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Europäische Investitionsbank Investitionslücke in Europa von über 200 Milliarden Euro

Exklusiv

Werner Hoyer von der Europäischen Investitionsbank (EIB) klagt über eine signifikante Investitionslücke in Europa. Vor allem für die Bildung sowie den Verkehr ist zu wenig Geld da.

Werner Hoyer, Europäische Investitionsbank (EIB) Quelle: dpa

Die Europäische Investitionsbank (EIB) beziffert die jährliche Investitionslücke in Europa auf über 200 Milliarden Euro. „Für digitale Infrastruktur beträgt die Investitionslücke in Europa jährlich 55 Milliarden Euro“, sagte EIB-Präsident Werner Hoyer im Interview mit der WirtschaftsWoche. Er fügte hinzu: „Im Bildungsbereich liegt die Investitionslücke bei 100 Milliarden Euro, für Straßen, Brücken und Häfen fehlen 50 Milliarden Euro pro Jahr.“ Diese Summen würden zusätzlich zu dem benötigt, was an Investitionen derzeit vorgesehen sei und ließen sich nur durch die Mobilisierung privaten Kapitals decken.

Die EIB finanziere ihre Projekte nicht mit Steuergeldern, sondern mit eigenen Mitteln. „Unsere Bank nimmt pro Jahr zwischen 60 und 80 Milliarden Euro an den Kapitalmärkten auf. Die Investoren vertrauen uns“, betonte Hoyer. Nach der jüngsten Kapitalaufstockung um zehn Milliarden Euro wurden in den beiden letzten Jahren 60 Milliarden Euro mehr an Krediten vergeben: „Weil wir dabei immer andere private oder öffentliche Investoren einbeziehen, haben wir insgesamt ein Investitionsvolumen von 180 Milliarden Euro mobilisiert. Das kann sich sehen lassen.“

Die wichtigsten Aspekte des Investitionsprogramms

Entgegen den Befürchtungen habe es in Griechenland keine Ausfälle gegeben. „Wir haben dort knapp 17 Milliarden Euro in Projekten gebunden. Das Neugeschäft lag in den vergangenen fünf Jahren bei etwa acht Milliarden Euro“, unterstrich Hoyer. Vereinzelte Probleme habe man gelöst: „Bei allen Sorgen um die Finanzen in Griechenland – bei der Projektfinanzierung hat das Land bisher jeden Cent bezahlt.“

Die Europäische Investitionsbank (EIB) ist für die Umsetzung des sogenannten Juncker-Plans zuständig, der die Wirtschaft in den EU-Staaten ankurbeln soll. Das Programm soll im September starten und bis 2017 insgesamt 315 Milliarden Euro mobilisieren.

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