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EU-Kommission Euro-Länder sollen Niedrigzins zum Schuldenabbau nutzen

Exklusiv
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EU-Kommission empfiehlt Trendumkehr

Bisher sind die Gewinne, die Mitgliedsstaaten dank der günstigen Refinanzierung am Markt erwarten können, noch nicht beziffert. Die EU-Kommission fordert, dass diese sorgfältig analysiert werden sollten.

Inwieweit Länder von den niedrigen Zinsen werden profitieren können, hängt auch davon ab, welcher Anteil der Staatsanleihen in den kommenden Jahren fällig wird. In Irland sind es im Zeitraum 2015 bis 2018 nur 20 Prozent, In Spanien dagegen 50 Prozent.

Die EU-Kommission empfiehlt den Ländern der Eurozone, die augenblicklich günstigen Konditionen durch aktives Schuldenmanagement möglichst zu verlängern.

Die größten Pleitestaaten der Welt
Norwegische Insel Quelle: dpa
Reichstag Quelle: dpa
Gracht in Amsterdam Quelle: AP
Akropolis Quelle: AP
Brunnen am österreichischen Parlamentsgebäude Quelle: dpa
Schweizer Flagge Quelle: dpa
Big Ben und Westminster Abbey Quelle: REUTERS

Konkret würde dies bedeuten, dass die Staaten auf längere Laufzeiten von Staatsanleihen umsteigen sollten. Die EU-Kommission betont, dass dies nicht nur im Interesse des einzelnen Staates liege, sondern dass auch die gesamte Eurozone davon profitieren könnte.

Bisher betreiben die Staaten der Eurozone ein höchst unterschiedliches Schuldenmanagement. In Irland etwa weist nur ein Prozent der Staatsschuld eine Laufzeit von unter einem Prozent auf, in Deutschland sind es dagegen 12 Prozent, in Frankreich 17 Prozent, in Spanien 18 Prozent. Irland setzt stark auf Langläufer, 80 Prozent der Staatsanleihen haben eine Laufzeit von fünf Jahren und mehr. In Deutschland liegt deren Anteil bei nur 55 Prozent, in Spanien bei 50 Prozent.

Europa



Jenen Ländern, die im Zuge der Sparpolitik ihre Investitionen zurückgefahren haben, empfiehlt die EU-Kommission eine Trendumkehr. Länder wie Spanien, Portugal und Lettland sollten den Spielraum, der sich dank der niedrigen Zinsen ergibt, dafür nutzen.

Deutschland wird nach den Prognosen der EU-Kommissionen bei den öffentlichen Investitionen mit einem Anteil von unter drei Prozent des BIP einen hinteren Platz einnehmen, knapp vor den ehemaligen Programmländern Portugal, Spanien und Irland. Beim Spitzenreiter Estland wird der Anteil mehr als doppelt so hoch wie in Deutschland liegen.

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