahr rangierte Hellas auf Rang sieben der zehn begehrtesten Ziele deutscher Urlauber.

              +++04.30 Uhr+++

              Deutschland



              Nach Ansicht des Wirtschaftsexperten Clemens Fuest müssen die Euro-Länder unbedingt Härte zeigen. „Wir zerstören die wirtschaftlichen Grundlagen der Eurozone, wenn wir den Griechen jetzt nachgeben“, sagte der Präsident des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW). Es könnte zu einer Art Dominoeffekt kommen. So könnten sich die Bürger in Irland und Spanien fragen, warum sie sich anstrengen und ihre Haushalte sanieren mussten, aber die Griechen nicht. In Deutschland, Frankreich und anderen Ländern drohten antieuropäische Kräfte sehr schnell an Einfluss zu gewinnen, wenn sich der griechische Premier Alexis Tsipras durchsetzen würde. Damit würde die Axt an Europa gelegt.

              +++04.00 Uhr+++

              Der deutsche EU-Kommissar Günther Oettinger hat Bedenken gegen einen weiteren Verbleib Griechenlands in der Eurozone angemeldet. „Ein insolventes Land, das eine Parallelwährung einführt, passt nicht zur Währungsunion“, sagte Oettinger der „Bild“-Zeitung. „Wir haben die kuriose Situation, dass Griechenland zwar Mitglied der Eurozone ist, aber im Moment kaum noch Euros hat.“ Die griechische Regierung müsse wahrscheinlich bald Löhne, Renten und offene Rechnungen in Form von Schuldscheinen auszahlen.

              Die Ereignisse der vergangenen Tage finden Sie hier im Überblick.

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