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Europa nach der Wahl Griechenland sorgt für Unsicherheit

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Griechen wenden sich vom Sparkurs ab

Wahlen in Griechenland Quelle: REUTERS

Es war das erste Mal, dass die Griechen seit Ausbruch der Schuldenkrise über ihre politische Führung abstimmen konnten. Sie liefen in Scharen zu den Kritikern der harten Sparprogramme über. Das zuvor kleine Linksbündnis wird mit wohl mehr als 16 Prozent als zweitstärkste Kraft hinter den Konservativen ins Parlament einziehen. Sie hat ihr Wahlergebnis von 2009 mehr als verdreifacht.

Im Wahlkampf hatten die Linken angekündigt, die Sparbeschlüsse im Zusammenhang mit den internationalen Rettungspaketen auf den Prüfstand zu stellen, Banken zu nationalisieren sowie Löhne und Gehälter zu erhöhen. Auch die ultra-nationalistische Goldene Morgenröte wird wohl mit rund sieben Prozent der Stimmen in der neuen Volksvertretung sitzen - erstmals seit dem Ende der Militärdiktatur 1974.

Sie forderte etwa die Ausweisung aller Einwanderer.

Das griechische Wahlrecht

Zu den Besonderheiten des griechischen Wahlrechts gehört die Bestimmung, dass die stärkste Partei automatisch 50 Sitze zusätzlich zugesprochen bekommt. Die Nea Demokratia ist mit rund 19 Prozent nach Auszählung von 96 Prozent der Wahlzetteln stärkste Kraft. Die Pasok kommt demnach auf 13,3 Prozent - 2009 waren es noch 44 Prozent. Pasok und Nea Demokratia bestimmten über Jahrzehnte abwechselnd die Politik des Landes.

Der Verfassung zufolge hat die stärkste Partei nach der Wahl drei Tage Zeit, um eine Regierung zu bilden. Sollte ihr dies nicht gelingen, erhält die zweitstärkste Partei die Möglichkeit, danach die drittstärkste und so weiter.

Europa



Sollte keine Erfolg haben, würden Neuwahlen nach etwa drei Wochen ausgerufen.

Die vorgezogene Wahl wurde angesetzt, nachdem die Übergangsregierung unter Führung des international angesehenen ehemaligen Notenbankers Lukas Papademos einen Schuldenerlass ausgehandelt und ein zweites internationales Rettungspaket gesichert hatte.

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