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Eurokrise Spaniens Schulden erreichen Rekordwerte

Spanien kann sich derzeit zwar problemlos Geld leihen, trotzdem sind die Aussichten für das Euro-Krisenland mies: Die Schulden türmen sich so hoch wie noch nie und die Wirtschaft schrumpft stärker als erwartet.

Die zehn größten Euro-Lügen 2013
Francois hollande Quelle: dpa
Mario Draghi Quelle: dpa
José Manuel Barroso Quelle: REUTERS
Wolfgang Schäuble Quelle: AP
Martin Schulz Quelle: REUTERS
Antonis Samaras Quelle: dapd
Jean-Claude Juncker Quelle: dpa

Spanien hat sich erneut problemlos und zu günstigen Konditionen Geld geliehen. Der Staat sammelte bei zwei Auktionen insgesamt 3,5 Milliarden Euro ein, wie das Finanzministerium mitteilte. Die Zinsen legten dabei leicht zu - für dreimonatige Papiere von 0,12 auf 0,331 Prozent und für neunmonatige Papiere von 0,787 auf 0,789 Prozent.

"Die Zinsen sind ein wenig gestiegen, aber sie waren bereits so niedrig, dass sie gar nicht mehr fallen konnten", sagte Citi-Experte Jose Louis Martinez. Die guten Konditionen stehen im starken Kontrast zur wirtschaftlichen Lage des Euro-Landes, dessen hartnäckige Rezession die Arbeitslosenquote auf das Rekordniveau von 27 Prozent getrieben hat. Experten erklärten das mit der extrem lockeren Notenbankpolitik in Ländern wie den USA und Japan, wodurch viel Geld in Länder wie Spanien fließe.

Trotzdem steht das Euro-Krisenland so tief in der Kreide wie nie zuvor: Die Schulden des spanischen Staates stiegen zum 31. März auf 923,31 Milliarden Euro. Das seien 87,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), teilte die Zentralbank in Madrid mit. Im Vergleich zum 31. Dezember (884 Milliarden) betrug der Anstieg 4,4 Prozent. Die Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy will 2013 das Haushaltsdefizit, das sich im vergangenen Jahr auf rund 7 Prozent der Wirtschaftsleistung belief, auf 4,5 Prozent herunterschrauben. Nach amtlicher Schätzung sollen die öffentlichen Schulden dann auf 91,4 Prozent des BIP klettern. Im Zuge der Sparmaßnahmen wird die spanische Wirtschaft dieses Jahr vor dem Hintergrund einer Rekordarbeitslosigkeit von über 27 Prozent nach EU-Schätzung um 1,5 Prozent schrumpfen. Bereits Ende April wurde bekannt, dass Spaniens Wirtschaft stärker schrumpft, als die Regierung des Euro-Krisenlandes erwartet hat.

Abkommen gegen Jugendarbeitslosigkeit unterzeichnet

Die konservative Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy räumte zudem ein, dass sie ihr Ziel eines Abbaus der Arbeitslosigkeit in dieser Legislaturperiode nicht erreichen werde. Für 2013 veranschlagte sie nach einem Kabinettsbeschluss die Arbeitslosenquote auf 27,1 Prozent. Bis zum Ende der Amtszeit im Jahr 2015 sei ein Wert von 25,8 Prozent zu erwarten, sagte der Minister. Als Rajoy Ende 2011 die Macht übernommen hatte, betrug die Arbeitslosenquote 22,8 Prozent. De Guindos betonte, ohne die Reformpolitik der Regierung wäre die Arbeitslosigkeit noch höher.

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Immerhin kommt das Land im Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit voran. In den nächsten vier Jahren sollen rund 5000 junge Spaniern in Deutschland eine Ausbildung oder Beschäftigung bekommen. Bei dem Treffen mit ihrer spanischen Amtskollegin Fátima Bánez Garcia sagte Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU), die jungen Leute würden in Deutschland „mit offenen Armen empfangen“. In Spanien liegt die Jugendarbeitslosigkeit derzeit bei 56 Prozent, dem nach Griechenland zweithöchsten Wert in der EU. In Deutschland sind nur 7,6 Prozent der jungen Leute unter 25 ohne Job, zudem etwa 33.000 Ausbildungsplätzen nicht besetzt.

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