WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Euro-Krise Hebel ohne Wirkung

Seite 2/2

Der EFSF büßt seine Funktion als Rettungsschirm ein

Schwere Zeiten für President Nicolas Sarkozy: Frankreichs Bestnote AAA wackelt. Quelle: REUTERS

Bereits beim G20-Gipfel Anfang des Monats in Cannes war erörtert worden, wie sich die Mittel des IWF erhöhen könnten. Nun erwägen die Finanzminister Kredite der Europäischen Zentralbank (EZB) für Spanien und Italien über den IWF bereitzustellen. Dies wäre ein gewaltiger Politikwechsel, denn im Grunde würde die EZB dann in eine Rolle schlüpfen, die Bundeskanzlerin Angela Merkel bisher vehement abgelehnt hat, wenn sie sich gegen die stärkere Einbeziehung der EZB in die Rettungsbemühungen gewandt hat. Die EZB würde aktiv, doch ihre Intervention würde kaschiert, wenn die Kredite offiziell über den IWF laufen.
Seit Tagen kursieren Gerüchte, Italien benötige schon bald Finanzhilfe. Die Nachrichtenagentur Dow Jones meldet unter Berufung auf Kreise der Eurogruppe und des Währungsfonds, Italien werde schon im Dezember Verhandlungen über ein Paket im Volumen von 400 Milliarden Euro beginnen. 300 Milliarden davon sollen vom EFSF kommen. Italien benötigt im kommenden Jahr 220 Milliarden Euro, um seine Schulden zu bedienen.

Wackelkandidat Frankreich

Da ein Großteil der Anleihen im ersten Quartal fällig wird, drängt die Zeit. Es gilt allerdings als unwahrscheinlich, dass der neue italienische Ministerpräsident Mario Monti vor dem 5. Dezember ein Hilfeersuchen einreichen wird. An diesem Tag will er seinem Kabinett den Entwurf für den Haushalt 2012 vorlegen.
Ein weiteres Risiko in der Eurozone stellt Frankreich da, dessen Bestnote AAA wackelt. Sollten die Rating-Agenturen die Bonität des zweitgrößten Staates der Eurozone tatsächlich zurückstufen, kommt der Rettungsfonds EFSF weiter ins Trudeln, denn die Konstruktion beruht auf der Bestnote Frankreichs.
Anderthalb Jahre nach seiner Schaffung erweist sich der EFSF als immer stumpferes Instrument. Die Politiker werden sich Neues einfallen lassen müssen, um den Euro zu retten. Viel Zeit bleibt ihnen allerdings nicht. EU-Währungskommissar Olli Rehn spricht schon davon, dass die Währungsunion in eine kritische Phase getreten ist: „Jetzt beginnen zehn kritische Tage, in denen wir die Antwort auf die Schuldenkries in der EU zum Abschluss bringen und beschließen müssen.“

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%