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Fünfter Monat über EZB-Ziel Inflation in der Euro-Zone bei knapp zwei Prozent

Inflation in der Euro-Zone bei knapp zwei Prozent Quelle: REUTERS

Die Inflation in der Euro-Zone liegt bereits fünf Monate in Folge über der EZB-Zielmarke. Die Verbraucherpreise erhöhten sich binnen Jahresfrist um 2,2 Prozent.

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Die Inflation in der Euro-Zone ist im Oktober erneut über das Zielniveau der EZB von knapp zwei Prozent gestiegen. Die Verbraucherpreise erhöhten sich binnen Jahresfrist um 2,2 Prozent, wie das Statistikamt Eurostat am Mittwoch auf Basis vorläufiger Berechnungen mitteilte. Im September waren es noch 2,1 Prozent. Die Daten dürften die Europäische Zentralbank in ihrem Kurs unterstützen, langsam zu einer weniger lockeren Geldpolitik umzuschwenken.

Die Inflation liegt bereits fünf Monate in Folge über der EZB-Zielmarke. Die Währungshüter wollen angesichts der verbesserten Konjunktur Ende Dezember ihre billionenschweren Anleihenkäufe einstellen. Diese waren seit März 2015 ihr wichtigstes Instrument, um die Konjunktur anzutreiben und für mehr Inflation zu sorgen.

Besonders kräftig erhöhten sich im Oktober die Preise für Energie. Hier lag das Plus bei 10,6 Prozent. Unverarbeitete Lebensmittel wie etwa Gemüse und Obst kosteten 2,1 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Dagegen zogen die Preise für Dienstleistungen nur um 1,5 Prozent an. Die Kerninflation, in der Energie und unverarbeitete Lebensmittel ausgeklammert sind, lag bei 1,3 Prozent.

Teure Energie: Deutsche Inflation auf 10-Jahres-Hoch

Erst am Dienstag meldete das Statistische Bundesamt, dass vor allem gestiegene Energiepreise die Inflation in Deutschland im Oktober auf den höchsten Stand seit gut zehn Jahren getrieben habe. Die Verbraucherpreise lagen um 2,5 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Eine höhere Jahresteuerungsrate hatte es den Angaben zufolge zuletzt im September 2008 mit 2,8 Prozent gegeben. Von September auf Oktober 2018 stieg die Rate um 0,2 Prozent.

Deutlich mehr zahlen als im Oktober 2017 mussten Verbraucher für Haushaltsenergie und Kraftstoffe (plus 8,9 Prozent). Der gestiegene Ölpreis als Leitenergie zieht andere Energiepreise mit nach oben. Zugleich schwächelt der Euro tendenziell, was Rohöl für europäische Verbraucher teurer macht. Rohöl wird in Dollar abgerechnet. „Wer seinen Heizöltank für die bevorstehenden Wintermonate füllt, leert auf der anderen Seite mittlerweile ordentlich seine Geldbörse“, sagte Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank Gruppe. Auch die Fahrt zur Tankstelle sei inzwischen wieder ein teures Unterfangen.

Nach Einschätzung von Volkswirten wurde die Inflation zudem von teureren Pauschalreisen in der Herbstferienzeit beeinflusst. Der Anstieg der Nahrungsmittelpreise verlangsamte sich dagegen, sie zogen unterdurchschnittlich um 1,9 Prozent an. Für Wohnungsmieten, die gut ein Fünftel der Konsumausgaben der privaten Haushalte ausmachen, mussten Verbraucher 1,6 Prozent mehr zahlen als im Vorjahresmonat.

Für den Euroraum insgesamt strebt die Europäische Zentralbank (EZB) mittelfristig eine Teuerungsrate knapp unter 2,0 Prozent an – weit genug entfernt von der Nullmarke. Denn dauerhafte niedrige oder in großem Stil sinkende Preise könnten Unternehmen und Verbraucher verleiten, Investitionen aufzuschieben. Das bremst die Wirtschaft.

Weil die Verbraucherpreise seit geraumer Zeit nach oben zeigen, strebt die Notenbank an, ihre umstrittenen Wertpapierkäufe zum Ende dieses Jahres zu beenden. Sparer müssen sich allerdings noch gedulden. Die Zinsen im Euroraum sollen bis mindestens „über den Sommer“ 2019 auf dem Rekordtief von null Prozent verharren.

Da die Inflation tendenziell wieder anzieht, verlieren Sparer auf mickrig verzinsten Tages- oder Festgeldkonten bares Geld. Im Euroraum lagen die Verbraucherpreise im September um 2,1 Prozent über dem Vorjahresniveau. Andererseits profitieren beispielsweise Hausbauer von vergleichsweise günstigen Kreditkonditionen.

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