WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Euro-Krise Ist die D-Mark besser als der Euro?

Seite 2/2

Auswirkungen der starken D-Mark

10 Gründe für den Euro
Boxer trainieren in einer Box-Halle Quelle: dpa
Mit herausgezogener Hosentasche steht ein Autofahrer vor der Preistafel einer Tankstelle Quelle: dpa
Eine Fugzeugpassagierin an einer Geldwechselstube in London Quelle: AP
Eine Frau hält ein euro starter kit neben einem Zwanzig-Mark-Schein Quelle: REUTERS
Thilo Sarrazin präsentiert sein Buch "Europa braucht den Euro nicht" Quelle: REUTERS
Kunden im Westfield Stratford City Shopping-Center in London Quelle: REUTERS
Ministerpräsidenten beim EU-Gipfeltreffen am 23.05.2012 Quelle: dpa

Hinzu kommt, dass die Unternehmen die aufwertungsbedingte Verteuerung ihrer Exporte auch dadurch ausglichen, dass sie ihre in D-Mark gerechneten Verkaufspreise verringerten. Um die Preiskonzession aufzufangen und die Gewinnspanne zu stabilisieren, senkten sie ihre Kosten. Sie mussten mithin effizienter wirtschaften, die betrieblichen Abläufe ständig verbessern und die Produktivität steigern. Unter dem Druck der starken Mark wurden auch die Unternehmen stark.

Weil die D-Mark im Trend aufwertete, benötigten die Deutschen weniger Geld für den Import von in Fremdwährung berechneten Produkten und konnten  zudem billiger Urlaub im Ausland machen.  Für ihr mit Exporten erwirtschaftetes Einkommen konnten sie sich mehr Produkte aus dem Ausland  leisten. Das Austauschverhältnis im Handel mit anderen Ländern verbesserte sich, die starke D-Mark erhöhte Deutschlands Wohlstand.

Der Einfluss der Mark

Der größte Vorteil der D-Mark war, dass die Bundesbank die Leitzinsen und andere geldpolitische Maßnahmen an den Bedürfnissen Deutschlands ausrichten konnte. Drohte die Konjunktur heiß zu laufen und die Inflation sich zu beschleunigen, erhöhte die Bundesbank die Zinsen und bremste so die Wirtschaft. Lief es schlecht mit der Konjunktur, senkte sie die Zinsen. Mit dem Euro ist das nicht mehr möglich. Die EZB versucht, ihre Geldpolitik nicht an einzelnen Staaten, sondern am gesamten Euro-Raum auszurichten. Da Wirtschaftskraft und Konjunktur zwischen den Mitgliedsländern stark divergieren, kann sie keine passgenaue Geldpolitik für Deutschland betreiben. Im Zuge der Euro-Krise hat sie den Fokus auf die Peripherieländer gerichtet. Um deren Wirtschaft zu stützen, hat sie die Zinsen gesenkt und die Geldpolitik massiv gelockert.

WirtschaftsWoche Online Euro Spezial

Die EZB hat jüngst angekündigt, im Notfall sogar unbegrenzt Staatsanleihen der Krisenländer zu kaufen. Damit verstößt sie gegen das im Vertrag über die  Arbeitsweise der Europäischen Union und der Verordnung zum EU-Vertrag festgelegte Verbot der Staatsfinanzierung durch die Notenpresse. Die EZB hat sich dadurch endgültig vom Vorbild der Bundesbank verabschiedet und droht zum Staatsfinanzier Südeuropas zu werden.

Europa



Das Geld, das sie durch den Ankauf von Staatsanleihen in den Bankensektor pumpt, fließt zunächst in die Märkte für Vermögensgüter wie Rohstoffe, Immobilien und Aktien und treibt deren Preise in die Höhe. Zieht die Konjunktur wieder an, dürfte das zusätzliche Zentralbankgeld auch in die Kreditvergabe an Unternehmen und private Haushalte fließen und so die Gütermärkte erreichen. Die Folgen sind höhere Inflationsraten und ein weicher Euro. Der Wohlstand, den sich Deutschland mit der D-Mark erarbeitet hat, gerät in Gefahr.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
Zur Startseite
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%