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Euro-Krise Schlechte Noten für Europas Krisenländer

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Slowenien

Der Staatsbankrott ist abgewendet, der Sprung unter den Euro-Rettungsschirm auch - vorerst. Quelle: dpa Picture-Alliance

Elf Monate lang galt Slowenien als nächster Kandidat für den Rettungsschirm. Erst im Dezember 2013 zeigt ein Stresstest: Die Lage der Banken des Euro-Landes ist sehr ernst, aber zunächst kann die Regierung in Ljubljana die Institute aus eigener Kraft stabilisieren. Fünf Milliarden Euro sind dazu notwendig. Viel, aber wohl nicht zu viel für das kleine Land in Osteuropa.

„In den acht Monaten, in denen ich die Regierung führe, haben wir in einer Art Feuerwehreinsatz die ärgsten Probleme schnell gelöst“, sagte die slowenische Regierungschefin Alenka Bratusek Anfang Dezember der „Welt“. „Offenbar haben wir das Feuer tatsächlich gelöscht.“

So bewerteten wir Slowenien 2012

Fakt ist: Der Staatsbankrott ist abgewendet, der Sprung unter den Euro-Rettungsschirm vorerst auch. Die Renditen für slowenische Zehn-Jahres-Anleihen fielen am Freitagmittag erstmals seit acht Monaten wieder unter sechs Prozent. Im vergangenen April hatte Slowenien zeitweise über sieben Prozent Zinsen zahlen müssen. Und auch der Arbeitsmarkt und das Rentensystem wurden reformiert. Künftig wird das Renteneintrittsalter auf 65 Jahre steigen – nachdem viele Slowenen bislang mit 58 oder 59 Jahren in den Ruhestand gegangen sind. Damit sind wichtige Schritte eingeleitet. Alle Probleme sind aber längst nicht gelöst.

So schrumpft die Wirtschaft immer weiter. Nach einem Minus beim Wirtschaftswachstum von 2,5 Prozent in 2012, soll das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr um weitere 2,7 Prozent schrumpfen. Kein Wunder, dass sich die Arbeitslosenquote bei über zehn Prozent hält. Und auch der Haushalt ist von einer schwarzen Null noch ein gutes Stück entfernt. Die Mitte-Links-Koalition von Regierungschefin Alenka Bratusek will das Haushaltsdefizit im kommenden Jahr auf 2,9 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) und im Jahr danach auf 2,4 BIP-Prozente begrenzen. Helfen soll unter anderem eine Immobiliensteuer, die dem Land jährliche Mehreinnahmen in Höhe von 400 Millionen Euro einbringen soll.

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    Sloweniens Abschlusszeugnis 2013

    Die geplanten Privatisierungen hingegen stocken. Bisher kontrolliert der Staat rund die Hälfte der Wirtschaft, etwa in vielen Sektoren wie der Bankenbranche, dem Einzelhandel, der Telekommunikation und bei den Medien. Nun stehen Telekom Slovenia, Adria Airways und der internationale Flughafen Ljubljana zum Verkauf. Nur: Es mangelt an Interessenten.

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