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Drohende Griechenland-Pleite Bankier von Metzler hält Grexit für verkraftbar

Exklusiv

Der Austritt Griechenlands aus der Eurozone wäre nach Einschätzung des Frankfurter Bankiers Friedrich von Metzler wirtschaftlich verkraftbar.

Bankier Friedrich von Metzler Quelle: dapd

„Eine Gefahr für eine weltwirtschaftliche Finanzkrise ginge davon nicht aus. Die EZB würde die Renditen für Staatsanleihen auch nach einem Grexit niedrig halten. Und Anzeichen einer Kapitalflucht aus Ländern wie Portugal sehe ich nicht“, sagte von Metzler in einem Interview mit der der WirtschaftsWoche. Anders sehe die Perspektive für Griechenland aus. „Ich würde das aber sehr bedauern, denn die griechischen Bürger sind diejenigen, die darunter sehr leiden müssen.“

Von Metzler sieht in der Krisenbewältigung auch positive Aspekte: „Unter dem Zwang der Finanz- und Euro-Krise wird doch enger zusammengearbeitet denn je. Es wurde eine gemeinsame Strategie entwickelt, den Krisenländern wie Portugal, Spanien, Irland, Griechenland zu helfen.“ Es gebe nun eine Bankenunion, die alle wichtigen Finanzhäuser beaufsichtige. „Der Euro setzt uns unter Druck, auch die politische Union voranzubringen. Die gemeinsame Währung kann nur überleben, wenn wir tatsächlich eine Harmonisierung auf politischer, steuerlicher und wirtschaftlicher Ebene haben“, unterstrich von Metzler.

Zugleich forderte der Bankier praktisches europäisches Engagement. Deutschland habe mit seinem Verzicht auf die D-Mark die europäische Integration ermöglicht. „Das größte Land ist ein Risiko eingegangen, seine harte Währung für Europa abzugeben. Doch wir dürfen nicht vergessen, wie sehr wir in Deutschland davon profitieren: Wir brauchen den Freihandel. Nur der sichert uns den Wohlstand. Dafür brauchen wir den Euro.“
Friedrich von Metzler ist seit 1971 persönlich haftender Gesellschafter des Bankhauses Metzler.

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