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Euro-Krise Merkel drängt Spanien unter Rettungsschirm

Neuer Wirbel in der Schuldenkrise: Laut einem Bericht wollen Kanzlerin Merkel und Finanzminister Schäuble Spanien unter den Rettungsschirm EFSF drängen. Der spanische Wirtschaftsminister ließ Schäuble jedoch abblitzen.

Angela Merkel Quelle: dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble wollen das krisengeplagte Spanien einem Magazinbericht zufolge unter den europäischen Rettungsschirm EFSF drängen. Nach Einschätzung der beiden sei Spanien allein nicht im Stande, die Schieflage seiner Banken zu beheben, berichtete der „Spiegel“ am Samstag ohne Nennung von Quellen.

Ihre gemeinsame Linie hätten Merkel und Schäuble Anfang dieser Woche verabredet. Die Bundesregierung wolle so die Gefahr eindämmen, dass sich die Euro-Krise nach einem möglichen Ausscheiden Griechenlands in den angeschlagenen Süd-Ländern der Währungsunion verschärfe. In deutschen Regierungskreisen hieß es zu dem Bericht, die Entscheidung, ob sie Hilfen aus dem Rettungsschirm beantrage, liege allein bei der spanischen Regierung.

Das sind die Schuldenkönige Europas
A general view of the old town of Tallinn, Estonia Quelle: AP
Speaker of the Parliament of Finland Eero Heinaluoma,president-elected Sauli Niinisto, president Tarja Halonen Quelle: dapd
LuxemburgDer kleinste Flächenstaat der Welt hat 2011 nur 0,6 Prozent des BIPs an neuen Schulden aufgenommen. In Euro macht das putzige 253 Millionen Euro. Genauso hoch wie Luxemburgs Neuverschuldung war das operative Ergebnis der VW-Tochter MAN im ersten Quartal 2012. Quelle: dpa
Ein Aufkleber mit der Aufschrift «Made in Germany» und dem EU Symbol klebt auf einem Solarkollektor Quelle: dpa
View of the new embassy of Malta in Berlin Quelle: AP
Blick auf das hell erleuchtete Riesenrad im Prater in Wien Quelle: dpa
Europäische Länder-Flaggen hängen schlaff vor dem Europäischen Parlament in Brüssel, Belgien Quelle: dpa

Schäuble habe den spanischen Wirtschaftsminister Luis de Guindos bei dessen Besuch am Mittwoch in Berlin unter Druck gesetzt, berichtete das Magazin. Schäuble habe gefordert, Spanien müsse sich Geld vom Rettungsschirm besorgen, um das Kapital seiner Banken aufzupolstern. Die Schwierigkeiten des Finanzsektors führten dazu, dass Spanien sich nur noch zu steigenden Zinsen Geld an den Finanzmärkten besorgen könne. Guindos habe Schäuble jedoch abblitzen lassen, hieß es in dem Bericht. Sein Land könne die Mittel allein aufbringen, habe dieser erklärt. Zudem wolle Guindos zunächst abwarten, auf welchen tatsächlichen Finanzbedarf Unternehmensberater kämen, die derzeit die spanischen Kreditinstitute durchleuchteten.

Experten der Bundesregierung rechnen dem Bericht zufolge damit dass die spanische Bankenwirtschaft eine Kapitalspritze von 50 bis 90 Milliarden Euro benötigt. Madrid hatte in den vergangenen Wochen mehrmals Geld für seine Banken außerhalb des bisherigen Rettungsverfahrens gefordert. Dies lehnte die Bundesregierung ab. Spanien war zuletzt neben Griechenland in den Mittelpunkt der Schuldenkrise gerückt. Die spanische Finanzbranche steckt in der Klemme, weil die Banken wegen geplatzter Immobilienkredite riesige Kapitallöcher aufweisen. Die Probleme der Geldhäuser werden nun zu einer immer größeren Last für die Staatsfinanzen der viertgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone. Experten bezweifeln, dass Spanien auf Dauer ohne Unterstützung der Euro-Partner auskommen kann.

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