EU-Kommission Juncker präsentiert seine Kommissare

Es gibt viel mehr Bewerber als Posten, die zu vergeben sind. Doch Jean-Claude Juncker, der künftige Kommissionschef, hat nun eine Auswahl getroffen und Vorschläge für die wichtige Personalentscheidung gemacht.

Das könnten Junckers neue Kollegen sein
DEUTSCHLAND: Günther Oettinger (60), bisheriger EU-Energiekommissar und früherer baden-württembergischer Ministerpräsident (CDU). Quelle: dpa
DÄNEMARK: Margrethe Vestager (46), frühere dänische Ministerin für Wirtschaft und Inneres. Quelle: dpa
ESTLAND: Andrus Ansip (57), früherer estnischer Ministerpräsident. Quelle: dpa
NIEDERLANDE: Frans Timmermans (53), niederländischer Außenminister. Quelle: dpa
ÖSTERREICH: Johannes Hahn (56), bisheriger EU-Kommissar für Regionalpolitik. Quelle: REUTERS
PORTUGAL: Carlos Moedas (44), Staatssekretär beim portugiesischen Ministerpräsidenten. Quelle: Reuters
UNGARN: Tibor Navracsics (48), ungarischer Außenminister. Quelle: dpa
SLOWENIEN: Alenka Bratusek (44), slowenische Ministerpräsidentin. Quelle: AP
ITALIEN: Federica Mogherini (41), italienische Außenministerin, nominiert als EU-Außenbeauftragte. Quelle: dpa
GRIECHENLAND: Dimitris Avramopoulos (61), griechischer Verteidigungsminister. Quelle: AP
SCHWEDEN: Cecilia Malmström (46), bisherige EU-Innenkommissarin. Des Weiteren sind vorgeschlagen:SLOWAKEI: Maros Sefcovic (48), bisheriger EU-Verwaltungskommissar. BULGARIEN: Kristalina Georgiewa (61), bisherige EU-Kommissarin für humanitäre Hilfe und Krisenschutz. FINNLAND: Jyrki Katainen (42), bisheriger Wirtschafts- und Währungskommissar, übernahm das Amt Anfang Juli von seinem Landsmann Olli Rehn, der ins EU-Parlament wechselte. Katainen war auch finnischer Ministerpräsident. FRANKREICH: Pierre Moscovici (56), früherer französischer Finanzminister. IRLAND: Phil Hogan (54), ehemaliger irischer Umweltminister. KROATIEN: Neven Mimica (60), bisher EU-Verbraucherschutzkommissar. LETTLAND: Valdis Dombrovskis (43), früherer lettischer Ministerpräsident. LITAUEN: Vytenis Andriukaitis (63), ehemaliger litauischer Gesundheitsminister. ZYPERN: Christos Stylianides (56), zyprischer Abgeordneter im Europaparlament. TSCHECHIEN: Vera Jourova (50), tschechische Ministerin für Regionalentwicklung. SPANIEN: Miguel Arias Cañete (64), spanischer Ex-Minister für Landwirtschaft, Ernährung und Umwelt. RUMÄNIEN: Corina Cretu (47), rumänische EU-Abgeordnete. POLEN: Elzbieta Bienkowska (50), polnische Infrastrukturministerin. ÖSTERREICH: Johannes Hahn (56), bisheriger EU-Kommissar für Regionalpolitik. MALTA: Karmenu Vella (64), früherer maltesischer Tourismusminister. BELGIEN: Marianne Thyssen (58), belgische Europaabgeordnete. Quelle: AP

Der künftige EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker hat seine Auswahl für die neuen Kommissare vorgelegt. Wieder mit dabei ist der bisherige deutsche Energiekommissar Günther Oettinger, wie die EU-Kommission am Freitag in Brüssel mitteilte.
Für Frankreich steht der ehemalige Finanzminister Pierre Moscovici auf der Liste, für die Niederlande der derzeitige Außenminister Frans Timmermans.

Juncker hatte drei Tage lang Gespräche mit den von den EU-Staaten vorgeschlagenen 28 Kandidaten geführt. Dabei wollte er sie auf „Integrität, Unabhängigkeit und europäischen Geist“ abklopfen, wie seine Sprecherin erklärt hatte.

Die neuen Kommissare brauchen die Zustimmung der Staaten und des EU-Parlaments. Die designierte EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini aus Italien hat bereits die Rückendeckung der EU-Staaten und ist auch Vizepräsidentin der EU-Kommission.

Insgesamt gibt es neun weibliche Anwärter für das Gremium. Der Luxemburger Juncker hatte die EU-Staaten dazu gedrängt, Frauen zu nominieren. Als letztes Land hatte Belgien am Donnerstag die Europaabgeordnete Marianne Thyssen vorgeschlagen.
Die Verteilung der übrigen Ressorts will Juncker ab Mitte nächster Woche bekanntgeben.

„Nicht vor Mittwoch“, sagte eine Sprecherin Junckers. Spekulationen über die Verteilung der Verantwortlichkeiten innerhalb der neuen EU-Kommission wies sie zurück. „Herr Juncker hat keinerlei Entscheidung über die Ressorts getroffen“, betonte sie. Erst bräuchten die Nominierten die Zustimmung der EU-Staaten. „Davor wird es keine Entscheidung über die Verteilung von Ressorts geben“, unterstrich die Sprecherin. Die Lage verändere sich jeden Tag.

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Nach Informationen der Tageszeitung „Die Welt“ soll der Niederländer Timmermans eine zentrale Rolle in der neuen EU-Kommission spielen. Er solle „Erster Vizepräsident“ werden und für Bürokratieabbau, Grundrechte und Rechtsstaatlichkeit verantwortlich sein, sowie ein Vetorecht für Gesetzesvorschläge erhalten. Die Tageszeitung beruft sich auf mit den Verhandlungen vertraute Kreise. Der deutsche Vertreter Oettinger würde der „Welt“ zufolge hingegen als einfacher EU-Kommissar zuständig für Telekommunikation.

Die EU-Kommission hat eine wichtige Rolle im Brüsseler Machtapparat. Sie macht Gesetzesvorschläge und wacht über die Einhaltung europäischen Rechts.

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