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Einwanderungspolitik Die große Völkerwanderung - und was zu tun ist

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Verhängnisvolle Ideologisierung der Zuwanderung

Auch der Zugang von rund zwei Millionen Menschen nach Europa allein seit 2015 wird von diesem Manichäismus in die Kategorien „gut“ und „böse“ eingeordnet. Gut sind die Fremden, schlecht die Europäer. Gehe ich im verantwortungsethischen Geiste Webers mit Augenmaß und Verantwortungsgefühl an den Gegenstand heran, sehe ich in den nach Europa – besonders nach Deutschland – gekommenen neuen Zuwanderern keine Bereicherung, sondern soziale und sicherheitspolitische Probleme und entsprechende Konflikte. Die Linksgrünen wollen diesen Gegenstand zum Tabu machen. Das ist nicht demokratisch sondern totalitär.

Der Einsatz für die uneingeschränkte Wanderung nach Europa durch die Gesinnungsethiker kennt keine Differenzierung. Die nötige Unterscheidung zwischen Flüchtlingen und anderen Zuwanderern wird als Diskriminierung zurückgewiesen. Selbst der Begriff „Parallelgesellschaft“ wird zum Beispiel von Klaus Bade als „Populismus“ verfemt. Er ist einer der einflussreichsten Migrationsforscher Deutschlands mit Macht über Forschungsgelder von Staat und Stiftungen. Der verstorbene jüdische Autor Ralph Giordano stellte in der FAZ vom 15.7.2011 zu recht fest, dass Bade alle Probleme ausblendet und kritische Migrationsforscher diffamiert.   

Die Deutschen sind nicht nur im Fußball Weltmeister, sondern auch in der Ideologisierung der Zuwanderung. Ein Beispiel hierfür ist Herfried Münkler, der übrigens weder Islam- noch Migrationsforscher ist, aber über diese Thematik mit seiner Frau schreibt, die Literaturwissenschaftlerin ist. In ihrem Buch werden Zuwanderer pauschal upgegradet, ohne eine eindeutig definierbare Bestimmung. Andere Gesinnungsethiker der Willkommenskultur nennen sie die „neuen Bürger“. Welch eine krude Sozialtutopie!

Wenn man unter Bürger Citoyen/Citizen versteht, dann erfüllt keiner der rund zwei Millionen Flüchtlinge diese Bestimmung. Denn nur unter bestimmten Bedingungen kann ein Mensch den Anspruch erwerben, Mitglied einer Citoyenneté/Citizenry zu sein. Solange Islam-Gemeinden in Europa das Integrationskonzept des Euro-Islam bekämpfen und in Parallelgesellschaften leben, können islamische Zuwanderer keine europäischen Citoyens werden. Islamisten und Salafisten sind Soldaten der Islamisierung Europas, keine europäischen Bürger. 

Verantwortungsethisch gilt es, eine rechtliche, soziale und politische Einordnung der Flüchtlinge vorzunehmen und die Identität der Aufnahmegesellschaft selbst zu definieren.

Einwanderung und Zuwanderung nicht verwechseln

Den Unterschied zwischen Einwanderung und Zuwanderung – diese begriffliche Unterscheidung habe ich in meinem Buch Die islamische Zuwanderung (2002) erläutert - blenden die Münklers und andere aus.

USA, Kanada und Australien sind klassische Einwanderungsländer, wohingegen Deutschland das prominenteste Zuwanderungsland der Welt ist; prominent deshalb, weil es statistisch gesehen mehr Migranten als selbst die USA aufnimmt. Alleine Hamburg nimmt pro Jahr halb so viele Migranten (35.000) auf, wie die USA in einem Jahr (70.000). Ein Zuwanderungsland lässt nicht nur beliebig Menschen, die keine Bürger sind, hinein, sondern hat auch darüber hinaus kein Policy-Konzept für den Umgang mit diesen Menschen, und wie sie in das bestehende Gemeinwesen eingegliedert werden können. Statistisch und politisch ist Deutschland im Zeitraum 2015/16 als ein Zuwanderungsland einzuordnen. Es nimmt im Rahmen der „Willkommenskultur“ Millionen Menschen ohne eine klare Bestimmung, ja sogar ohne Papiere, in sein Territorium auf.

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