Ex-Präsident Nicolas Sarkozy in Polizeigewahrsam

Nicolas Sarkozy soll sich illegal Informationen aus einem laufenden Gerichtsverfahren beschafft haben. Deshalb sitzt er jetzt in Polizeigewahrsam.

Was die Deutschen mit Frankreich verbinden
Was die Deutschen mit den Franzosen verbindenAm 22. Januar jährt sich der Elysee-Vertrag zum 50. Mal. Aus diesem Anlass hat die Deutsche Botschaft am Montag in Paris das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage vorgestellt. Die Frage lautete: Welches Bild haben die Franzosen von den Deutschen und umgekehrt? Ein kurzer Überblick, über die Begriffe, mit denen die Deutschen den französischen Nachbarn identifizieren. Quelle: dpa
Wir Deutschen erinnern uns gerne an die Dinge, die in der langen Beziehung mit Frankreich über den Rhein zu uns kamen: Vor allem an die französische Küche. Egal ob Käse, Austern (im Bild) oder Coq au Vin - La cuisine francaise zählt zu den Begriffen, die am häufigsten bei der Umfrage genannt wurden. Quelle: REUTERS
Die Baguette wurde bei 27 Prozent der Befragten am häufigsten genannt.
Auch an Wein denken die Deutschen besonders häufig, nämlich 32 Prozent der Befragten. Nicht verwunderlich: Weine aus Frankreich dominieren den Weltmarkt. Im Bild: Eine Degustation in Beaune, im Weingebiet Burgund. Quelle: REUTERS
Auch oft genannt: Der Eiffelturm, das Wahrzeichen der französischen Hauptstadt. 37 Prozent der Befragten dachten spontan als erstes an dieses Monument aus Stahl und Schrauben, das im 19. Jahrhundert gebaut wurde. La Tour Eiffel zählt zu den größten Touristenmagneten der Stadt. Quelle: Reuters
Auf dem ersten Platz: Die Hauptstadt Paris, die bei 56 Prozent der Befragten als erstes genannt wird. Das wirtschaftliche und politische Zentrum Frankreichs verbindet wie wenige Hauptstädte auf der Welt die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Landes. Der Arc de Triomphe und das Büroviertel La Défense (beides im Bild) sind ein gutes Beispiel dafür. Quelle: REUTERS

Bereits am Vortag wurde der Anwalt Thierry Herzog in Gewahrsam genommen. Beide sollen sich illegal Informationen aus einem laufenden Gerichtsverfahren beschafft haben. Hintergrund ist die mutmaßliche Bestechung eines Top-Juristen. Im politischen Umfeld Sarkozys laufen unter anderem auch Verfahren wegen möglicherweise illegaler Finanzierung seines Wahlkampfes. Der frühere Staatschef kann zunächst bis zu 24 Stunden festgesetzt werden. Die Untersuchung werde von einer Antikorruptionsstelle geleitet, berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Ermittler. Es ist das erste Mal überhaupt, dass sich ein ehemaliger französischer Präsident in Polizeigewahrsam befindet.

Auch zwei Justizbeamte wurden zu den Vorwürfen befragt. Einem der Männer soll Sarkozy eine Beförderung nach Monaco im Austausch für Informationen in Aussicht gestellt haben. Die Ermittler werfen dem konservativen Politiker vor, auf ein Netzwerk an Informanten zurückgegriffen zu haben. Dies sei aus Mitschnitten von Telefonaten hervorgegangen. Sarkozy hatte die Aufzeichnung der Gespräche mit Stasi-Methoden verglichen.

Sarkozy war 2007 bis 2012 der Staatschef von Frankreich; seine konservative französische Partei UMP hatte danach mit einer Wahlspendenaffäre zu kämpfen und versuchte mit einer neuen Spitze ihren Zerfall abzuwenden. Zu den Mitgliedern eines Führungstrios wurden am Dienstagabend die früheren Premierminister Alain Juppe, Francois Fillon und Jean-Pierre Raffarin ernannt. Kommissarischer Generalsekretär wird Ex-Bildungsminister Luc Chatel, der ein Anhänger Nicolas Sarkozy ist.

In Arbeit
Bitte entschuldigen Sie. Hier steht ein Element, an dem derzeit noch gearbeitet wird. Wir kümmern uns darum, alle Elemente der WirtschaftsWoche zeitnah für Sie einzubauen.

Die UMP wird seit der Niederlage Sarkozys von Krisen erschüttert. Zuletzt musste Parteichef Jean-Francois Cope sein Amt wegen einer Spendenaffäre räumen. Zudem errang die rechte Partei Front National bei der Europawahl im Mai mehr Stimmen als die Konservativen. Wegen der Dauerkrise hatte ein früherer Minister Sarkozys offen für die Auflösung der Partei geworben.



© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%