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EY-Studie Brexit führt zu Vermögensabzug von 800 Milliarden Pfund

Brexit: Vermögensabzug von 800 Mrd. Pfund bei No-Deal-Szenario Quelle: AP

Der drohende No-Deal-Brexit führt laut einer Studie zu einer Verschiebung von Vermögenswerten in Höhe von 800 Milliarden Pfund aus Großbritannien in die verbleibenden EU-Länder.

Wegen des Brexit werden einer Studie zufolge Vermögenswerte über 800 Milliarden Pfund (890 Milliarden Euro) von Großbritannien an Finanzmarktplätze in der Europäischen Union verschoben. „Je näher wir an den 29. März ohne Abkommen heranrücken, desto mehr Mittel werden umgeschichtet“, sagte der Chef der Finanzdienstleistungssparte der Beratungsgesellschaft EY in Großbritannien, Omar Ali, am Montag.

Nach dem EU-Austritt Großbritanniens brauchen in London ansässige Banken eine eigene Gesellschaft mit Banklizenz in einem EU-Land, um ihre Produkte und Dienstleistungen in den verbleibenden 27 Mitgliedstaaten vertreiben zu dürfen. Laut EY haben sich 80 Institute entschieden, Geschäft von London aus zu verlagern. Mit zu den gefragtesten Städten gehören Dublin, Luxemburg, Paris und Frankfurt. Die Lobbygruppe Frankfurt Main Finance rechnet allein für die Mainmetropole mit einem zusätzlichen Bilanzvolumen von 750 bis 800 Milliarden Euro.

Großbritannien will die EU Ende März verlassen. Ein Vertrag darüber steht aber noch aus. Das britische Parlament wird laut einer Regierungssprecherin am 15. Januar über das mit der EU-Kommission mühsam ausgehandelte Brexit-Abkommen abstimmen. Der Ausgang ist allerdings völlig unklar. Damit steigt die Gefahr eines ungeregelten Austritts. Unterbrechungen könnte es dann bei Finanzströmen, Luftverkehr und im Handel geben.

Angesichts der Blockade im britischen Parlament wird allerdings zunehmend über eine Verschiebung des für 29. März geplanten Brexits spekuliert. Der britische „Telegraph“ berichtete, Regierungsvertreter aus London hätten in Brüssel vorgefühlt, ob eine Verlängerung der Verhandlungsfrist nach EU-Artikel 50 infrage käme. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur wird eine solche Verlängerung oder Verschiebung auf EU-Seite nicht ausgeschlossen. Der britische Brexit-Minister Stephen Barclay allerdings sagte am Dienstag der BBC, er habe mit der EU noch keine Gespräche darüber geführt. Eine Verlängerung brächte „einige sehr praktische Probleme“. Außerdem sagte Barclay: „Das ist keine Entscheidung, die die britische Regierung fällen könnte. Es würde die Zustimmung aller 27 Staaten erfordern.“

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