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Freytags-Frage

Wie kann man auf Populismus á la Trump reagieren?

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Der Merkel-Weg ist richtig

Eine vergleichbare Strategie hat Angela Merkel am Dienstag in der bereits jetzt berühmten Bierzeltansprache auch angewandt, indem sie darauf hinwies, dass man sich wohl nicht mehr auf alle verlassen könne und das Europa stärker als zuvor für sich selber einstehen müsse. Diese Rede hat großen Staub aufgewirbelt und sogar den Adressaten gefreut – sei es ihm gegönnt. Man kann die Rede auch nicht als eine Absage an die transatlantische Partnerschaft begreifen, eher als eine Neuinterpretation und das Angebot an rationale Amerikaner, die in einigen Jahren mit Sicherheit wieder im Weißen Haus den Ton angeben werden, die Freundschaft zu vertiefen, auffassen.

Wichtig ist, den Worten Taten folgen zu lassen und die europäische Integration krisenfest zu machen. Was das genau bedeutet, kann man nur in einem intensiven Diskussionsprozess herausfinden, dessen Ergebnis keineswegs feststeht. Zentral dürfte dennoch sein, weder von der offenen Gesellschaft noch von umweltpolitischen Prinzipien abzuweichen. Präsident Trump hat mit seiner chaotischen Regierungsführung sicherlich die Chancen dafür erhöht und dazu beigetragen, dass es die Populisten in Europa wieder schwerer haben werden. Nicht auszudenken, wenn ein solches Chaos im Kanzleramt oder im Elysee-Palast Einzug hielte. Dann doch lieber eine Große Koalition, werden sich viele denken.

Es muss dem amerikanischen Präsidenten, aber noch mehr den amerikanischen Bürgern und ihren Vertretern klargemacht werden, dass man auch mit Offenheit und umweltpolitischer Verantwortung als Gesellschaft Erfolg haben kann. Wenn dieses gelingt – und dafür spricht viel – wird in den USA schnell deutlich, dass die Strategie, in der globalen Weltordnung die Führung abzugeben und sich klein zu machen, keinen Sinn ergibt. Man kann jetzt schon Wetten annehmen, wie weit sich die USA von Europa in den kommenden Jahren entfernen werden. Mein Tipp: nicht sehr weit.

Insofern ist die Strategie der Bundeskanzlerin nachvollziehbar. Möglicherweise wird sie als eine diplomatische Meisterleistung in die Geschichte eingehen. Es ist genau richtig, freundlich aber bestimmt auf die Provokationen aus Washington zu reagieren, dabei aber die Tür offen zu halten. Das gilt selbst dann, wenn der Wahlkampf bei den Bierzeltauftritten bereits im Hinterkopf der Politiker stecken sollte. Wenn es nützt, die Populisten beiderseits des Atlantiks im Zaume zu halten, ist es umso besser.

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