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Drohender Bankrott in Athen Griechenland-Krise bringt Flüchtlinge in Not

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Der Mythos vom besseren Leben in Europa

Im Moment weiß niemand, wie es weitergeht. Einer der Älteren hat eine Handynummer von einem Mann, der den Weg nach Deutschland und England kennt. Auf ihn warten sie jetzt. Natürlich wird auch dieser Mann wieder von jedem Geld verlangen, das wissen auch Ali und Sally. Bloß haben sie keines mehr. Wird er ihnen helfen?

Jedenfalls meldet sich der Hunger, sie müssen schleunigst raus aus Griechenland. Vermutlich werden sie noch heute weiterreisen, mit dem Bus in Richtung der albanischen Grenze. Die Namen der Länder, die auf Griechenland folgen, sind den Flüchtlingen aber nicht bekannt. Was sie erwartet, noch viel weniger.

Der Hunger zwingt syrische Flüchtlinge zur raschen Weiterreise in den Norden. Quelle: Nils Bröer für WirtschaftsWoche

Den deutschen Reporter verwickelt die Studentin Sally in ein Gespräch, das man als Beratung für Flüchtlinge bezeichnen könnte: Wie sie an einer deutschen Universität einschreiben könne, will sie wissen. Und ob das Leben in Deutschland besser sei oder in den Niederlanden.

Die ehrlichen Antworten trüben ihre Stimmung merklich – und dem „Berater“ mit dem Notizblock wird klar: Mitarbeiter von Europäischer Union oder der EU-Botschaften sollten eine professionelle Flüchtlingsberatung einrichten, damit diese oft hochgebildeten Menschen aus Syrien ihre Erwartungen der Realität anpassen können.

Niemand erklärt ihnen, was sie in Europa erwartet. Die Syrer nicht und die Afrikaner erst Recht nicht. Und so laufen sie alle dem Mythos vom besseren Leben in Europa entgegen, das den meisten die Tatenlosigkeit und manchen gar den Tod bringt.

In Arbeit
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Vielleicht hat der eine oder die andere tatsächlich Chancen auf dem Arbeitsmarkt, doch versprechen kann man es ihnen beileibe nicht. Übrig bleibt nur ein Ratschlag: Haltet euch von Bahngleisen fern! Die nutzen Flüchtlinge auf Fußmärschen gen Norden gern zur Orientierung. Als eine Zug in Mazedonien kürzlich einen Treck erfasste, kamen bei dem Unfall in einer Nacht 14 Menschen ums Leben.

Sally schweigt, das hatte sie nicht gewusst. Wie sie vieles über die Flucht nicht wusste.

Viel Erfolg! Und bleibt am Leben!

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