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Europäische Union Das nächste Sorgenkind heißt Kroatien

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Zu viel Bürokratie

Ein Bad an der Werft - Kroatien lebt vom Tourismus. Die Industrie ist, abgesehen vom Schiffbau, noch unterentwickelt Quelle: Laif

Im Global Competitiveness Report des World Economic Forum landet das Land auf Platz 81, hinter Botswana und dem Iran. Die Rangliste von Transparency International, die die Korruption in 174 Ländern untersucht, führt Kroatien an 62. Position, hinter Kuba und Namibia. Der Doing-Business-Report der Weltbank, der prüft, wie einfach sich Firmen gründen lassen, sieht Kroatien auf Platz 84. Die Hürden: vergleichsweise hohe Löhne und Lohnnebenkosten, steigende Steuern, rigide Arbeitsgesetze und ausufernde Bürokratie. Ikea etwa will seit Jahren in der Nähe von Zagreb ein Möbelhaus bauen. Damit die Kunden den Einrichtungstempel ansteuern können, ohne Autobahnmaut zu zahlen, baten die Schweden die Regierung, die Mautstelle zu verlegen. Die Verhandlungen zogen sich mehrere Jahre hin, erst vor Kurzem willigten die Behörden ein.

Das sind die korruptesten Länder Europas
Eine Hand reicht einen Umschlag mit Bargeld über einen Schreibtisch. Quelle: dpa/dpaweb
Maori warrior perform during an official maori welcome to Britain's royals, Prince Charles (unseen) and his wife Camilla (unseen) Quelle: dpa
An Swedish embassy employee adjusts a Swedish Quelle: dpa
The Swiss flag is projected on the international headquarters of Nestle, Quelle: dpa
A Dutch supporter, his face painted in the colors of the national flag Quelle: AP
Das Brandenburger Tor ist in den frühen Morgenstunden am 05.12.2012 in Berlin hinter einem beleuchteten Tannenbaum zu sehen. Quelle: dpa
A woman leaves a government job center in Madrid Quelle: dapd

Ivo Josipovic weiß um die Probleme. „Wir haben nicht unbedingt einen modernen Arbeitsmarkt“, räumt der kroatische Staatspräsident im Gespräch mit der WirtschaftsWoche ein. Auch das Investitionsklima sei verbesserungsbedürftig. „Da müssen jetzt Gesetze geändert werden, die Investitionen blockieren.“

Angst vor Reformen

Das Problem ist, dass die seit einem Jahr amtierende Mitte-links-Regierung genau wie die davor regierenden Konservativen vor Reformen zurückschreckt. Stattdessen hat Zagreb kontinuierlich den öffentlichen Sektor ausgeweitet. Statt wie von Brüssel angemahnt Staatsbetriebe zu privatisieren, legt die Politik Privatunternehmen immer neue Steine in den Weg. Mehr als ein Drittel der Arbeitnehmer ist im öffentlichen Dienst beschäftigt. Die Personal- und Sozialausgaben machen 75 Prozent der öffentlichen Ausgaben aus.

Zwar erfüllt Kroatien mit einer Staatsverschuldung von 57 Prozent vom BIP die entsprechende Vorgabe des Maastricht-Vertrages. Kritisch ist allerdings die private Verschuldung. Bei den Banken des Landes sind 14 Prozent aller Kredite notleidend, hat Deutsche-Bank-Experte Körner errechnet. Vor fünf Jahren waren es erst vier Prozent. Die Kroaten konsumieren auf Pump, viele haben gleich mehrere Kreditkarten. Die Kaufhäuser, Cafés und Restaurants in der Zagreber Innenstadt sind voll. Junge Leute flanieren mit Taschen internationaler Modelabels durch die Straßen.

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Glaubt man Präsident Josipovic, wird bald alles besser. „In den vergangenen fünf Jahren hat Kroatien große Fortschritte gemacht“, behauptet das Staatsoberhaupt. Vom EU-Beitritt erwartet er einen Reformschub. „Ein gesunder Wettbewerb wird unsere Wirtschaft stärken“, so der Präsident.

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