Euro-Zone Wirtschaft hält Wachstumstempo konstant

Die Wirtschaft in der Euro-Zone hat Ende 2016 ihr Wachstumstempo gehalten. Deutschland steht besonders stark da. Aber das Bruttoinlandsprodukt in Griechenland und Italien schwächelt.

Die Konjunktur in Deutschland hat Ende 2016 deutlich an Schwung gewonnen. Auch für die gesamte Euro-Zone sind die Zahlen solide. Quelle: dpa

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte von Oktober bis Dezember zum Vorquartal um 0,4 Prozent zu, wie das Statistikamt Eurostat auf Basis vorläufiger Daten mitteilte. In einer ersten groben Schnellschätzung war noch von 0,5 Prozent die Rede. Im Sommer hatte es ebenfalls einen Zuwachs von 0,4 Prozent gegeben.

In Deutschland legte das BIP Ende 2016 ebenso wie in Frankreich um 0,4 Prozent zu. Stärker zog die Wirtschaftsleistung in Spanien (plus 0,7 Prozent) an, während in Italien nur ein Miniwachstum von 0,2 Prozent heraussprang. Die Wirtschaftsleistung im schuldengeplagten Griechenland schrumpfte dagegen um 0,4 Prozent.

Im Gesamtjahr stieg das BIP im Euro-Raum ersten Schätzzahlen zufolge um 1,7 Prozent. Damit ist der lange Zeit von Euro- und Finanzkrise wirtschaftlich ausgebremste Währungsraum in Sachen Wachstum sogar an den USA vorbeigezogen, deren BIP voriges Jahr nur um 1,6 Prozent zulegte.

Konjunkturindikatoren

Deutsche Wirtschaft Ende 2016 wieder kräftig gewachsen

Die Konjunktur in Deutschland hat Ende 2016 deutlich an Schwung gewonnen. Das Bruttoinlandsprodukt legte zwischen Oktober und Dezember um 0,4 Prozent zum Vorquartal zu, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Ökonomen hatten zwar etwas mehr erwartet, aber im Sommer fiel das Wachstum mit 0,1 Prozent auch schwächer aus als ursprünglich gedacht. Im Herbst sorgten dann erneut die Ausgaben der öffentlichen Hand für Flüchtlinge und der Bauboom für Impulse. Zudem steigerten die Verbraucher ihren Privatkonsum leicht. Der Außenhandel hingegen bremste die Konjunktur in Europas größter Volkswirtschaft, da die Importe deutlich stärker zunahmen als die Exporte, wie die Statistiker betonten. Für dieses Jahr rechnet die EU-Kommission mit einem Wirtschaftswachstum in Deutschland von 1,6 Prozent. 2016 waren es noch 1,9 Prozent - allerdings zählte das vorige Jahr auch drei Arbeitstage mehr.

Griechische Wirtschaft schrumpft Ende 2016 unerwartet

Die griechische Wirtschaft ist Ende 2016 überraschend geschrumpft. Das Bruttoinlandsprodukt fiel von Oktober bis Dezember um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Von Reuters befragte Ökonomen hatten dagegen mit einem Wachstum von 0,4 Prozent gerechnet. Noch im Sommerquartal hatte es ein kräftiges Plus von 0,9 Prozent gegeben. Griechenland hängt damit der Entwicklung in der Euro-Zone hinterher. Dort legte das Bruttoinlandsprodukt im Schlussquartal um 0,4 Prozent zu. Die EU-Kommission traut Griechenland nach langer Krise aber ein Comeback zu. In diesem Jahr soll das Bruttoinlandsprodukt um 2,7 Prozent und 2018 sogar um 3,1 Prozent zulegen.

Italiens Wirtschaftswachstum schwächt sich Ende 2016 ab

Das italienische Wirtschaftswachstum hat zum Jahresende 2016 an Schwung verloren. Das BIP legte zwischen Oktober und Dezember um 0,2 Prozent zu. Im Sommer betrug das Plus noch 0,3 Prozent. Von Reuters befragte Ökonomen hatten für das vierte Quartal mit einem Plus von 0,2 Prozent gerechnet. Die nach Deutschland und Frankreich drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone hinkt wirtschaftlich hinterher. Im Gesamtjahr 2016 ergab sich ein Zuwachs beim BIP von 0,9 Prozent. Dies ist ein voller Prozentpunkt weniger als in Deutschland, das ein Plus von 1,9 Prozent erreichte.

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