Die Ereignisse von Freitagnacht im Überblick Mehr als 120 Tote bei Anschlägen in Frankreich

In Paris ist es zu einer Serie von Attacken gekommen: Es gab Schießereien, Explosionen und eine Geiselnahme im Konzerthaus Bataclan. Die Pariser Staatsanwaltschaft geht derzeit von mehr als 120 Toten aus. Frankreichs Präsident Francois Hollande verhängte den Ausnahmezustand und mobilisiert das Militär. Die Ereignisse im Überblick.

"Frankreich hat zur Expansion des Terrorismus beigetragen"
Griechenlands Regierungschef Alexis Tsipras hat die Terroranschläge von Paris als „Barbarei“ verurteilt. „Wir vereinigen alle unsere Kräfte und stärken die Solidarität mit dem französischen Volk“, sagte Tsipras am Samstag in einer Fernsehansprache an das griechische Volk. „Es ist unser aller Pflicht, die Werte des Humanismus und der Freiheit zu beschützen.“ Europa werde „ein Land der Freiheit und der Demokratie bleiben“, fügte Tsipras hinzu. Quelle: AP
Der syrische Machthaber Baschar al-Assad hat den Westen für die Ausbreitung des Terrors mitverantwortlich gemacht. Die Terrorangriffe seien untrennbar damit verbunden, was seit fünf Jahren in Syrien passiere, sagte Assad der amtlichen Nachrichtenagentur SANA zufolge am Samstag bei einem Treffen mit einer Delegation französischer Politiker und Medienvertreter. „Die fehlgeleitete Politik der westlichen Staaten, vor allem Frankreichs (...) haben zur Expansion des Terrorismus beigetragen“, sagte Assad. Quelle: AP
Bundeskanzlerin Angela Merkel Quelle: AP
Bundespräsident Joachim Gauck sagte, die Trauer macht am Rhein nicht halt. „Aus unserem Zorn über die Mörder müssen Entschlossenheit und Verteidigungsbereitschaft werden. Auch dabei stehen wir an der Seite der Franzosen.“ Er betonte: „Die Terroristen werden nicht das letzte Wort haben.“ Quelle: dpa
Nach den Anschlägen in Paris hat der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy dem Terrorismus den Kampf angesagt. „Sie können uns Schaden zufügen, sie werden uns aber nicht besiegen“, sagte der konservative Regierungschef in einer Rede in Madrid. Mit fester Stimme fügte Rajoy im Regierungspalast Moncloa an: „Heute sind wir alle Frankreich!“  Quelle: dpa
Frankreichs Präsident Francois Hollande Quelle: AP
US-Präsident Barack Obama Quelle: REUTERS
US-Außenminister John Kerry Quelle: AP
Bundespräsident Joachim Gauck Quelle: dpa
Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki Moon Quelle: REUTERS
Großbritanniens Premierminister David Cameron Quelle: AP
Der italienische Ministerpräsident Matteo Renzi Quelle: REUTERS
Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg Quelle: AP
Bundesinnenminister Thomas de Maiziere Quelle: dpa
Russland hat sich schockiert über die Anschläge geäußert. Quelle: AP
Papst Franziskus hat bestürzt und tief betroffen auf die Terroranschläge von Paris reagiert. „Wir sind erschüttert von dieser neuen Demonstration irrsinniger terroristischer Gewalt und des Hasses, die wir gemeinsam mit dem Papst auf die radikal möglichste Art und Weise verurteilen“, sagte Papst-Sprecher Federico Lombardi. „Wir beten für die Opfer und für das gesamte französische Volk“, ergänzte er. „Es handelt sich um einen Angriff auf den Frieden der gesamten Menschheit, der eine entschlossene uns solidarische Reaktion von uns allen verlangt.“ Quelle: dpa
  • In Frankreichs Hauptstadt Paris kam es in der Nacht von Freitag auf Samstag zu einer Anschlagsserie an mehreren Orten mit dutzenden Toten und Verletzten. Es gab unter anderem Explosionen in der Nähe des Stadions, wo die Fußball-Nationalmannschaften von Frankreich und Deutschland gegeneinander spielten.
  • Im Konzerthaus Bataclan kam es zu einer Geiselnahme. Beim Zugriff der französischen Polizei wurden mehrere Angreifer getötet.
  • Zur Zahl der Opfer kursieren am frühen Samstagmorgen noch immer unterschiedliche Angaben. Es scheint zu diesem Zeitpunkt aber mehr als 100 Tote zu geben.
  • Präsident Hollande verhängte den Ausnahmezustand und sagte seine Teilnahme am G20-Gipfel ab. Zusätzliche 1500 Soldaten wurden mobilisiert.

+++03.20 Uhr+++

An dieser Stelle beenden wir unsere Live-Berichterstattung für diese Nacht.

+++03.10 Uhr+++
Deutsche Sicherheitsbehörden analysieren die Gefährdungslage in der Bundesrepublik. „Deutschland steht unverändert im Fadenkreuz des internationalen Terrorismus“, erklärte das Bundesinnenministerium am frühen Samstagmorgen. Die Sicherheitsbehörden stünden mit den französischen Sicherheitsbehörden im engen Austausch.

+++02.48 Uhr+++
Bei der Terrorwelle in Paris könnten nach Angaben der Staatsanwaltschaft mehr als 120 Menschen getötet worden sein. Fünf Terroristen seien „neutralisiert“ worden, sagte Staatsanwalt François Molins am frühen Samstagmorgen. Diese Angaben müssten aber noch bestätigt werden. Es habe Angriffe an sechs Orten gegeben.

+++02.47 Uhr+++
Die Attentäter haben nach Angaben eines Augenzeugen ihre Tat mit Frankreichs Militäreinsatz in Syrien begründet. Der Journalist Pierre Janaszak, der während des Überfalls auf die Konzerthalle Bataclan im Saal war, berichtet: „Ich habe genau gehört, wie sie den Geiseln gesagt haben: „Das ist die Schuld von Hollande. Das ist die Schuld Eures Präsidenten. Er hätte nicht in Syrien eingreifen dürfen. Sie haben auch vom Irak gesprochen.““

+++02.38 Uhr+++
Fünf Angreifer sind möglicherweise tot, berichtet die Staatsanwaltschaft der französischen Hauptstadt.

+++02.15 Uhr+++
François Hollande ist vor Ort an der Konzerthalle. Er sagte: „Es gibt viele Verletzte. Schwerverletzte, Geschockte, geschockt von dem, was sie gesehen haben.“ Er kündigte an, „unerbittlich“ gegenüber Terroristen zu sein. „Das ist eine Barbarei.“

Islamistischer Terror gegen Europäer seit "Charlie Hebdo"

+++02.11 Uhr+++
Die New Yorker Polizei reagiert auf die blutigen Anschläge in Paris und hat ihre Präsenz verstärkt. Es gebe keine akute Bedrohung, bis auf weiteres würden aber belebte Punkte schärfer bewacht, hieß es am späten Freitagabend (Ortszeit) von der Polizei. In der Stadt leben auch mehrere Zehntausend Franzosen.

+++02.08 Uhr+++
Die genaue Zahl der Opfer bei den verschiedenen Terrorangriffen ist weiter unklar. Nach Berichten von France Info wurden mindestens 118 Menschen getötet, etwa 90 Opfer gab es demnach im Bataclan. „Le Monde“ und der Sender BFMTV melden 112 Tote, 70 davon in dem Konzertsaal. Die französische Nachrichtenagentur AFP berichtet unter Berufung auf Ermittler von mindestens 120 Toten:

+++02.01 Uhr+++
Bei der Attentatsserie wurden mindestens vier Terroristen getötet, berichtet die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Ermittler.

+++02.00 Uhr+++
Bundesinnenminister Thomas de Maiziere hat Frankreich Unterstützung durch deutsche Anti-Terror-Einheiten angeboten. "Ich stehe in engem Kontakt mit meinem französischen Kollegen und habe ihm Hilfe durch deutsche Spezialkräfte angeboten", erklärte der Innenminister.

+++01.58 Uhr+++
Die deutschen Fußball-Nationalspieler sollen offenbar in mehreren Kleinbussen aus dem Stade de France befördert werden. Dem Vernehmen nach wurde eine Fahrt im Mannschaftsbus des Weltmeisters aus Sicherheitsgründen als nicht sinnvoll eingeordnet. Der schwarze Teambus ist sehr auffällig, auf ihm prangt groß der Schriftzug „Die Mannschaft“.

+++01.51 Uhr+++
Frankreich hat 1500 zusätzliche Soldaten mobilisiert. Der Fernsehsender BFMTV zeigte Bilder von Militärs in Kampfmontur auf der Straße. Nach den Terroranschlägen auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ hatte Frankreich die Sicherheitsvorkehrungen bereits verstärkt, vor gefährdeten Gebäuden in Paris stehen seitdem Soldaten Wache.

+++01.48 Uhr+++
Belgien kontrolliert nach der Anschlagsserie an der Grenze zu Frankreich den Straßen-, Bahn- und Flugverkehr. Ministerpräsident Charles Michel berufe für Samstagmorgen zudem eine Sondersitzung des Kabinetts ein, teilt sein Sprecher mit.

+++01.46 Uhr+++
François Hollande und weitere Vertreter der französischen Regierung sind auf dem Weg zum Bataclan.

+++01.44 Uhr+++
Die Stadt Paris hat eine Notfallnummer für Touristen eingerichtet:

+++01.38 Uhr+++
Die Pariser Stadtverwaltung bestätigt: Allein im Konzertsaal Bataclan hat es mehr als 100 Tote gegeben. Etwa 40 weitere Tote habe es bei den anderen Attentatsorten gegeben. Mehrere Attentäter waren am Freitagabend in den Saal eingedrungen und hatten die Besucher als Geisel genommen. Neben der Konzerthalle waren offenbar auch ein Einkaufszentrum und ein Restaurant Ziel der Attentäter.

+++01.35 Uhr+++
Die Angreifer im Konzertsaal haben nach Angaben eines Augenzeugen auf Arabisch „Allah ist groß“ gerufen. „Mitten im Konzert sind Männer reingekommen, sie haben im Bereich des Eingangs zu schießen begonnen“, sagte der Konzertbesucher Louis dem Sender France Info. „Sie haben in die Menge geschossen, ich glaube mit Pumpguns und dabei „Allahu akbar“ gerufen.“ Der Mann berichtete, als er mit seiner Mutter den Saal verlassen habe, habe er über Leichen klettern müssen. Eine offizielle Bestätigung für diese Darstellung gab es zunächst nicht.

+++01.21 Uhr+++
Französischen Medienberichten zufolge hat es im Konzertsaal rund 100 Tote gegeben. Die internationale Anteilnahme ist groß.

+++01.09 Uhr+++
Bei dem Terrorangriff auf die Konzerthalle „Bataclan“ in Paris hat es mehrere Dutzend Tote gegeben, berichtet die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Ermittler.

+++01.04 Uhr+++
Präsident Hollande sagt seine Teilnahme am G20-Gipfel in der Türkei ab, verlautet aus dem Präsidialamt.

+++01.03 Uhr+++
Der Zugriff der Pariser Polizei im Konzerthaus Bataclan ist vorbei. Mindestens zwei Angreifer wurden dabei laut Polizeiangaben getötet.

+++01.00 Uhr+++
Beamte bestätigten der Nachrichtenagentur AP, dass ein Zugriff begonnen habe. Vor dem Konzertsaal waren Schüsse von Automatikwaffen und Explosionen zu hören. Die Schüsse begannen kurz nachdem Präsident François Hollande in einer Rede im Fernsehen verkündet hatte, dass Sicherheitskräfte an einem der angegriffenen Orte einen Einsatz durchführten. Zahlreiche Polizisten umstellten das Gebäude, Sirenen heulten in der Nähe.

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