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Flughafen Istanbul-Atatürk Türkei kehrt in Rekordzeit zur Normalität zurück

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Anschläge gefährden die türkische Tourismus-Branche

Am Galata-Turm und auf der Istiklal-Straße, zwei beliebte Touristen-Orte in der Innenstadt Istanbuls, spürt man am nächsten Morgen wenig von dem Horror der vergangenen Nacht. Der Simit-Verkäufer grüßt wie jeden Tag mit Hand auf dem Herz, vor der Augenklinik sitzen wie immer ein paar Männer. Dass sie griesgrämiger als sonst dreinblicken, liegt weniger an den Anschlägen als am Fastenmonat Ramadan. Kein Essen macht schlechte Laune.

Wie immer bei Terroranschlägen ist der Schaden ein psychologischer. Sie werde versuchen, in Zukunft auch das Umsteigen am Istanbuler Flughafen zu vermeiden, sagt eine Bekannte am Telefon. Auch sie weiß, dass es dafür einen rationalen Grund gibt.

Dass der Terror die Türkei langsam, aber nachhaltig verändert, ist schon seit Längerem sichtbar. Die ersten Souvenir-Läden rund um den Galata-Turm haben bereits dicht gemacht. Die Hotel-Preise sind zum Teil um 50 Prozent gefallen.

Wohnungen anzumieten, sie zu möblieren und dann an Touristen via Airbnb zu vermieten, war die letzten Jahre ein sicheres und ertragreiches Geschäft. "Alle versuchen gerade, ihre Wohnungen abzustoßen", sagt einer der Unternehmer. "Das Geschäft ist komplett zusammengebrochen."

Urlauber fürchten um ihre Sicherheit

Große Terroranschläge in Europa

Für den Tourismus sind die Anschläge eine Katastrophe. Schon im Mai kamen 34 Prozent weniger Touristen als im Vorjahr. Vier Millionen russische Urlauber fehlen dieses Jahr aufgrund der Sanktionen, die Putin nach dem Abschuss eines Kampfflugzeuges im vergangenen November gegen die Türkei verhängt hatte.

Die Deutschen kommen nicht, weil sie um ihre Sicherheit fürchten. Nach den Anschlägen im März hieß es bei vielen Reiseveranstaltern: Noch kann sich das Geschäft erholen, sofern kein weiteres Attentat folgt. Das ist jetzt vorbei.

Gerade erst diese Woche hatte Ankara eine außenpolitische Offensive gestartet, hatte die Beziehungen zu Israel nach sechs Jahren normalisiert und Moskau um Entschuldigung gebeten. Das soll alte und neue Touristen locken.

Doch an dem Zweifrontenkrieg, den die Türkei gegen den Terror führt, ändert die neue Entspannungspolitik wenig.

Während die kurdische Terror-Organisation PKK vor allem Bomben zündet, setzt der IS auf Selbstmordattentäter. Das spricht dafür, dass auch hinter den Anschlägen vom Dienstagabend Islamisten stecken. Beide Organisationen haben angekündigt, weitere Attentate zu verüben. Bei beiden Konflikten ist keine Lösung in Sicht.

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