WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

EU-Gipfel Spanien und Italien erpressen Bundeskanzlerin Merkel

Seite 2/5

Schlechte Nachrichten für den Euro

Entwicklung der Staatanleihen in der Schuldenkrise
Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe seit Januar 2010 Quelle: Bloomberg
Bundesanleihen USA Quelle: Bloomberg
Staatsanleihen Griechenland Quelle: Bloomberg
Bundesanleihen Portugal Quelle: Bloomberg
Bundesanleihen Irland Quelle: Bloomberg
Bundesanleihen Italien Quelle: Bloomberg
Bundesanleihen Spanien Quelle: Bloomberg

"Die Eurozone wird durch diese Einigung gestärkt", frohlockte Italiens Regierungschef Mario Monti. Die deutsche Bundeskanzlerin kommentierte: "Wir haben eine gute Entscheidung getroffen", insbesondere was das Wachstum angehe und auch "für die zukünftigen Maßnahmen im Rahmen unserer Methoden, die wir durch den EFSF haben und den ESM".

Wahr ist: Auf den Euro kommen harte Zeiten zu. Europa hat die letzten Möglichkeiten aus der Hand gegeben, notorische Schuldenländer zu disziplinieren. Auch die Südeuropäer sollten sich nicht zu früh freuen. Zwar kann der Zinsdruck auf die Pleiteländer mit der Hilfe der Milliarden aus den Rettungsschirmen kurzfristig abgemildert werden. Doch die Euro-Politiker doktern wieder einmal an den Symptomen herum, anstatt sich der Bekämpfung der Ursachen der Schuldenkrise zu widmen. Es bleibt dabei, dass Europa in weiten Teilen überschuldet ist und die Volkswirtschaften im Süden des Kontinents nicht wettbewerbsfähig sind. Statt sich um die Sanierung der Haushalte und die Durchsetzung von Arbeitsmarkt- und Bildungsreformen zu kümmern, verlieren sich die Euro-Politiker in Doktorspielchen. Dauerhaft gerettet, sind Spanien und Italien dank des EU-Gipfels noch lange nicht.

"An Reformen führt kein Weg vorbei"

„Für die Schuldenstaaten führt kein Weg an Konsolidierungsmaßnahmen und Strukturreformen vorbei. Das betrifft insbesondere die Beschäftigung und die Löhne im öffentlichen Dienst“, sagt auch der Freiburger Professor für Wirtschaftspolitik Lars P. Feld im Gespräch mit WirtschaftsWoche Online. Feld, der Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung („Die fünf Wirtschaftsweisen“) ist, bedauert, dass der Gipfel kein klares Signal gesendet hat, dass Europa reformbereit ist. "Solch eine Botschaft wäre ein wichtiges Signal an die Finanzmärkte gewesen."

So könnte das Banken-Rettungspaket aussehen

Doch über Griechenland wurde – wie im Vorfeld angekündigt – gar nicht erst gesprochen. Stattdessen sprachen Monti, Rajoy & Co. über ihre Lieblingsprojekte: die Verabschiedung eines Wachstumspaket und die Vergemeinschaftung der Schulden.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen

Jetzt auf wiwo.de

Sie wollen wissen, was die Wirtschaft bewegt? Hier geht es direkt zu den aktuellsten Beiträgen der WirtschaftsWoche.
Diesen Artikel teilen:
  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%