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Europaweiter Vergleich So funktioniert die perfekte Berufsausbildung

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Warum es mehr Erasmus-Azubis geben sollte

Sozialpartnerschaft: Wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmer sich gemeinsam auf Ausbildungsinhalte einigen, profitieren die Auszubildenden. Hier sind ebenfalls Deutschland und die Schweiz Spitzenreiter. In Italien, Portugal, Schweden und UK werden die Gewerkschaften ebenfalls einbezogen, allerdings noch nicht im ausreichenden Maße.

Mobilität: Auszubildende sollten ebenso Auslandserfahrungen sammeln können wie Studierende. Bislang machen das am ehesten noch die Polen – allerdings nur, weil die Jobperspektiven im eigenen Land bescheiden sind. Derzeit wird ein Großteil der knapp 15 Milliarden Euro, die bis 2020 für das Erasmusprogramm zur Verfügung stehen, für Studierende ausgegeben. Lediglich 22 Prozent fließen in die Berufsausbildung. Soll das europäische Ausbildungssystem gestärkt werden, müssten Auslandsaufenthalte auch für Azubis zur Regel werden.

Akzeptanz: Die Berufsausbildung sollte eine ähnliche Wertschätzung wie ein Studium genießen. In Deutschland und der Schweiz ist das dank des erfolgreichen dualen Ausbildungssystems gegeben – aufgrund der zunehmenden Akademisierung aber in Gefahr. In Italien, Polen, Portugal, Schweden und UK gibt es nur wenig Akzeptanz für Ausbildungsberufe, da diese oft als zweite Wahl oder minderwertig gelten. Dementsprechend schlecht sind die Jobperspektiven im Anschluss an eine Ausbildung.

Inklusion: Um Ausbildungsberufe für alle Gesellschaftsschichten attraktiv zu machen, sollte es spezielle Angebote für leistungsstarke sowie leistungsschwache Jugendliche geben. Während Deutschland und Großbritannien gute Erfahrungen mit der Förderung für Leistungsstarken gemacht haben, sind Schweden, Polen und Portugiesen im Umgang mit Leistungsschwächeren firm. Zwar dürften die speziellen Inhalte zusätzliche Kosten mit sich bringen. Laut Studie rechnen die sich aber, da der demografische Wandel die wirtschaftlich größere Gefahr darstellt.

Durchlässigkeit: Nach der Ausbildung sollte die Möglichkeit zu einem Studium bestehen. Zwar würde es volkswirtschaftlich wenig Sinn ergeben, wenn jeder Auszubildende im Anschluss studiert. Gleichwohl ist diese Perspektive wichtig, um die Attraktivität für Ausbildungsgänge zu erhöhen. In Portugal und Polen erhält jeder fertige Azubi die Hochschulzugangsberechtigung. Insbesondere unser östliches Nachbarland gilt hier als vorbildlich. In Schweden, Deutschland und der Schweiz gibt es zusätzliche Bildungsangebote, um die Hochschulzugangsberechtigung zu erwerben.

Modularer Aufbau: Ausbildungsinhalte sollten sich stets daran orientieren, welche Fähigkeiten und Qualifikationen am Arbeitsmarkt gebraucht werden. Am besten lässt sich dies über ein modulares Bildungssystem wie im Vereinigten Königreich erreichen. Hier teilen sich England, Wales und Nordirland ein Bildungssystem, das flexibel angepasst werden kann. Auch Polen und Italien haben sinnvolle Systeme entwickelt, die die Inhalte sogar nach Regionen anpassen.

Europa



Die vollständige Studie kann auf der Homepage des Instituts der deutschen Wirtschaft runtergeladen werden. Die Autoren haben zwar ein Grundgerüst für funktionierende und attraktive Ausbildungssysteme entwickelt, die potentiell in ganz Europa funktionieren können. Und dennoch: "Strukturen, die in dem einen Land aufgrund des institutionellen Rahmens erfolgreich sind, müssen in einem anderen Land noch lange nicht zum selben Ergebnis führen." Wichtig sei daher die historischen, regionalen und wirtschaftlichen Besonderheiten der jeweiligen Ausbildungssysteme zu berücksichtigen. Der demografische Wandel und die Digitalisierung seien zudem zwei Faktoren, die eine permanente Herausforderung für das Berufsausbildungssystem darstellen.

 

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