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EU-Kommission Einigkeit und Recht aufs Girokonto

Ohne ein Bankkonto funktioniert so gut wie gar nichts. Trotzdem haben mehr als 30 Millionen Menschen in der EU keinen eigenen Bank-Account. Das will die EU-Kommission jetzt ändern und das Recht aufs Konto ins Gesetz schreiben.

Die EU-Kommission will Bürgern den Umgang mit Banken erleichtern. Dazu präsentiert die Brüsseler Behörde am 08.05.2013 einen Gesetzesvorschlag. Er soll unter anderem das Recht auf ein eigenes Konto festschreiben. Quelle: dpa

Das Gehalt, die Miete, Stromkosten, die Handyrechnung und die Kosten für den Internetanschluss - alles das läuft über das Bankkonto. Nahezu überall kann bargeldlos bezahlt werden - aber eben nur, wenn es ein Referenzkonto gibt. Deshalb hat die EU-Kommission beschlossen, dass alle Bürger der Europäischen Union eben auch ein Konto haben sollen, wenn sie eines möchten. Wie die WirtschaftsWoche schon im Februar 2012 berichtete, präsentiert die Brüsseler Behörde am 8. Mai einen entsprechenden Gesetzesvorschlag. Er soll unter anderem das Recht auf ein eigenes Konto festschreiben.

Besonders Osteuropäer sind betroffen

Eigentlich hätte der Gesetzesentwurf schon im letzten Jahr kommen sollen, wie Finanzstaatssekretär Hartmut Koschyk im Finanzausschuss des Bundestags damals gegenüber der WirtschaftsWoche sagte. Auch der französische Politiker und EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier sagte vergangenes Jahr in der Diskussion, dass das eigene Bankkonto so etwas wie ein Grundrecht sei.

Michel Barnier Quelle: dpa

Und Bedarf dafür gibt es laut der EU-Kommission genug: Mehr als 30 Millionen volljährige Menschen in der EU verfügen über kein eigenes Konto. Das heißt, dass gut sieben Prozent der Bürger in der Europäischen Union vom normalen Alltagsleben ausgeschlossen sind: Ohne Konto fehlt nämlich nicht nur der Zugang zum Geldautomaten. Auch Überweisungen, zum Beispiel von Gehalt oder Rente, sind nicht mehr möglich.

Dazu will die EU-Kommission Europas Banken verpflichten

Besonders viele Betroffene leben in Rumänien und Bulgarien. In Bulgarien haben nur 49 Prozent der volljährigen Einwohner einen eigenen Bank-Account. Doch auch in Deutschland sind Schätzungen zufolge ein bis zwei Prozent der Bevölkerung ohne Zugang zum Kapitalverkehr. Koschyk sprach in diesem Zusammenhang von einem "nach wie vor ernst zu nehmenden Problem." Die Gründe, warum Menschen kein Konto haben, sind vielfältig und von Land zu Land beziehungsweise von Bank zu Bank verschieden. Denn grundsätzlich machen die Banken ihre Regeln, wer bei ihnen ein Konto eröffnen darf, selbst.

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