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+++Die Ereignisse im Überblick+++ Die Griechen lehnen Sparvorgaben ab

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"Wir Griechen entscheiden über das Schicksal unseres Landes"

+++12.38 Uhr+++

Frankreichs Wirtschaftsminister Emmanuel Macron pocht auf weitere Verhandlungen Griechenlands mit den Gläubigern. Es müsse ein Kompromiss gefunden werden, und man dürfe sich nicht nur hinter den Notfallmaßnahmen der Europäischen Zentralbank verstecken.

+++11.39 Uhr+++

Die Europäische Zentralbank (EZB) ist angesichts der großen Unsicherheit rund um Griechenland bereit, bei Bedarf zusätzliche Maßnahmen zu ergreifen. "Die EZB war immer ganz eindeutig: Wenn wir mehr machen müssen, machen wir mehr", sagte Direktoriumsmitglied Benoit Coeure am Sonntag bei einer Konferenz im südfranzösischen Aix-en-Provence. "Wir werden die nötigen Instrumente einsetzen." Details nannte er keine.

+++11.10. Uhr+++

Banker in ganz Europa stellen sich auf eine lange Nacht ein. Bei der Deutschen Bank etwa ist gegen 22 Uhr eine Telefonkonferenz geplant, um über die Folgen der Volksabstimmung über die Sparvorschläge der internationalen Geldgeber zu beraten. Bei der britischen Bank Barclays wollen die Finanzmarktexperten die Entwicklungen in Griechenland ab 18 Uhr MESZ verfolgen, wie ein Sprecher sagte. Zudem seien über das ganze Wochenende Telefonkonferenzen und Gespräche mit den Kunden geplant.

Wie aus informierten Kreisen verlautete, planen auch die Experten der französischen Exane BNP Paribas um 20.15 Uhr eine Telefonkonferenz. Bei dem Finanzdienstleister Hargeaves Lansdown in London sollen die Analysten am Abend zuhause arbeiten, bevor sie Montagmorgen früh ins Büro kommen.


+++11.00 Uhr+++

Für ein gültiges Referendum müssen mindestens 40 Prozent der registrierten 9,85 Millionen Wähler teilnehmen. In einer Umfrage des ProRata-Instituts sagten 86 Prozent der Befragten, sie wollten ihre Stimme abgeben.

+++10.30 Uhr+++

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) warnt vor negativen Folgen eines solchen Schrittes für das Ansehen der EU. „Selbst wenn wir eine solche Entwicklung finanz- und währungspolitisch bewältigen können, wäre das Signal eines Grexit an die Länder außerhalb der EU verheerend“, sagte er dem „Tagesspiegel am Sonntag“.

+++10.10 Uhr+++

Der konservative Oppositionsführer Antonis Samaras sagte: „Wir Griechen entscheiden heute über das Schicksal unseres Landes. Wir sagen ja zu Griechenland und ja zu Europa.“ Die Forderungen der Geldgeber, über die die Griechen abstimmten, gehörten zu einem Hilfspaket, das am 30. Juni ausgelaufen und damit überholt ist. 

+++09.50 Uhr+++

Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras hat das Referendum über die Reformvorschläge der internationalen Geldgeber in seinem Land als einen Sieg der Demokratie bezeichnet. „Man kann den Willen einer Regierung ignorieren, aber nicht den Willen eines Volkes“, sagte der linke Regierungschef am Sonntag bei der Stimmabgabe. „Ich bin sicher, dass wir einen neuen Weg öffnen werden für alle Völker Europas.“ Das Ergebnis der Volksabstimmung dürfte ein wichtiges Signal für die künftige Kooperation des von der Staatspleite bedrohten Landes mit den internationalen Geldgebern setzen.

+++09.39 Uhr+++

Formell hat das Referendum keine Bedeutung mehr, weil das zweite Hilfsprogramm am Dienstag auslief, ohne dass sich das von der Pleite bedrohte Land und die Geldgeber auf Bedingungen für die Auszahlung weiterer Milliarden einigen konnten. Politisch ist es aber für mögliche weitere Gespräche über ein drittes Hilfsprogramm wichtig. Wegen der Krise sind seit einer Woche die Banken weitgehend geschlossen.

Finanzminister Yanis Varoufakis griff die Geldgeber noch kurz vor der Abstimmung scharf an und warf ihnen am Samstag Terrorismus und Erpressung vor. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hält auch einen vorübergehenden Ausstieg Griechenlands aus dem Euro für denkbar. Außenminister Frank-Walter Steinmeier warnte allerdings im "Tagesspiegel am Sonntag", selbst wenn ein Grexit finanz- und währungspolitisch bewältigt werden könne, wäre das Signal außerhalb der EU verheerend.

An Griechenland hängt mehr als nur der Euro

+++06.00 Uhr+++

Die Wahllokale für das Referendum wurden geöffnet. Bis 18 Uhr MESZ können die griechischen Bürger "Ja" oder "Nein" zu den Reform-Vorschlägen der internationalen Geldgeber sagen. Das Ergebnis der Volksabstimmung dürfte ein wichtiges Signal für die künftige Kooperation des von der Staatspleite bedrohten Landes mit den internationalen Geldgebern setzen.

Nach Umfragen wurde ein sehr knappes Ergebnis erwartet. Knapp zehn Millionen Griechen waren aufgerufen, darüber zu entscheiden, ob sie die Forderungen der Gläubiger akzeptieren oder ablehnen. Das Hilfspaket, zu dem diese Bedingungen gehören, ist allerdings am 30. Juni ausgelaufen und damit überholt. Die Athener Linksregierung hatte an die Stimmberechtigten appelliert, mit „Nein“ zu stimmen. Das Referendum verursacht dem klammen Staat Kosten in Höhe von 20 Millionen Euro.

In einem Zeitungsinterview rechnete Griechenlands Finanzminister Yanis Varoufakis kurz vor dem Referendum mit den Gläubigern ab. Diese wollten „Angst unter den Leuten schüren“. Der Präsident des EU-Parlaments, Martin Schulz, brachte „Notstandskredite“ zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Versorgung in Griechenland ins Spiel gebracht. Man werde die griechische Bevölkerung nicht im Stich lassen, betonte er.

>>Hier finden Sie die Ereignisse der Vortage im Überblick.

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