Euro Dollarparität ist schon in Sicht

Der Euro erlebt derzeit eine Schein-Blüte. Aber der Draghi-Put läuft allmählich aus. Anschließend wird der Eurokurs in Richtung ein Dollar abstürzen.

Welche Währungen jetzt noch sicher sind
Vor allem dank hoher Ölreserven hat Norwegen weniger Schulden und wächst stärker als die Euro- Zone. Der Euro leidet unter der Schuldenkrise. Die Weltwährung Gold hängt den Euro um Längen ab, nur gegen den ebenfalls schuldengebeutelten US-Dollar behauptet sich die Gemeinschaftswährung. Klicken Sie durch unsere Bildergalerie und lesen Sie, welche Währungen noch sicher sind - und wovon Ableger besser die Finger lassen sollten. Quelle: Thomson Reuters, Bloomberg, Eurostat, Deutsche Bank, IWF/World Economic Outlook Database, April 2011, eigene Recherche Quelle: Laif
Die Norwegische Krone profitiert von den geringen Schulden und dem starken Wachstum Norwegens. 1) Deutsche-Bank-Schätzung für 2011; 2) 2011, in Prozent des BIPs
Der Euro behauptete sich zwar gegen den US-Dollar, Gold hängt ihn jedoch um Längen ab. 1) Deutsche-Bank-Schätzung für 2011; 2) 2011, in Prozent des BIPs 3 Eurostat-Prognose für 2011
Der Franken ist noch zu teuer. 1) Deutsche-Bank-Schätzung für 2011; 2) 2011, in Prozent des BIPs
Australien lockt mit hohen Renditen. 1) Deutsche-Bank-Schätzung für 2011; 2) 2011, in Prozent des BIPs
Kanadas Wirtschaft hängt eng an den USA. 1) Deutsche-Bank-Schätzung für 2011; 2) 2011, in Prozent des BIPs
China hält seine Währung künstlich unten, will aber aufwerten. 1) Deutsche-Bank-Schätzung für 2011; 2) 2011, in Prozent des BIPs

Im Juli 2012 hatte Mario Draghi, der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), die Märkte davor gewarnt, auf eine Abwertung des Euro zu spekulieren. Er sollte Recht behalten. Jetzt aber läuft der Draghi-Put für den Euro allmählich aus. Mehr und mehr zeigt sich, dass die Rettungsstrategie für den Euro geradezu zwangsläufig zu Rezession und steigender Arbeitslosigkeit führt. Der Schuldenberg in der Euro-Zone wird so nur immer größer. Allein die mehr oder weniger offene Finanzierung der Haushaltsdefizite durch die EZB verhindert noch eine Implosion der europäischen Anleihemärkte. Doch diese Strategie stößt an Grenzen. Wenn sich nämlich der wirtschaftliche Kollaps in Südeuropa 2013 fortsetzt, wird das Vertrauen in die Allmacht der EZB erodieren.

Die Maßnahmen der Notenbanken gegen die Krise

Allein der robusten deutschen Wirtschaft und der vergleichsweise guten Bonität Deutschlands ist es zu verdanken, dass die Anleger im Euroraum noch bei der Stange gehalten werden konnten. Doch mit einer offiziellen Staatsschuldenquote von 84 Prozent ist Deutschland schon längst selbst in der Gefahrenzone. Kommt die deutsche Exportwirtschaft unter die Räder, wird die Finanzierung dieser Schuldenlast zum Problem. Rechnet man die ausstehenden Garantien und Zusagen für die Euro-Rettung hinzu, kommt man je nach Szenario leicht auf eine Schuldenquote von 130 bis 150 Prozent. Nicht eingerechnet sind hier die Zahlungsverpflichtungen des Bundes und der Länder für die soziale Sicherung (Ansprüche an Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung). Rechnete man diese nicht gedeckten Schecks auf die Zukunft noch dazu, käme man auf Schuldenquoten jenseits von 350 Prozent der Wirtschaftsleistung.

Fiskalpakt und Schuldenabbau sind gestorben

Letztlich steckt Deutschland also genauso in der Schuldenfalle wie Spanien oder Italien. Mit der faktischen Euro-Schuldenunion hängt die Bonität Deutschland maßgeblich davon ab, was politisch in Rom, Madrid oder Paris passiert. Dort stehen die Zeichen auf Sturm und noch mehr Schulden. So gesehen ist die europäische Integration in der Amtszeit von Bundeskanzlerin Angela Merkel weiter fortgeschritten als es den Bundesbürgern lieb sein kann. Eigentlich steht Merkel vor einem politischen Scherbenhaufen. Die Kanzlerin ist immer wieder neue finanzielle Verpflichtungen zur Rettung des Euro eingegangen, hat bei der politischen Absicherung aber kein Terrain hinzugewonnen.

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Von Schuldenabbau will inzwischen niemand mehr etwas wissen und der Fiskalpakt ist so gut wie tot. Den Akteuren an den Devisenmärkten wird dies nicht verborgen geblieben sein. Was noch fehlt, ist der Auslöser für eine Flucht aus Euro, Dax und Bunds. Das könnte eine erneut von der Peripherie erzwungene Liquiditätsschwemme durch die EZB sein oder eine Rezession in Deutschland. Kommt der Euro dann erst einmal unter Druck, wird alles sehr schnell gehen. Die Liquidität an den Anleihenmärkten der großen europäischen Kernstaaten trocknete quasi über Nacht aus, die ausbleibende Nachfrage ließe die Anleiherenditen nach oben schießen und den Euro in Richtung Dollarparität abstürzen. Draghi wäre entzaubert und Merkel müsste damit vor den Bundestag.

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