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EU-Assoziationspolitik Voll gegen die Wand

Das ukrainische Staatsgold ist weg, das Land faktisch in zwei Teile zerfallen. Der Republik Moldau droht ein ähnliches Schicksal. Dem Westen bleibt nicht mehr viel Zeit, seine Haltung gegenüber Russland zu überdenken.

Wie Muskelprotz Putin sich fit hält
In Sotschi ließ sich Sportfan Wladimir Putin nicht nur auf den Tribünen blicken. Hier posiert er mit Teilnehmern der Paralympischen Spiele. Quelle: dpa
Mit schicker Sonnenbrille... Quelle: rtr
...verfolgte er die Wettkämpfe auf den Pisten von Krasnaya Polyana. An seiner Seite: der russische Sportminister Vitaly Mutko. Quelle: dpa
Hier geht es im Sessellift mit Russlands Ministerpräsident Dmitri Medwedew (Mitte) auf den Berg – zur nächsten Abfahrt. Quelle: rtr
Um ein wenig Muskeln aufzubauen, hat Wladimir Putin als schmächtiger Junge den Nutzen von Judo erlebt. 2005 stieg er zu Showzwecken noch einmal auf die Matte. Quelle: AP
Mit seinen Kampfsportkenntnissen – die er hier bei einer Trainingsstunde in St. Peterburg noch einmal vorführte – konnte sich der als schwächlich beschriebene „Wolodja“ in seiner Heimatstadt gegen stärkere Nachbarjungs verteidigen. Quelle: REUTERS
Legendär sind die Aufnahmen, die Putin in freier Wildbahn zeigen. Hier als Indiana-Jones-Double in Sibirien... Quelle: AP

In der Ukraine bleibt so einiges mysteriös. Die Flugschreiber-Aufzeichnungen des im Juli über der Ukraine mutmaßlich abgeschossenen malaysischen Verkehrsflugzeuges (Flug MH17) etwa sind bis heute nicht veröffentlicht. Jetzt ist auch noch das Gold weg. In der vergangenen Woche bestätigte die ukrainische Nationalbankchefin Valery Gontareva, dass sich die ukrainischen Goldreserven nur noch auf 0,3 Tonnen belaufen. Im September führte der Internationale Währungsfonds (IWF) die Ukraine in seinen Statistiken noch mit einem Goldbestand von 40 Tonnen. Davon sollen im Oktober 14 Tonnen verkauft worden sein. Wo ist der Rest?

Im Februar, als die neue Regierung die Schlüsselpositionen besetzte, meldete die Ukraine gar noch Goldreserven von 42,6 Tonnen. Im März, unmittelbar nach dem Putsch gegen den von Moskau unterstützten Präsidenten Viktor Janukowitsch, kamen Gerüchte auf, nach denen tonnenweise Gold aus der Ukraine in einer Nacht-und-Nebel-Aktion mit einem nicht registrierten Flugzeug in die USA ausgeflogen worden sein soll. Gerüchte, wie gesagt. Sie wecken Erinnerungen an das Verschwinden der Goldreserven der Sowjetunion. Als die Führungselite der KPdSU damals realisierte, dass Michail Gorbatschows Perestroika das Ende der Sowjetunion bedeuten würde, war das Gold auch plötzlich weg. Wohin? Das weiß bis heute niemand.

Die Geschichte der Sowjetunion ist ein Menetekel für die Ukraine. Die Wirtschaft des Landes ist in den Händen weniger Oligarchen. Diese kennen aber im Gegensatz zu den Oligarchen in Russland keine Loyalität gegenüber der politischen Führung. Die Rivalität unter den Oligarchen garantiert somit permanente Machtwechsel und im Extremfall den vollständigen Zerfall des Staates.

Putin spricht...

Faktisch ist die Ukraine bereits in zwei Teile zerfallen. So hat Ministerpräsident Arsenij Jazenjuk die Teilung des Landes de facto anerkannt, als er der Bevölkerung in den Separatistengebieten unlängst die Zahlung von Renten und Sozialleistungen sperrte. Staatspräsident Petro Poroschenko ließ in den besetzten Gebieten zudem alle staatlichen Einrichtungen schließen. Ausschlaggebendes Moment dafür waren offenbar die Wahlen in Donezk und Lugansk am 2. November. Bei hoher Wahlbeteiligung hat sich die Mehrheit der Bevölkerung in den abtrünnigen Gebieten für die Unabhängigkeit von Kiew und die von Moskau unterstütze Rebellenführung entschieden. Anders als die westlichen Politiker scheint sich Jazenjuk in das Unvermeidliche gefügt zu haben.

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