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Euro-Krise Target-Salden drängen Deutschland an den Abgrund

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Zielscheibe EZB

EZB Quelle: dapd

An der breiten Öffentlichkeit ging die Diskussion um die Target-Salden zunächst vorbei. Dafür war das Thema zu sperrig und komplex. Selbst studierte Ökonomen haben es nur schwer durchschaut. Auch die Bundesbank und die EZB trugen mit abwiegelnden und verschwurbelten Erklärungen dazu bei, das Thema auf kleiner Flamme zu kochen. Kein Wunder, beruhen die aus dem Ruder laufenden Target-Salden doch auf einem Konstruktionsfehler bei der Euro-Gründung. Weil man sich damals keine Euro-Krise vorstellen konnte oder wollte, verzichtete man auf einen Mechanismus zur Begrenzung der Target-Salden.

Wofür die Bürger der Euro-Länder bei der Rettung haften

Die EZB, qua Amt zu einer gesamteuropäischen Perspektive vergattert, versucht bis heute, das Target-Problem mit dem Hinweis kleinzureden, dass sich negative und positive Salden im Euro-System ausglichen. Zudem setzt man im EZB-Tower darauf, dass die Target-Salden von selbst wieder verschwinden, wenn die Krisenländer erst einmal Reformen umgesetzt und ihre Wirtschaft wieder auf Trab gebracht haben. Dass die lockere Geldpolitik die Target-Salden immer weiter in die Höhe treibt und so die Reformanreize für die Krisenländer zerstört, will man in der Frankfurter Währungsbehörde nicht einsehen.

Anteil Deutschlands an der Euro-Rettung

Nun aber kommt neuer Schwung in die Debatte. Angesichts des ungebremsten Wachstums der Forderungssalden in der Bilanz der Bundesbank warnte auch deren Chef Jens Weidmann vergangene Woche in einem Brandbrief an EZB-Chef Mario Draghi vor den zunehmenden Risiken durch die Target-Salden und forderte deren Begrenzung. Ein weiterer Konflikt zwischen Bundesbank und EZB ist programmiert. Die von Hans-Werner Sinn mit Verve vorangetriebene Target-Debatte hat endlich die öffentliche Bühne erreicht, die ihr gebührt. Im Folgenden beantworten wir die wichtigsten Fragen rund um das Target-Thema.

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