EU-Roaming-Gebühren Abschaffung rückt ein Stück näher

Im Ringen um kostenfreies Roaming im europäischen Ausland kommt die EU-Kommission langsam voran. Man sei der für Juni 2017 geplanten Abschaffung der Roaming-Gebühren etwas näher gekommen, heißt es aus Brüssel.

Touristen machen vor der Akropolis in Athen ein Foto mit dem Smartphone. Quelle: dpa

Die für Juni 2017 geplante Abschaffung der Zusatzkosten für Handynutzer im EU-Ausland ist einen Schritt vorangekommen. Die Mitgliedsstaaten hätten die Vorschläge der EU-Kommission zum Wegfall der Roaming-Gebühren gebilligt, erklärten die zuständigen Kommissare Günther Oettinger und Andrus Ansip am Montag in Brüssel. Damit sind aber noch nicht alle Hürden ausgeräumt.

Wie Sie sich vor Handy-Kostenfallen im Ausland schützen (Stand April 207)

Nach den Plänen der Brüsseler Behörde soll man künftig ohne zeitliche Begrenzung im EU-Ausland ohne Zusatzkosten mit dem Handy telefonieren oder surfen können. Einzige Auflage: Es muss eine Bindung an das Land geben, aus dem die Sim-Karte stammt - man muss also zumindest manchmal dort sein. Die EU-Kommission will verhindern, dass man dauerhaft in der Heimat sehr preiswerte Tarife aus einem anderen EU-Land nutzt. Solchen Missbrauch sollen die Anbieter unterbinden dürfen, allerdings frühestens nach vier Monaten.

Ansip und Oettinger betonten, aus ihrer Sicht sei dieser Vorschlag ausgewogen. Er erlaube die Abschaffung der Zusatzgebühren und stelle gleichzeitig sicher, dass die günstigsten Inlandstarife attraktiv blieben. Nötig seien nun aber noch Verhandlungen der Kommission mit dem Europaparlament und den Mitgliedstaaten über die Großhandelspreise, die sich die europäischen Telekom-Unternehmen gegenseitig für Auslandsnutzung ihrer Kunden in Rechnung stellten. Die Gespräche begännen diese Woche.

Die Brüsseler Behörde hatte bereits im September ihren ersten Roaming-Vorschlag nach Kritik überarbeitet. Dem aktuellen Plan zufolge sollen Handynutzer ab Mitte 2017 ohne zeitliche Begrenzung und ohne Zusatzkosten Roaming im EU-Ausland nutzen können. Das System soll auf dem Wohnort oder einer „festen Verbindung“ zu einem EU-Staat basieren.

Im Grundsatz hatten sich das Europaparlament und die EU-Staaten schon im vergangenen Jahr auf den Wegfall von Roaming-Gebühren verständigt. „Dauerhaftes Roaming“ war in jenem Beschluss nicht vorgesehen, was das im Detail bedeutet, sollte die EU-Kommission ausarbeiten.

Vertreter der Staaten sollen nun am kommenden Montag über den ergänzten Vorschlag abstimmen. Zudem stehen noch Verhandlungen zwischen dem EU-Parlament und den Staaten darüber aus, inwieweit sich Anbieter untereinander weiterhin Gebühren für die Netznutzung in Rechnung stellen dürfen. Dem ursprünglichen Zeitplan zufolge sollten neue Roaming-Regelungen zum 15. Juni 2017 in Kraft treten.

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