Flüchtlingskrise Ungarn reicht Klage gegen Flüchtlingsverteilung ein

Nach der Slowakei reicht nun auch Ungarn Klage gegen die Flüchtlingsverteilung in der EU ein. Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban sagte, es reiche nicht zu protestieren, man müsse auch handeln.

Ministerpräsident Viktor Orban Quelle: REUTERS

Nach der Slowakei zieht auch Ungarn gegen die Quotenregelung der EU zur Verteilung von Flüchtlingen vor Gericht. Die Klage beim Europäischen Gerichtshof werde noch „heute“ eingereicht, erklärte Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban am Donnerstag in Budapest. Das berichtete die staatliche ungarische Nachrichtenagentur MTI. „Es reicht nicht, zu protestieren, man muss auch handeln“, fügte der nationalkonservative Regierungschef hinzu.

Orban warf der EU vor, sich mit mehreren in den letzten Tagen begonnenen Verfahren gegen Ungarn zu „rächen“, weil Budapest „es gewagt hat, sich gegen die Einwanderungspolitik Brüssels zu wenden“. Zusammen mit Polen, Tschechien und der Slowakei habe Ungarn bewiesen, dass „wir die Migrantenflut stoppen können, wenn wir wollen“. Jene, „die anderen Denkgewohnheiten folgen“, würden sich über diesen Erfolg nicht freuen.

Budapest macht seit Monaten Stimmung gegen Flüchtlinge und hat deren Zustrom nach Ungarn durch Bau von Zäunen an den Grenzen zu Serbien und Kroatien fast gänzlich gestoppt. Am Vortag hatte Orban die EU beschuldigt, über einen „Geheimplan“ zusätzlich eine halbe Million syrische Flüchtlinge aufnehmen und verteilen zu wollen, die sich derzeit in der Türkei befinden.

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