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EZB und Fed Plan für den Notstand

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Was der Eurozone droht

Ursache der Abschreibungen: Die Aufwertung des Schweizer Franken nach der Aufgabe der Anbindung an den Euro hat viele Franken-Schuldner in Osteuropa ruiniert. Die SNB wollte durch die Anbindung des Franken an den Euro die heimische Exportindustrie gegen eine Aufwertung des Franken schützen.

Doch als klar wurde, dass die EZB den massiven Kauf von Staatsanleihen anstrebt und mit Blick auf den sich dadurch abzeichnenden Druck auf den Euro hat die SNB die Reißleine gezogen. Die Konsequenzen zeigen sich jetzt in Österreich. Dem Bundesland Kärnten (560.000 Einwohner), das mit bis zu elf Milliarden Euro für die in Klagenfurt ansässige HAA haftet, drohen massive Einbußen.

Was Analysten für 2015 erwarten
Deutsche BankDie Anlagestrategen sind verhalten optimistisch, zumindest was den deutschen Aktienmarkt angeht. Ende 2015 sehen sie den Dax bei 11.500 Punkten. Während die USA mit einem prognostizierten Wachstum von 3,5 Prozent zur Lokomotive werden dürfte, rechnen die Analysten für Deutschland nur mit einem Plus von 0,8 Prozent. Zugewinne könnte es dank des schwachen Euro bei exportorientierten Industrien geben. Ende 2015 sieht die Deutsche Bank den Euro bei 1,15 Dollar. Anleihen werden dagegen nicht mehr so attraktiv sein. Die Renditen bleiben extrem niedrig, Chancen gibt es lediglich bei US-Unternehmensanleihen mit guter Bonität. Auch Schwellenländeranleihen könnten für Risikofreudige interessant werden. Insbesondere Indien wird für die Deutsche Bank zur attraktiven Region. Quelle: REUTERS
Der Vermögensverwalter Allianz Global Investors ist ein Tochterunternehmen der Allianz. Quelle: imago images
CommerzbankDie Commerzbank sieht den Dax Ende 2015 bei 10.800 Punkten, ist also nicht ganz so optimistisch wie die Deutsche Bank, was den Leitindex angeht. Einig sind sich beide aber, was mögliche Staatsanleihekäufe der EZB angeht. Mit einem sogenannten Quantitative Easing (QE) rechnen beide Institute in der ersten Jahreshälfte. Anschieben könnten den Dax steigende Unternehmensgewinne dank des schwächeren Euro. Das könnte auch Dividenden begünstigen. Die Bank rechnet für den Dax mit einer Dividendenrendite von knapp über drei Prozent. Besonders hohe Dividendenrenditen erwarten die Analysten bei Medienpapieren wie Freenet und RTL sowie Immobilienkonzernen wie DIC Asset oder TAG. Als negative Einflussfaktoren verweist die Commerzbank nicht nur auf die wahrscheinliche Zinserhöhung der Fed, sondern auch auf niedrigere Wachstumsraten in China. Quelle: dpa
Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba)Was den Dax betrifft ist die Landesbank etwas pessimistischer als die Großbanken. Relativ konservativ rechnet sie mit einer Spanne zwischen 8300 und 10.000 Punkten. Zwar erwarten die Analysten eine leichte Erholung der Weltwirtschaft, einen breiten Aufschwung sehen sie allerdings nicht. Lediglich hinsichtlich der USA scheinen sich alle einig zu sein, auch die Helaba erwartet ein Wachstumsplus von rund drei Prozent für die größte Volkswirtschaft. Für Deutschland erwartet die Landesbank ein Plus von 1,3 Prozent - mehr als die Deutsche Bank. Im Portfolio rät die Helaba zu einer leichten Anhebung der Aktienquote. Anleihen sollten dagegen zugunsten von Immobilien leicht reduziert werden. Quelle: dpa
Julius BärDie Schweizer Privatbank sieht die Devisenmärkte und Wechselkursentwicklungen ebenfalls im Fokus der Entwicklungen des nächsten Jahres. Auch die Schweizer sehen die USA als Wachstumsanführer, während die Euro-Zone mit einem Plus von nur 0,8 Prozent eher ein Bremsklotz ist. Die schwächelnde Nachfrage der Euro-Zone sei vor allem für die Schweiz ein Nachteil, heißt es. Für Investoren dagegen gelte es, Kurs zu halten, liquide zu bleiben und nach Wachstumsthemen Ausschau zu halten, so die Analysten. Mögliche Bereiche für Wachstumsthemen sind laut den Privatbankern E-Autos, digitale Technologien, Energieinfrastruktur und Bildung. Quelle: REUTERS
FidelityDie Fondsgesellschaft gibt sich optimistisch, auch für Deutschland. "Wenn die geopolitischen Risiken in den Hintergrund treten und die Notenbanken die Wirtschaft weiter unterstützen, hat Deutschland beste Voraussetzungen, um 2015 an den moderaten Aufwärtstrend anzuknüpfen", schreibt Fondsmanager Christian von Engelbrechten. Auch Fidelity sieht Impulse seitens des Euro für die exportorientierten Unternehmen. Eigentliche Stütze der Konjunktur sei aber der heimische Konsum - der Verbraucher, der konsumiert statt spart, treibt die Wirtschaft an. Durch die steigenden Gewinne sieht Fidelity auch am Aktienmarkt gute Chancen und rechnet mit einer Dividendenrendite von im Schnitt drei Prozent. Quelle: REUTERS
DZ BankAktuell sei das Gewinnwachstum der Dax-Unternehmen noch zu hoch geschätzt, sagen die Analysten der DZ Bank. Die Rahmenbedingungen für Aktien bleiben dennoch dank expansiven EZB-Maßnahmen und einem Mangel an Anlagealternativen positiv. Trotzdem erwarten die DZ Banker keine großen Kurssprünge, der Leitindex habe kaum noch Potenzial. Bis zum Jahresende 2015 rechnet die Bank nicht mit einem Anstieg über 9500 Punkte - und auch schwankungsanfälliger könnte der Index werden. Konservativen Anlegern raten die Experten daher zu "Dividendenaristokraten". Risikofreudigere Investoren könnten dagegen im ersten Quartal Chancen bei den Zyklikern haben. Quelle: REUTERS

Am Donnerstag nun präsentierte EZB-Chef Mario Draghi Details zum Anleihekaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB). Doch viele Anleihebesitzer werden nicht verkaufen. Ihnen reicht die Gewissheit, dass die EZB im Ernstfall als Käufer der letzten Instanz Gewehr bei Fuß steht.

Die EZB wird Mühe haben, ihr Aufkaufvolumen von monatlich 60 Milliarden Euro auszuschöpfen, aber die Anleiherenditen werden trotzdem weiter fallen und der Euro weiter abwerten. Nach Meinung der Analysten der US-Bank JP Morgan wird der Dollar gegenüber dem Euro noch 2015 die Parität erreichen. So gesehen hätte EZB-Präsident Draghi sein Ziel erreicht. Doch keine Pille ohne Nebenwirkungen. Das hier droht in der Eurozone:

Europa



  • Liquiditätsentzug: Bundesanleihen, die bei der EZB liegen, fehlen am Repo-Markt als Sicherheiten. Dort leihen sich Banken gegenseitig und von Geldmarktfonds Geld. Auch Hedgefonds finanzieren sich hier. Der Repo-Markt droht auszutrocknen.

  • Enteignung: Anleihekäufe regen die Kreditvergabe an die Wirtschaft kaum an. Die EZB wird den Einlagenzins für Banken daher auf minus drei Prozent senken, sagt Robert Michele von JP Morgan. Die Zeche zahlen die Sparer, die keine Zinsen mehr für ihre Anlagen bekommen oder gar draufzahlen.

  • Unterdeckung: Der Zinsrückgang reißt Löcher in Pensionskassen der Unternehmen. Laut der Ratingagentur Standard & Poor’s nahm die Unterdeckung 2014 in der EU um 11 bis 18 Prozent zu. Die Unternehmen wird diese zusätzliche Belastung nicht ausgabenfreudiger gemacht haben. Tendenziell werden die Beschäftigten dank der lockeren Geldpolitik der EZB länger arbeiten müssen.

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